Zukunftskonzept aus einem Guss Der Masterplan 2030 für das Sportzentrum Lotte

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Die alte Sporthalle an Jahnstraße (vorne links) würde nach dem Masterplan durch einen Neubau auf dem Areal des jetzigen Hambrink-Stadions (im Hintergrund links) ersetzt. Damit entstünde Platz, um den Schulhof der angrenzenden Grundschule zu vergrößern.Das Hambrink-Stadion müsste dafür allerdings auf die gegenüberliegende Seite verlegt werden. Foto: Angelika HitzkeDie alte Sporthalle an Jahnstraße (vorne links) würde nach dem Masterplan durch einen Neubau auf dem Areal des jetzigen Hambrink-Stadions (im Hintergrund links) ersetzt. Damit entstünde Platz, um den Schulhof der angrenzenden Grundschule zu vergrößern.Das Hambrink-Stadion müsste dafür allerdings auf die gegenüberliegende Seite verlegt werden. Foto: Angelika Hitzke

Lotte. Der „Masterplan Sportzentrum Lotte 2030“, von Verwaltung, Kommunalpolitikern aller Fraktionen und Vertretern der unterschiedlichen Nutzer zusammen mit dem Büro Planinvent in zwei Workshops erarbeitet, ist zunächst einmal ein „Wunschkonzert“. So hatte es Margarete Lersch vom Bauamt in der letzten Bau-und Planungsausschusssitzung vor der Sommerpause genannt. Welche Wünsche eingeflossen sind, wollen wir hier darstellen.

Lersch hatte auch unmissverständlich klar gemacht, dass dieser Masterplan nur die Grundlage dafür ist, um die Voraussetzungen dafür zu schaffen, einzelne Bausteine umzusetzen. So ist auch der „mögliche Umsetzungsplan“, als solcher ausdrücklich tituliert, zunächst lediglich eine Empfehlung des Planungsbüros.

Bausteine des Masterplans

Der Masterplan beinhaltet folgende Bausteine, deren Aufzählung nicht als Rang- oder Reihenfolge zu verstehen ist: Umgestaltung der Eingangssituation zum gesamten Sportpark-Areal an der Jahnstraße, Verbreiterung der Busschleife, Neugestaltung und Beschilderung des Haupteingangs und des Vorplatzes am Frimo-Stadion, Verlegung des Hambrink-Stadions auf die Fläche zwischen Aldi und vorhandenem Parkplatz mit Skateranlage im Süden und Bogenschießplatz im Westen, Rasen für Freizeitkicker und Juniorsport südlich des Parkplatzes an der Jahnstraße, Abriss der alten Sporthalle, Vergrößerung des Grundschulhofes, Neubau einer wettkampffähigen, von Grundschule und Breitensport mit zu nutzenden Sporthalle auf der Fläche des jetzigen Hambrink-Stadions mit eventuell angebauter Schwimmschule, Verbreiterung des Kornweges auf acht Meter, Aufstockung der Südtribüne des Frimo-Stadion mit schon von der Autobahn sichtbarem SFL-Logo, Sanierung beziehungsweise Verlegung von Tennishalle, TuS-Vereinsheim und Schützenheim, Renovierung des Schießstandes des Schützenvereins Lotte, Bau eines Spielplatzes und eines Volleyballfeldes, Schaffung neuer Grünbereiche und Wegeverbindungen, Anlage neuer Parkplätze, Geschwindigkeitsreduzierung auf der Osnabrücker Straße, Kreisverkehr statt Ampel an der Kreuzung Osnabrücker-Straße/Kornweg/Krümpelstraße, Gebäude für Reha-Sport, Gastronomie, möglicherweise Bau eines Hotels mit Wellnessbereich, Ansiedlung von nicht störendem, sportaffinen Gewerbe auf der jetzigen Ackerfläche an der Osnabrücker Straße zwischen Kornweg und Autobahn.

