Keine Chance für Büchermuffel Sechster Sommerleseclub in Lotte und Westerkappeln

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„Frisch eingetroffen. Greif zu!“, preist Astrid Hübner die neuen Bücher für den Sommerleseclub an. Beate Diesel (links) und Margaretha Deimann (daneben) freuen sich mit den Schülern über das Lesefutter. Foto: Ursula Holtgrewe„Frisch eingetroffen. Greif zu!“, preist Astrid Hübner die neuen Bücher für den Sommerleseclub an. Beate Diesel (links) und Margaretha Deimann (daneben) freuen sich mit den Schülern über das Lesefutter. Foto: Ursula Holtgrewe

Lotte. Eine schwere Kiste voll mit neuen Büchern steht in der Bücherei der Gesamtschule (GS) Lotte-Westerkappeln. Die Schüler stehen davor, um ein neues Lesewerk zu ergattern. Sie wissen: Der sechste Sommerleseclub (SLC) beginnt am Montag, 25. Juni.

Rückblickend ist es eine buchstabenreiche Erfolgsgeschichte, die Beate Diesel, Leiterin der Lotter Gemeindebüchereien, vor fünf Jahren ins Leben rief. Sie beteiligte sich am Projekt des Kultursekretariats NRW in Gütersloh, das auch vom Kultur- und Wissenschaftsministerium NRW gefördert wird, und holte die Wersener Schulbücherei mit ins Bücherboot.

Westerkappeln zum zweiten Mal dabei

Zum zweiten Mal gibt es den SLC auch in der Westerkappelner Gemeindebücherei. „Ich finde die Aktion ganz toll und bin gern wieder dabei“, freut sich Büchereileiterin Margaretha Deimann bereits auf ganz junge und ältere Bücherwürmer, die sich dem Club anschließen möchten.

Die Anmeldekarten werden in den Klassen verteilt und liegen in beiden Gemeindebücherei-Filialen sowie der Gesamtschule in Wersen und Westerkappeln aus. „Man merkt deutlich, wie die Lehrer die Idee weitergeben. Bei den Jüngeren liegen die Zettel im Aufgabenheft, so dass die Eltern von der Aktion wissen. Diese Kinder kommen dann vermehrt in die Büchereien“, berichtet Beate Diesel.

Juniorleseclub für jüngere Schüler

Es gibt daher auch den Juniorleseclub für Schmökerfans der Klassen eins bis drei. Für diese Altersstufe sind die Sticker, die sie aufkleben können, ein beliebter Anreiz ein Buch mehr zu lesen.

Der Sommerleseclub richtet sich an lesebegeisterten Nachwuchs der Klassen vier bis zehn. Bei der Anmeldung erhält jeder eine Clubkarte und ein Leselogbuch. Die Clubkarte berechtigt zum kostenfreien Ausleihen in den Büchereien. Im Logbuch zeigen Stempel an, wie viele Bücher gelesen wurden. Darin können die Schüler die Bücher auch bewerten. Die Logbücher können bis Freitag, 14. September abgegeben werden. Eine Woche später, am 21. September, steigt um 15 Uhr eine große Abschlussfeier in der Gesamtschule Lotte-Westerkappeln in Wersen mit Tombola und attraktiven Preisen, Urkundenverleihung, Trostpreisen sowie Würstchen und Getränken.

Sommerleseclub für ältere Schüler

Schüler der 5. und 6. Klassen können in Wersen Lesefutter ausleihen, Schüler der 7. und 8. Klassen haben die Wahl in Westerkappeln. „Ich finde es total klasse, dass es den Leseclub zum sechsten Mal gibt“, freut sich Deutschlehrerin Astrid Hübner. Sie räumt ein, dass man die Schüler durchaus ansprechen müsse, damit sie ein Buch ausleihen. „Häufig kommen sie dann gern wieder“, resümiert sie.

Gefragt ist die „Tom Gates“-Serie, eine Art Comik mit Texten im Buchstabenmix für Jungen und Mädchen. Auch die Reihe „Endlich beliebt“ von Amy Ignatow gefällt Mädchen besonders gut. Mit dem Büchereiteam hat Astrid Hübner auch Buchvorschläge zusammengetragen. Zu denen zählt auch die seit Jahren beliebte „Gregs Tagebuch“-Serie von Jeff Kinney, die es mittlerweile sogar auf Latein und Kölsch gibt.

Büchereifans in Wersen

An der GS gehören unter anderen Julia, Lisa und Nils zu den Büchereifans. „Ich lese gern, weil es Spaß macht und mich manchmal auch beruhigt“, sagt Julia, die Abenteuer sehr gern liest. Ein spannendes Buch könne sie nur schwer weglegen, ein langweiliges lese sie dennoch. „Es könnte ja noch spannend werden“, meint sie verschmitzt.

Lisa mag Fantasie-Storys und schätzt es, beim Lesen ihre Fantasie einzubringen: „Weil ich mir selbst vorstellen kann, wie Hauptfiguren und Umgebung in der Geschichte aussehen. Manchmal meint man, Figuren in der Geschichte zu kennen.“

Für Nils ist es eine Einschlafhilfe, ein Buch vor die Nase zu nehmen. „Ich mag Detektiv- und Gruselgeschichten und Krimis“, betont er. Und dass er dann gut schlafen kann ohne vom Gelesenen zu träumen.

400 Euro vom Kultursekretariat NRW

Passende Bücher gibt es unter den mehr als 2000 Werken der Schulbücherei eine Menge. Darum kümmern sich Astrid Hübner und mehrere Unterstützer aus dem Kollegium seit rund 18 Jahren. Neuausgaben von Lesewerken erhielt sie nun von Beate Diesel. „Das Kultursekretariat spendierte auch in diesem Jahr 400 Euro für die Lotter Gemeindebüchereien. Den Betrag teile ich mit der GS-Bibliothek. Dafür haben sich die Kinder Bücher gewünscht“, erklärt Beate Diesel.

Kuriose Titel als Leseanreiz

Einige handeln in Schulen und haben Titel, an denen man nicht vorbeilesen kann: „Als meine Unterhose vom Himmel fiel“ (Jana Scheerer) und „Scheiße bauen: sehr gut“ (Tobias Steinfeld). Wer da nur drei Bücher liest, ist fast schon ein Lesemuffel.


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