Lotte hat gutes Trinkwasser Ausschuss für Versorgungskonzept und Sportzentrum

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Die Qualität des Trinkwassers in Lotte und Westerkappeln ist sehr gut. Der WTL stellt hier und in Westerkappeln zwar die Versorgung sicher, bezieht das Wasser aber über die Stadtwerke Osnabrück aus deren Wasserwerk in Thiene. Symbolfoto: Jochen Eckel/dpaDie Qualität des Trinkwassers in Lotte und Westerkappeln ist sehr gut. Der WTL stellt hier und in Westerkappeln zwar die Versorgung sicher, bezieht das Wasser aber über die Stadtwerke Osnabrück aus deren Wasserwerk in Thiene. Symbolfoto: Jochen Eckel/dpa

Lotte. Dem Wasserversorgungskonzept 2018 bis 2023 für die Gemeinde Lotte, dem Entwurf des Masterplans für das Sportzentrum Lotte in Alt-Lotte und der öffentlichen Ausschreibung des Gewerks Innenausstattung für die Sanierung der Feuerwache in Wersen stimmte der Bau-und Planungsausschuss in seiner jüngsten Sitzung mehrheitlich zu. Nur die Grünen votierten dagegen.

„Das ist für uns ja eine Premiere, uns mal damit zu konfrontieren“, kommentierte SPD-Fraktionschef Thomas Giebel den fast 70 Seiten starken Entwurf des Konzept zur Wasserversorgung für den Zeitraum 2018 bis 2023, den der Wasserversorgungsverband Tecklenburger Land (WTL) für allem Gemeinden im Verbandsgebiet erstellt hat. WTL-Geschäftsführer Johann Knipper hatte ihn zuvor im Ausschuss vorgestellt und erläuterte, dass nach des Landeswassergesetz von 2016 die Kommunen verpflichtet sind, die öffentliche Wasserversorgung sicherzustellen und auch dann, wenn Dritte wie hier der WTL mit der Durchführung beauftragt sind, ein Konzept dafür zu beschließen.

Verlagerung der Niederschläge

Der WTL umfasst laut Knipper fünf Versorgungszonen, verfügt über 55 Quadratkilometer Trinkwasserschutzgebiete, zehn Wassergewinnungsanlagen, fünf Wasserwerke und zwölf Hochbehälter. Zu 82 Prozent werde Grundwasser gefördert, nur in einigen Gebieten komme „ein bisschen Oberflächenwasser“ aus der Glane und dem Dortmund-Ems-Kanal zur künstlichen Grundwasseranreicherung hinzu. Die Wasserbilanz weise einen Überschusss von 970000 Kubikmeter im Jahr aus. Durch den Klimawandel verschiebe sich der für die Grundwasserneubildung nötige Niederschlag zwar vom Sommer auf den Winter, die prognostizierte Niederschlagsmenge nehme aber eher zu. Steigende Temperaturen, eine verlängerte Vegetationsperiode und trockenere Sommer ließen künftig steigenden Bedarf an Feldberegnungen in der Landwirtschaft erwarten, sagte Knipper. Kompensiert werde das durch das große Speichervermögen des Untergrundes und winterliche Regenperioden mit hohen Grundwasserneubildungsraten.

Lottes Trinkwasser kommt aus Thiene

Der Nordosten mit den Gemeinden Lotte und Westerkappeln werde zwar vom WTL versorgt, der das Wasser hier über die Stadtwerke Osnabrück aus dem Wasserwerk Thiene bei Alfhausen bezieht. Über den Hochdruckbehälter Westerkappeln sei die Versorgungssicherheit gewährleistet, denn falls die Wasserlieferung aus Thiene ausfalle, könne darüber auch Wasser aus dem Wasserwerk Dörenthe ins Netz eingespeist werden.