Kurzfristig mögliche Projekte

Sporthallenneubau, Verlegung Hambrink-Stadion, Grundschulhofvergrößerung, Neugestaltung Jahnstraße und Stadionvorplatz werden als nach entsprechender Bauleitplanung kurzfristig umzusetzende Bausteine definiert, die meisten anderen als mittel- oder langfristige Projekte. Wer jeweils welche Kosten trägt, ist noch völlig offen. „Natürlich bezahlt das nicht alles die Gemeinde, nur das, wofür sie zuständig ist“, hatte Lersch schon im Ausschuss betont. Das sind neben der Sporthalle und dem Grundschulhof das Hambrink-Stadion und die Gemeindestraßen. Auf Nachfrage weist sie darauf hin, dass der Ausbau des Kornweges bereits im Bebauungsplan festgelegt sei. Da Halle und Sportplatz auch von anderen als der Schule genutzt werden, sei die Finanzierung noch im Detail zu klären. Neben diversen Fördertöpfen seien auch Deals mit den Vereinen, Sponsoring und Investorenmodelle denkbar für die verschiedenen Umsetzungsebenen.

Gegenargumente der Grünen

Dieter Hörnschemeyer hat mehrere Argumente, warum die Grünen die Planung zwar im Grundsatz begrüßen, ihre Zustimmung zum Masterplanentwurf aber trotzdem verweigert haben: „Einmal, weil es keine Bedarfsermittlung für eine Dreifachhalle gab. Aber auch, weil es die Finanzkraft der Gemeinde bei Weitem übersteigt“, sagt ihr Fraktionschef unter Hinweis auf den teuren Hallenneubau bei gleichzeitiger Hallenerweiterung und Sanierung in Wersen und der Turnhallensanierung in Halen, Verlagerung des Hambrink-Stadions und Verbreiterung der Kornweges. „Den Kreisverkehr auf der Osnabrücker Straße bauen entweder wir oder keiner“, ist er pessimistisch im Hinblick auf Finanzspritzen vom Land oder Kreis. Hörnschemeyer bemängelt bauch, dass die Schulhofvergrößerung nicht genau dargestellt und „ein großzügiger Abenteuerspielplatz“ angedacht sei, obwohl seinerzeit der Antrag des SV Büren auf 4000 Euro für eine Spielecke abgelehnt wurde: „Wenn das verabschiedet wird, weckt das die Erwartungshaltung der Bürger. Da entsteht Handlungsdruck“, meint er.

Zukunftskonzept bis 2030

„Es hat eine Bürgerbeteiligung gegeben“, sagt CDU-Fraktionschef Werner Schwentker zum Masterplanprozess. Der Plan könne in den Details angepasst werden und sei ein langfristiges Zukunftskonzept für einen städtebaulichen Bereich aus einem Guss. „Es heißt Masterplan 2030, nicht 2020“, verdeutlicht er.

Wenn der Eindruck entstünde, „dass die Gemeinde das alles baut“, sei das falsch. „Schlichtweg falsch“ sei auch, dass der Bedarf nicht ermittelt worden sei: SV Büren, SC Halen und Gemeindesportbund seien schon im Vorfeld beteiligt worden und hätten eine wettkampffähige Halle in Lotte und die Mitbenutzung einer Zweifeldhalle in Wersen für sinnvoll erachtet. „Sie haben deutlich gesagt, dann reicht in Halen eine kleine Gymnastikhalle“, so Schwentker.

Eine Halle für Schul-, Breiten- und Profisport

Der Bau der Dreifachhalle in Lotte sei „ein erster Schritt“ und koste „sicherlich eine ganze Menge Geld“. Die Gemeinde habe in diesem Bereich aber in den vergangenen Jahren unterdurchschnittlich investiert. „Man muss jetzt auch etwas für die Bürger tun“, betonte er und verwies darauf, dass es dort noch mehr Bedarfsträger gebe als nur die Schule, nämlich auch Breitensport, darunter mangels Trainingsort eingeschlafene Sparten wie Basketball oder Badminton.

Die Dreifachhalle sei bei allen Fraktionen bis auf die Grünen Konsens, unterstreicht Thomas Giebel. Eine große Halle für Schulsport, Breitensport und Profisport sei geeignet, auch überregionale Veranstaltungen in die Gemeinde zu holen. „Wir wollen die Turnhalle sicherlich auch zügig angehen“, so der SPD-Fraktionschef. Bei den Kosten müsse man schauen: „Man kann ja auch durchaus andere Möglichkeiten finden.“ Er begrüßt ebenso wie Friedhelm Pösse von der FDP, dass man endlich ein Konzept für die Entwicklung des ganzen Bereichs habe, „nicht nur einen Flickenteppich“.


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