Erfolg auf der ganzen Linie Stadtradeln in Lotte: Positive Bilanz fürs Klima

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Erfolgsbilanz: Marc-Philipp Nikolay und Stadtradeln-Star Marita Ritter freuen sich über die von allen 104 Teilnehmern erradelten 23334 Kilometer, zu denen die Halenerin 2000 beitrug. Das Mountainbike trägt schon das erste Gepäck für die Urlaubstour von Basel nach Rügen, zu der sie mit ihrem Mann am Sonntag startet. Foto: Angelika HitzkeErfolgsbilanz: Marc-Philipp Nikolay und Stadtradeln-Star Marita Ritter freuen sich über die von allen 104 Teilnehmern erradelten 23334 Kilometer, zu denen die Halenerin 2000 beitrug. Das Mountainbike trägt schon das erste Gepäck für die Urlaubstour von Basel nach Rügen, zu der sie mit ihrem Mann am Sonntag startet. Foto: Angelika Hitzke

Lotte. Bei ihrer zweiten Teilnahme an der bundesweiten Aktion Stadtradeln konnte sich die Gemeinde Lotte gegenüber der Premiere im Vorjahr in allen Bereichen steigern. Das verkündete Klimaschutzmanager Marc-Philipp Nikolay im Gespräch zur vorläufigen Abschlussbilanz 2018 bei Stadtradeln-Star Marita Ritterin Halen nicht ohne Stolz.

Stolz können alle aktiven Radler sein, denn bis zum Donnerstag, 28. Juni, kamen 23334 Radfahrkilometer zusammen: „Das sind 34 Prozent mehr als 2017“, betont Nikolay. Die 104 Aktiven – im Vorjahr waren es 89– in 13 Teams, darunter 27 Parlamentarier, sorgten so bis Donnerstag für eine CO2-Ersparnis von 3,3 Tonnen. Da die Aktion noch bis zum 30. Juni läuft und noch nicht alle Teilnehmer ihre erradelten Kilometer eingetragen haben, werden sich die Zahlen noch erhöhen: „Eine echte Erfolgsbilanz“, freut sich Lottes Klimaschutzmanager und unterstreicht, dass in diesem Jahr nicht nur mehr Teilnehmer dabei waren, sondern diese auch „fleißiger geworden“ seien: „Das Ziel einer halben Äquatorumrundung haben wir schon erreicht.“

Halbe Gemeindeverwaltung dabei

Neben Vereinsteams wie der Radsportabteilung des SV Büren, der KSG 13 oder dem Bürger-Radwegverein haben sich für die Lokalausgabe der bundesweiten Klimabündnis-Challenge, bei der es darum geht, so viele Kilometer wie möglich statt mit dem Auto mit dem Fahrrad zurückzulegen, laut Nikolay auch generationenübergreifenden Familienteams, Teams der politischen Fraktionen und aus der Gemeindeverwaltung beteiligt. „Gut die Hälfte der Verwaltungsmitarbeiter ist dabei“,sagt er und verweist auf das offene Team Lotte, in das sich auch jetzt auf den letzten Drücker noch unter www.stadtradeln.de/lotte/ Einzelteilnehmer einklinken können.

Vorbereitung auf „Trans-Germany-Tour“

Marita Ritter hat es nicht bereut, dass sie sich vom Lotter Klimaschutzmanager überreden ließ, diesmal als „ Stadtradeln-Star“ unter verschärften Bedingungen an der Aktion teilzunehmen und während der gesamten Zeit komplett aufs Auto zu verzichten. „Das war eine gute Vorbereitung auf das, was wir jetzt vorhaben“, sagt sie und zeigt ihr schon großenteils bepacktes Mountainbike. Mit dem geht es nämlich am Samstag mit dem Zug nach Basel, von wo aus sie und ihr Mann dann am Sonntag zur Trans-Germany-Urlaubstour aufbrechen: Auf ihren Mountainbikes radeln die Ritters von Basel zunächst nach Osten Richtung Tschechien und dann nach Norden bis nach Rügen. Übernachtet wird auf Campingplätzen.

