Mobilität ein Schwerpunktthema Ikek in Lotte: Schlussspurt vor der Sommerpause

Von Andreas Wenk

Frank Böckling steht Rede und Antwort. Im Golfclub Dütetal präsentierte er die bislang vorliegenden Projektprofile. Foto: Andreas WenkFrank Böckling steht Rede und Antwort. Im Golfclub Dütetal präsentierte er die bislang vorliegenden Projektprofile. Foto: Andreas Wenk

awen Lotte. Das Ikek nimmt langsam Form und Gestalt an. Bürger aller Ortsteile der Gemeinde Lotte haben mehr als 70 Projekte vorgeschlagen. Um dem Namen „Integriertes kommunales Entwicklungskonzept“ gerecht zu werden, müssen die Ideen aufbereitet, gebündelt und zu einem Strategiepapier zusammengefasst werden. Das ist Aufgabe der begleitenden Agentur Planinvent.

Deren Geschäftsführer Frank Böckling stellte am Montag im Golfclub Dütetal die bislang vorliegenden Projekte vor und erläuterte das weitere Vorgehen. Dazu hatte die Agentur die Projektprofile an Stellwänden ausgehängt. Zuletzt war insbesondere über die Einbindung von Jugendlichen in den Prozess diskutiert worden. Nun soll die Ausbildungsmesse „Career Day“ der Gemeinden Lotte und Westerkappeln am 20. Juni im Frimo-Stadion genutzt werden, um Meinungen, Stimmungen und Vorschläge von Jugendlichen einzusammeln. Ulla Tschauder vom Jugendtreff Bansen gab vorab bereits ein paar Eindrücke aus Gesprächen mit der jungen Generation wieder: „Eine Eisdiele in Alt-Lotte oder ein guter Supermarkt werden durchaus als Pluspunkte registriert“, so Tschauder. Zu erwarten sei auch, dass sich Kinder und Jugendliche ein breiteres Shopping-Angebot oder eine interessantere Ausstattung der Spielplätze wünschten. Dem Vorschlag, nach einer Aktion mit Stromkästen möglicherweise auch Bushaltestellen mit kunstvollen Graffitis zu verschönern, steht sie grundsätzlich offen, aber angesichts des Aufwands auch skeptisch gegenüber.

Mobilität wird immer wichtiger

Oilver Bruns brachte die Stimmungslage dazu schließlich auf den Punkt: „Wichtiger ist die Verkehrsanbindung. Was nützt uns das schönste Häuschen, wenn ich da nicht hinkomme.“ Damit traf er auch den Nerv von Friedel Glüder. Wie sie am Rande des Forums erklärte, erhofft sie sich vor allem für Senioren, Kinder und Flüchtlinge mehr Mobilität zwischen den Ortsteilen. Gespannt blickt sie deshalb auf das Projekt Bürgerbus in Kooperation mit Wallenhorst. Doch dafür liegt derzeit noch kein Projektprofil vor.

Projekt ein Gewinn – auch ohne Rendite

Eine kurze Diskussion entbrannte auch beim Thema Kombination von Schallschutz mit Solarpanelen, das Bruno Diesel im vorangegangenen Forum spontan präsentiert und dafür viel Zustimmung geerntet hatte. Diesel legte nun Zahlen aus Saerbeck vor, die für eine Genossenschaft rund 3,7 Prozent Rendite in Aussicht stellten. Angesichts veränderter Förderbedingungen warnte Hermann Brandebusemeyer vor überzogenen Erwartungen, aber Lärmschutz und nachhaltige Energiegewinnung allein seien auch bei null Prozent Rendite bereits ein Gewinn. Ulrich Harhues von der Bürgerstiftung kündigte für den 26. September eine Exkursion nach Saerbeck an. Daran könne jedermann teilnehmen, um sich vor Ort ein Bild davon machen zu können.

Strukturiert weiterplanen

Eigentlich stand das Forum-III am Montag unter der Überschrift Verstetigung. Doch konkrete Schritte waren kaum auszumachen. Immerhin bot Böcklings Präsentation einen strukturierten Überblick der bislang vorgetragenen Ideen. Die werden jetzt priorisiert, zum Beispiel nach Kriterien wie ortsteilübergreifend, gesamtstrategisch bedeutsam oder schnell realisierbar. Außerdem müssten der Gemeinderat und die Bezirksregierung das Ikek als Gesamtprojekt noch einmal bestätigen. Böckling hofft darauf, dass nun bald die Förderrichtlinien der neuen Landesregierung auf dem Tisch liegen, um mehr Sicherheit in Finanzierungsfragen zu gewinnen.

Ehrenamtliche nicht überfordern

Bereits jetzt riet er den Bürgern, eine Koordinierungsgruppe ins Leben zu rufen und präsentierte Beispiele aus anderen Kommunen, in denen das gut funktioniert habe. Dabei hob er die Bedeutung der Öffentlichkeitsarbeit hervor und wie wichtig es sei, immer wieder auf die Rolle des Ikek zu verweisen. Internetauftritte und professionelle Außendarstellung, das, so Friedel Glüder, sei ihr persönlich zu viel Aufwand. Aber unabhängig davon habe sie mit ihren fünf Ehrenämtern genug zu tun und werde nicht auch noch einer „Koordinierungsgruppe“ beitreten. Zu Wahlen oder zumindest personellen Vorschläge in diese Richtung kam es am Montag noch nicht.

Böckling rief aber dazu auf, neue Vorschläge oder Projektprofile, soweit noch nicht geschehen, bis zum 9. Juli einzureichen, damit sie noch in der ersten Runde mit aufgenommen werden können. Im Anschluss würden die Ikek-Ergebnisse aufbereitet und am 24. September vorgestellt. Dazu werde dann auch die Bezirksregierung eingeladen.