Ikek-Umfrage beim Career-Day Lotter Jugendliche wollen einen Skatepark und ihre Ruhe

Von Andreas Wenk

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Freuen sich über das Interesse der Jugendlichen am Ikek-Prozess und den Willen, ihre Gemeinde mitzugestalten (von links): Jugendpflegerin Bianca Feist und Margarete Lersch vom Bauamt der Gemeinde Lotte. Foto: Andreas WenkFreuen sich über das Interesse der Jugendlichen am Ikek-Prozess und den Willen, ihre Gemeinde mitzugestalten (von links): Jugendpflegerin Bianca Feist und Margarete Lersch vom Bauamt der Gemeinde Lotte. Foto: Andreas Wenk

awen Lotte. „Ganz tolle Ideen sind da zusammengekommen“, fasste Margarete Lersch die Umfrage unter Jugendlichen am Rande des Career Day zusammen. Ziel war es, Schülerinnen und Schüler in das Projekt „Integriertes Kommunales Entwicklungskonzept“ (Ikek) einzubinden. Jetzt werden die Ideen ausgewertet.

Lersch, die im Bauamt der Gemeinde arbeitet, hatte sich bereits beim ersten Ikek-Forum darum gesorgt, wie man mit den Jugendlichen ins Gespräch kommen könnte, um deren Vorstellungen in den Ikek-Prozess einzubinden. Dabei entstand die Idee, die Besucher der Ausbildungsmesse anzusprechen.

Unerwartete Resonanz

„Eine solche Resonanz hatte ich nicht erwartet“, sagt auch Joana Watermeyer, die im Rathaus für Wirtschaftsförderung zuständig ist und dort auch das Ikek-Projekt koordiniert. Sie hat jetzt 97 Fragebögen auszuwerten. Die Ergebnisse werden in diesen Tagen aufbereitet und an die Münsteraner Agentur Planinvent, die den Ikek-Prozess in Lotte begleitet, weitergeleitet. Der fällt dann die Aufgabe zu, die Vorschläge in das Gesamtkonzept einzuarbeiten, das am 24. September vorgestellt wird.

Freizeit und Mobilität

1986 verlangte Herbert Grönemeyer: „Kinder an die Macht“ und lehrte damit die etablierte Politik das Fürchten. Die Umfrage lässt jedoch erkennen, dass Jugendliche ihre Umgebung sehr differenziert betrachten und die bestehenden Möglichkeiten durchaus realistisch einschätzen, so Lersch. Sicherlich gibt es auch Vorschläge, auf die die Verwaltung kaum Einfluss hat, wie zum Beispiel bestimmte Fast-Food-Ketten in Lotte anzusiedeln. Andere Ideen hingegen ließen sich sogar mit geringen Mitteln umsetzen, erklärt Lersch. Als Beispiel nennt sie den Wunsch nach Basketballkörben oder Klettergerüsten auf Spielplätzen, die auch sportlich ambitionierten Jugendlichen genügen.

„Ein großer Themenbereich für Jugendliche ist die Freizeitgestaltung“, bestätigt Joana Watermeyer. Aufenthaltsplätze, Skaterpark, Mountainbikestrecken, Graffiti-Wände und Wasserspiele seien vielfach genannte Punkte. „Insgesamt liegen die Vorstellungen von Jugendlichen und Erwachsenen gar nicht so weit auseinander“, sagt Watermeyer nach Durchsicht der eingereichten Vorschläge. Zum Teil seien sie sogar deckungsgleich, etwa beim großen Thema öffentlicher Nahverkehr. Die Verbindungen zwischen den Ortsteilen und nach Osnabrück würden vielfach als unzureichend empfunden. Hoch im Kurs stehen aber auch Weiterbildung und Kultur. Die Karten an der Ikek-Pinnwand zeugten von dem Wunsch nach einer Lernwiese und nach Fremdsprachenkursen.

„Das war voll gut“, bilanziert auch Jugendpflegerin Bianca Feist die Aktion auf der Ausbildungsmesse und zeigt sich hocherfreut. Viele Jugendliche hätten sich nicht lange bitten lassen, sondern seien geradewegs auf sie zugekommen und wollten beim Ikek mitmachen.

Überraschende Rückmeldung

„Eines hatte uns dann aber doch sehr überrascht“, sagt Joana Watermeyer. „Auf die Frage, was ihnen an Lotte und an ihren Ortsteilen gefällt, hatten viele Jugendliche dieselbe Antwort: die Ruhe.“


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