Siebter Platz in bundesweiter Star-Kategorie

Wegen der Vorbereitungen zu dieser Tour – bis dahin will Marita Ritter noch möglichst viele Stadtradeln-Kilometer für ihr Bürger-Radwegteam sammeln und der Samstag fällt ja weg – fand das Abschlussgespräch bei ihr schon am Donnerstag statt. Aufs Auto zu verzichten sei ihr auch an den Tagen mit Regen und Wind überhaupt nicht schwer gefallen, weil sie ohnehin im Alltag viel mit dem Rad fährt. Sie räumt aber auch ein, dass es schon rein zeitlich nicht so einfach war, fast jeden Tag 100 oder mehr Kilometer zusammenzubekommen. Am Mittwoch hatte die Halenerin bereits die 2000-Kilometer-Marke geknackt. Damit liegt sie in der bundesweiten Tabelle aller Stadtradeln-Stars momentan an siebter Stelle und an erster bei den Frauen.

Dieses Jahr keine Abschlussfahrt

Das gehe natürlich nur, wenn man nicht täglich acht oder mehr Stunden auf der Arbeit verbringen müsse und so geübt wie Marita Ritter sei, zerstreut Marc-Philipp Nikolay etwaige Bedenken künftiger Stadtradeln-Teilnehmer, die ja nicht in dieser Kategorie starten müssen. „Es geht um jeden Kilometer, der von allen gemeinsam auf dem Rad statt mit dem Auto zurückgelegt wird und so zum Klimaschutz beiträgt“, betont er. Leider könne in diesem Jahr in Lotte keine Abschlussfahrt stattfinden, weil der ADFC wegen einer eigenen Veranstaltung keine Zeit für die Verkehrssicherung habe, die für eine solche große Gruppentour nötig sei.

Erholung auf dem Rad statt auf dem Sofa

Der diesjährige Stadtradeln-Star will im nächsten Jahr wieder als einfache Teilnehmerin an den Start gehen und gibt zu, dass die Verpflichtung, über ihre Aktivitäten laufend in einem Blog zu berichten, ihren Ehrgeiz angestachelt hat: „Ich wollte möglichst viele Kilometer schaffen und habe mich selbst unter Druck gesetzt“, sagt sie und erzählt, dass sie befürchtet habe, gar nicht mehr abschalten und sich erholen zu können. Aber das Gegenteil sei der Fall gewesen: „Wenn ich zwischendurch locker mit dem Rennrad fahre, ist das viel mehr Erholung für mich als wenn ich mich aufs Sofa setze.“ Die weiteste Tour führte laut ihrem Blog-Eintrag vom 23. Juni mit dem Velomobil zu den Schwiegereltern nach Seelze – morgens 135 Kilometer in 4 Stunden und 40 Minuten hin und nachmittags und abends das Gleiche retour, also 270 Kilometer an einem Tag.

Einladung auf einen Bauernhof

Eine Panne hat die Halenerin, die seit über 30 Jahren unfallfrei Rad fährt und Flickzeug und Luftpumpe immer dabei hat, in den drei Aktionswochen nicht gehabt, wohl aber nette Begegnungen. Auf der Tour nach Bünde sei ihr auf der Hin und Rückfahrt derselbe Radfahrer mit urigem Filzhut, kurzen Hosen und Eimer am Lenkrad begegnet. Beim dritten Mal müsse sie ihn zum Kaffee auf seinem Hof besuchen, habe er gesagt.

Als schönstes Erlebnis bezeichnet Marita Ritter, dass sie sich in der Nähe des Dümmer Sees in den Pulk der Grimme-Benefizbiker einreihen konnte, mit denen ihr Mann aus Dänemark wiederkam. Die Halenerin war ihm entgegengeradelt ohne genau zu wissen, wo sie ihn treffen wird. Es hat geklappt und sie konnte sich den 35 Radlern anschließen, die für eine gute Sache, nämlich für die Kinderkrebshilfe in Vechta, in die Pedale traten.

Gespartes Spritgeld wird gespendet

Auch der Stadtradeln-Star will nicht nur dem Klima, sondern auch Kindern etwas Gutes tun: „Mein gespartes Spritgeld werde ich für ,Kinder in Not‘ und ,Sportler 4 a children‘s world‘ spenden“, kündigt Marita Ritter an.


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