Knoten auflösen hat Vorrang Nutzungsentwürfe für Flächen am Ortseingang Wersen

Von Angelika Hitzke


Lotte. Wohin die Reise gehen soll, legen im Ikek-Prozess Kommunalpolitiker und Verwaltungsmitarbeiter zusammen mit den Bürgern fest. Gesteuert wird das Schiff dann vom Rat, während die Matrosen aus der Verwaltung die Arbeit machen. Im Seesack stecken schon etliche kleidsame Pläne. Doch welche davon man sich anzieht, steht noch nicht fest. Das gilt auch für die beiden Entwurfsvarianten für einen attraktiveren Ortseingang an der Atterstraße in Wersen.

Nicht die CDU, sondern die Bauverwaltung auf Antrag der CDU hat die Entwürfe für eine Entwicklung des Bereichs um den ehemaligen Bahnhof Wersen mit Feuerwache und dem im jetzigen Zustand unübersichtlichen Knotenpunkt skizziert, an dem die Straßen Bergstraße und Mühlengrund sich im spitzen Winkel treffen und auf die Atterstraße münden. Wie Planerin Margarete Lersch aus dem Bauamt vergangene Woche bereits im Ausschuss betont hatte, täte hier vor allem eine Umgestaltung der Kreuzungssituation not. Das Restaurant neben der Feuerwache Wersen, die demnächst saniert und erweitert wird, steht leer. Im Flächennutzungsplan (FNP) wird die Innenbereichsfläche zwischen Autobahn, Bergstraße und Atterstraße als Wohnbaufläche/Fläche für den Gemeinbedarf geführt.

Teilweise Außenbereich

Auf der anderen Seite der Bergstraße und über den Mühlengrund hinweg ist derzeit Außenbereich/Landwirtschaftliche Fläche, obwohl dort einige bewohnte Häuser stehen. Die Entwurfsskizzen der Verwaltung, die im Bauausschuss von allen Fraktionen bis auf die FDP wohlwollend zur Kenntnis genommen wurden, „sind noch nicht spruchreif, sondern Strichzeichnungen“, betonte CDU-Fraktionschef Werner Schwentker jetzt auf Nachfrage.

Flächenbedarf auch für Infrastruktur

Seine Fraktion habe den Antrag gestellt, hier vor dem Hintergrund des Flächenbedarfs für einen Kindergarten, Wohnungen und Nahversorgung Nutzungsmöglichkeiten zu entwickeln, durch die Erstellung eines entsprechenden Flächen- und Verkehrskonzeptes zu konkretisieren und als Vorlage in den Bau- und Planungsausschuss zur Diskussion und Entscheidung einzubringen. „Das ist aus meiner Sicht auch passiert“, so Schwentker. Es mache Sinn, den Ortseingangsbereich trotz des Lärmkorridors der Autobahn attraktiver zu gestalten. „Man sollte drüber nachdenken, dass man einen Bahnhof hat, falls die Tecklenburger Nord reaktiviert wird“, sagte der CDU-Fraktionssprecher und unterstrich die Notwendigkeit, für diesen Fall „etwas in der Schublade“ zu haben.

Unabhängig von TNB-Aktivierung

Ähnlich sehen das auch SPD und Grüne. Während Letztere als einzige Fraktion in Lotte eine Nordbahn-Reaktivierung im Interesse eines übergeordneten ÖPNV-Gesamtkonzeptes nicht ablehnen, erklärte SPD-Fraktionschef Thomas Giebel zu den Verwaltungsentwürfen: „Wir begrüßen das unabhängig von der Tecklenburger Nordbahn (TNB), die wir ja auch nicht wollen, dass man prüft, ob da nicht mehr möglich ist als jetzt.“ Zur TNB stellte er klar: „Wir sind weiterhin dagegen.“ Trotzdem müsse erst einmal „alles auf den Tisch“ und dann geguckt werden, was möglich ist.

FDP wegen Nordbahn-Haltepunkt dagegen

Die Entwürfe sind also nicht mehr als eine Diskussiongrundlage. Warum die FDP diese ablehnt, erläuterte deren Fraktionschef Friedhelm Pösse auf Nachfrage: „Da wir strikt gegen die Tecklenburger Nordbahn sind, sagen wir nein, weil da der Ausbau einer Station für die Nordbahn mit drin ist.“ Darauf reagiere die FDP „allergisch“.

Im ersten Entwurf ist dieser Haltepunkt nördlich des alten Bahnhofs skizziert. Knotenpunkt und die Straße Mühlengrund würden um- beziehungsweise ausgebaut; Wohnen wäre sowohl nördlich der unmittelbar an die Bergstraße angrenzenden für Gewerbe geeigneten Grundstücke zwischen Bergstraße und Mühengrund, als auch neben der Feuerwehr angedacht.

Die zweite Variante beinhaltet nur den Ausbau des Knotens im „Bermuda-Dreieck“, so die Formulierung von Lersch. Die Bahnstation sieht diese Version an der Atterstraße Richtung Autobahn vor. Neben der Feuerwehr könnte an Stelle des jetzigen Restaurants ein Kindergarten gebaut werden, gegenüber an der Bergstraße könnte sich Gewerbe oder ein Nahversorger samt Parkplätzen ansiedeln.

Auf die weitere Diskussion nach der Sommerpause dürfen die Bürger also gespannt sein.