Firmen machen sich interessant In Lotte auf der Suche nach Fachkräften

Von Andreas Wenk

Meine Nachrichten

Um das Thema Lotte Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.


awen Lotte. Die Saison der Sportfreunde Lotte ist vorbei, dennoch herrschte am Mittwoch viel Trubel im Frimo-Stadion in Lotte. Mehr als 500 Schülerinnen und Schüler der weiterführenden Schulen aus Lotte und Westerkappeln tummelten sich beim dritten Career-Day der beiden Kommunen an den Ständen von 48 Ausbildungsbetrieben.

Elia Hecht (15) erscheint das Angebot von Echterhoff auf der Ausbildungsmesse im Stadion attraktiv zu sein. Noch geht er zur Gemeinschaftshauptschule Wersen, aber danach hat er Interesse, Kanal-, Betonbauer oder Maschinenführer zu werden. Für Axel Geselbracht von der Bau-Unternehmensgruppe Echterhoff passt das. Er sucht „fahrendes Volk“, wie er es nennt. Vier bis fünf Tage am Stück auf der Baustelle in Hamburg oder Gelsenkirchen und dann erst wieder nach Hause. Nicht ganz einfach zu einer Zeit, da sich die Jugendlichen fast aussuchen können, in welche Richtung sie gehen wollen. „Für viele ist der Wechsel vom Hotel Mama in einen Wohncontainer ein Kulturschock“, so Geselbrecht. Um Interesse zu wecken, hat er an seinem Stand einen 16-Tonnen-Bagger als Eyecatcher vor die Bildwände gestellt, auf denen Schülerinnen und Schüler sehen könne, welche Perspektiven sein Unternehmen bietet.

Unternehmen machen sich für Jugendliche „hübsch“

Das Frimo-Stadion kennt in Lotte jeder, aber welche Chancen das Unternehmen Frimo jungen Leuten bietet, da muss Ausbildungsleiter Martin Grave etwas ausholen. Aber wenn er davon spricht, dass Frimo für Lamborghini und andere namhafte Autohersteller tätig ist und Bewerber später womöglich im Ausland eingesetzt werden, hängen die Jugendlichen an seinen Lippen.

Ob Krankenkassen, Stadt und Servicebetriebe Osnabrück, Landmaschinenhersteller wie Krone und Amazone oder Polizei und Bundeswehr – die Jugendlichen treffen in den Hallen und auf dem Außengelände des Sportvereins auf ein breites Angebot und lassen sich durchaus inspirieren. Maxima Kemme und Meilyn Neuwirth sind beide 14 Jahre alt und machen zurzeit ein Praktikum im therapeutischen Bereich. Doch angesprochen von Vivien Nieporte, selbst eine Auszubildende im ersten Lehrjahr als Verwaltungsfachangestellte, können sie sich auch eine Karriere bei der Stadt Osnabrück vorstellen. „Scheint interessant“, so ihr Urteil. Mit Nieporte sind sie auf eine exzellente Botschafterin der Verwaltung gestoßen. „Ich bin sehr zufrieden und es macht Spaß“, berichtet sie und wirkt dabei authentisch. Derzeit ist es ihre Aufgabe, Büromaterial zu beschaffen. Davor war sie im Bereich Kinder und Familie tätig.

Die meisten Aussteller scheinen zufrieden zu sein. So wie Simone Höflich-Remme von Bohnenkamp. Der Großhändler für große Spezialreifen ist in einer Nische zwischen Hallen und Freigelände untergebracht. Trotzdem stieß der Stand auf eine sehr gute Resonanz. Höflich-Remme rechnet mit bis zu 25 Bewerbungen. Gepunktet habe sie mit Angeboten wie Kantine, Hansefit und der Möglichkeit, später auch im Ausland zu arbeiten.

Fachkräfte dringend gesucht

Für Daniel Oberbeckmann (17) sind das keine Optionen. Er findet die Messe zwar informativ, hat sich aber bereits entschieden. Der Krüger-Schüler will nach der 11. Klasse in die Öko-Landwirtschaft wechseln. Mobilität ist für ihn kein Problem. Er hat sich eine Lehrstelle im baden-württembergischen Sigmaringen aus dem Internet gesucht. Schulkollege Oleksic Babiichuk (19) zieht es dagegen in den kaufmännischen Bereich. Der Landmaschinenhersteller Amazone hat ihm gefallen. Für Vodzip Spiering, den Dritten in der Runde scheint Krone der Favorit zu sein. „Definitiv“ sagte er, werde er sich dort bewerben.

Viele Unternehmen buhlen heute um den Nachwuchs. Der Claim einer Imagekampagne der Sportfreunde Lotte „Wir brauchen dich“ prangt am Kopfende einer der Ausstellungshallen. Er wirkt wie für die Ausbildungsmesse gemacht.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN