„Ohne Förderung nicht möglich“ Fahrradwerkstatt wichtigstes Projekt in Lotte

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•Gemeinsam macht es mehr Spaß: Schülerin Amelie Schnarre (von links), Günter Sturm, Mustafa Alblahawi und Heinz-Hermann Schwermann bei der Arbeit in der Fahrradwerkstatt am Wersener Teichweg. Foto: Ulrike Havermeyer•Gemeinsam macht es mehr Spaß: Schülerin Amelie Schnarre (von links), Günter Sturm, Mustafa Alblahawi und Heinz-Hermann Schwermann bei der Arbeit in der Fahrradwerkstatt am Wersener Teichweg. Foto: Ulrike Havermeyer

Lotte. Seit Juni 2016 gibt es das Kommunale Integrationszentrum (KI) des Kreises Steinfurt, eines von insgesamt 51 in NRW. Sie sind vom Land damit beauftragt, Integrationsangebote vor Ort zu koordinieren, zu unterstützen und Strategien zu entwickeln, wie Bildungs- und Teilhabechancen von Migranten erhöht werden können. Wie profitiert die Flüchtlingshilfe in Lotte davon?

Zu den Angeboten der KI Steinfurt gehören neben regelmäßigen Treffen für haupt-und ehrenamtliche Integrationshelfer ein Sprachmittlerpool und die kostenlose Schulung von pädagogischen Kräften in Kitas und Ganztagsschulen sowie Schulungen und Supervision zum Thema Traumatisierung für Mitarbeiter in psychosozialen Berufen. Die Forschung geht davon aus, dass mehr als die Hälfte der Zuwanderer aus Krisenregionen traumatische Erfahrungen im Heimatland oder auf der Flucht machen musste. Die fünfte Supervisionsgruppe für alle, die mit traumatisierten Geflüchteten arbeitem, geht im Juli an den Start.

Finanzielle Förderung

„Das finde ich toll“, sagt Lottes Ordnungs- und Sozialamtsleiterin Esther Kleina-Metelerkamp zu der Unterstützung durch den Kreis. Die KI biete zahlreiche Veranstaltungen für ehrenamtliche Flüchtlingshelfer an und „tolle finanzielle Förderungen“. Was genau in Lotte gefördert werde, darüber könne der hauptamtliche Flüchtlingsbetreuer Frank Negraßus aber besser Auskunft geben.

Der hat gerade erst an einem KI-Treffen zum Thema Integrationslotsen in Kindergärten teilgenommen. Da sich die Flüchtlingskinder in Lotte aber gut auf die acht Kita-Einrichtungen verteilten, gebe es von den pädagogischen Kräften dort noch keine Nachfrage nach den KI-Schulungen, sagt Negraßus.

Ein Zentrum fürs gesamte Münsterland

Psychosoziale Beratung und Betreuung bekommen Flüchtlinge nicht direkt vor Ort. Wo, das weiß auch Lottes hauptamtlicher Betreuer nicht so genau. Supervisionsgruppen des KI gibt es derzeit Rheine, Emsdetten, Lengerich und Steinfurt. Nach Auskunft des KI gibt es in Münster sowie jenseits der Landesgrenze in Osnabrück ein psychosoziales Zentrum (PSZ) speziell für Geflüchtete. Ansonsten seien niedergelassene Psychotherapeuten Ansprechpartner.

Bei Übersetzungen Selbstversorger

Für den Sprachmittlerpool könne sich jeder melden, der außer der Muttersprache die deutsche Sprache spricht, um beim Übersetzen zu helfen, erklärt Frank Negraßus. Die bekämen dann vom KI ein Taschengeld dafür. Haben denn Lotter Flüchtlinge und ihre Unterstützer denn schon darauf zurückgegriffen? Bisher nicht, räumen Kleina-Metelerkamp und Negraßus ein: „Wir sind Selbstversorger“, sagt Negraßus und verweist auf Schützlinge, die mehrere Sprachen sprechen.

Auch Esther Kleina-Metelerkamp hat in der Gemeindeverwaltung die Erfahrung gemacht, dass meistens ein Freund oder Bekannter mitgebracht wird, der bei der Verständigung hilft. Sie erklärt auch, dass der Dolmetscherbedarf beim KI angemeldet werden muss. Aktuell habe sie da eine Familie im Auge, für die sie eventuell Übersetzungshilfe über den Sprachmittlerpool beantragen wolle.

Kompetenter Ansprechpartner

Dankbar ist Flüchtlingsbetreuer Frank Negraßus dafür, beim KI stets ein offener Ohr für seine Anliegen und Förderung für Projekte zur Integration zu bekommen: „Das KI ist ein kompetenter Ansprechpartner und für die Vernetzung der Gemeinden untereinander sehr wichtig“, erläutert er und betont: „Dankbar sind wir auch für die Förderung, die uns viele Projekte erst ermöglicht.“

Unterstützung für Gruppen

So habe das Kommunale Integrationszentrum des Kreises 2016 mit einem einmaligen Betrag das Sommerfest gefördert. Darauf hofft der Lotter Flüchtlingshilfevererein auch in diesem Jahr, wo für den 22. oder 23. September wieder so ein Begegnungsfest mit Live-Musik und Programm geplant ist. Im vergangenen Jahr habe das KI die Kochgruppe gefördert, in diesem Jahr werden die „Ein-Abend-in-Lotte“-Gruppe und die Mutter-Kind-Bastelgruppe, die sich jeden Monat im Wersener Jugendtreff „Sit In“ unter der Leitung vom Michaela Birngruber zusammenfindet, unterstützt.

Am allerwichtigsten aber sei die Förderung der Fahrradwerkstatt mit einem festen monatlichen Betrag, in der sich vier bis fünf Ehrenamtliche engagieren. Der Förderbetrag sei „wirklich notwendig, um die Werkstatt am Laufen und die Preise niedrig zu halten“,betont Negraßus und unterstreicht: „Das ist nach wie vor der wichtigste Treffpunkt!“


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