Weit unterdurchschnittlicher Nitratwert

Überhaupt nimmt laut Knipper vor allem Lotte in mancher Hinsicht eine Sonderstellung ein: Ungewöhnlich sei die prognostizierte Steigerung der Einwohnerzahl um 14 Prozent; sonst lägen die Prognosen überall im Minusbereich. „Sehr gut“ sei auch die Wasserqualität im Wasserwerk Thiene: Der Grenzwert für den Nitratgehalt von Trinkwasser betrage 50 Milligramm pro Liter, liege im Verbandsdurchschnitt bei 22 Milligramm, in Lotte aber nur bei sechs Milligramm. „Und Sie haben sehr weiches Wasser“, betonte der WTL-Geschäftsführer.

Maßnahmen gegen Grundwassergefährungen

Trinkwassergefährdungen durch private Abwasseranlagen seien heute „kein Thema mehr“; mit der Landwirtschaft kooperiere der Verband, um Gefährdungen durch zu viel Dünger und Düngung zu Unzeiten zu begegnen. Pflanzenschutzmittel im Wasser habe man bei den regelmäßigen Beprobungen nicht festgestellt, nur deren Abbauprodukte, die aber nicht toxisch seien. Geothermie spiele kaum eine Rolle und sei in den Schutzgebieten ohnehin nicht erlaubt.

Grüne: Lösung des Düngeproblems nicht erkennbar

Während die Ausschussmehrheit dem WTL „sorgfältige Arbeit“ bescheinigte, so CDU-Fraktionschef Werner Schwentker, mochten die Grünen dem Konzeptentwurf nicht zustimmen. Deren Fraktionschef Dieter Hörnschemeyer empfand die beschriebene Grundwasserbeeinträchtigung durch Düngung als „dramatisch“ und kritisierte, dass die Nitratwerte nicht zurückgegangen seien, obwohl doch der WTL seit 1994 mit den Landwirten kooperiere. Eine Lösung des Problems könne er nicht erkennen. Sein Fraktionskollege Thomas Schmitt bemängelte, dass Knipper „eine quantitative, aber keine qualitative Prognose“ vorgestellt habe.

Der WTL-Geschäftsführer verwies auf die Langzeitwirkung und betonte, dass die Werte jetzt seit 20 Jahren konstant seien, man sich an der Trinkwasserverordnung orientiere und bei einem Nitratgehalt unter zehn Milligramm pro Liter nun wirklich keinen Handlungsbedarf sehe. Alles andere sei unrealistisch und liege nicht im Einflussbereich des WTL.

Masterplan begrüßt und trotzdem abgelehnt

Den von Planinvent-Geschäftsführer Frank Bröckling vorgestellten Masterplan Sportzentrum Lotte begrüßten im Prinzip sogar die Grünen. „Der Plan ist gut, die Ideen darin auch“, sagte Hörnschemeyer. „Abenteuerlich“ seien aber die Pläne zu Sporthalle, Kunstrasenplatz, Versetzung des Tus-Vereinsheims und zum Kornweg und die vorgeschlagene Priorisierung. „Wenn wir das verabschieden, wird Handlungsdruck erzeugt, das auch umzusetzen“, meinte er und schlug vor, sich auf die Kenntnisnahme zu beschränken. Damit konnte sich seine Fraktion allerdings nicht durchsetzen.

Grüne bezweifeln Zeitplan

Auch der Ausschreibung der Innenausstattung für die zu erneuernde Feuerwachein Wersen lehnten die Grünen ab. Die Architekten Malte Flatau und Annette Meiknecht hatten zuvor den Bauzeitenplan für dier gesamte Ausführungsplanung und die Kostenbrechnung für die Einrichtung vorgestellt. Am 30. Juli sollen demnach die Erdarbeiten beginnen, Ende April 2019 die Feuerwache bezugsfertig sein. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass das so funktioniert“, so Hörnschemeyer.

Seine Frage, ob denn der Gemeinde das für die Erweiterung nötige Grundstück überhaupt schon gehöre, konnte Bürgermeister Rainer Lammers bejahen: „Die Beurkundung ist heute erfolgt!“


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