Diskussion um Sporthallenbedarf Dreifeldhalle in Lotte und Zweifeldhalle in Wersen

Von Angelika Hitzke

Die bestehende Wersener Sporthalle mit der Zuschauertribüne. Archivfoto: Jannik ZeiserDie bestehende Wersener Sporthalle mit der Zuschauertribüne. Archivfoto: Jannik Zeiser

Lotte. Für Diskussionen im Ausschuss für Schule, Sport, Soziales und Kultur (ASSK) sorgte die Beschlussvorlage zum Sporthallenbedarf in Lotte. Einstimmig sprach sich das Gremium hingegen dafür aus, auf den Einbau mobiler Trennwände im Foyer der Grundschule Lotte zunächst zu verzichten und auch die Erweiterung der Mensa dort zurückzustellen, weil die Verwaltung auf Wunsch der Schule mit einer Betrachtung der gesamten Raumsituation beauftragt wird.

Denn, wie die kommissarische Leiterin Magdalena Dassau berichtete, vordringliches Problem seien inzwischen die zu kleinen Klassenzimmer.

Schulen brauchen mehr Hallenstunden´

Wegen der Weiterentwicklung der ganzheitlichen Planungen zum Sportzentrum Lotte und der absehbar steigenden Bedarfe der Schulen an Hallenstunden haben sich die Vorgaben für die Sporthallenbedarfsplanung verändert, erläuterte Hauptamtsleiterin Petra Tepe. In die Haushaltsplanung 2018 wurden den Beschlüssen aus dem Jahr 2017 entsprechend die Sanierung der Sporthalle in Lotte, die Sanierung der und Erweiterung um eine Einfeldhalle der Sporthalle in Wersen und die Sanierung der Turnhalle in Halen aufgenommen.

Im Juli sollen Weichen gestellt werden

Um das Sportzentrumin Lotte zu stärken und den Schulsportbedarf sowie die bisher über die Sporthalle in Wersen kompensierten Fehlbedarfe zu decken, sollen in der Juli-Sitzung des Bau- und Planungsausschusses die Weichen für den Neubau einer wettkampffähigen Dreifeldhalle anstelle der Bestandssanierung gestellt werden. In Wersen, so die Sachdarstellung zur Beschlussvorlage, habe sich im Gespräch mit den Leitungen der Gesamtschule, der Grundschule und der Krüger-Schulen die Erkenntnis ergeben, dass mit einer Einfeldhalle nicht einmal der Bedarf der Schulen, geschweige denn der Sportvereine und des Offenen Ganztags abgedeckt werden kann.

Positives Signal für Neubau

Laut Beschlussvorlage sollte der ASSK deshalb ein positives Signal für den Neubau einer Dreifeldhalle in Alt-Lotte geben und sich für die Sanierung der bestehenden Sporthalle in Wersen – unter der Voraussetzung, dass diese wettkampftauglich ist – und den Anbau einer teilbaren Zweifeldhalle auch zur Förderung des Vereins- und Breitensports aussprechen. Die Prüfung, ob anstelle der Zweifachhalle eventuell sogar eine Dreifachhalle erforderlich ist und ob die vorhandene Tribüne so umgebaut werden sollte, dass sie einfahrbar ist, wurde im Vorfeld der Abstimmung gestrichen.

Höhenunterschied gut nutzbar

Architekt Edmund Flatau erläuterte, dass die Erweiterung der Sporthalle in Richtung Westen trotz des topografischen Höhenunterschiedes von bis zu fünf Metern problemlos möglich sei. Für die Anbindung an den höher gelegenen Sportplatz und die unterschiedlichen Zu- und Abgänge lasse sich der Geländeanstieg sogar gut nutzen.

Mit Tanz- und Bewegungsraum

Auch der Bebauungsplan lasse sowohl Zweifeld- als auch Dreifeldhalle plus Erweiterung des Sportplatzes zu. Er skizzierte beide Alternativen als sinnvolle Ergänzung der zu sanierenden vorhandenen Halle, wies aber auch darauf hin, dass ein Umbau der Tribüne zum einfahrbaren Schubladensystem rund 100000 Euro Mehrkosten bedeuten würde. Ganz grob über den Daumen gepeilt lägen die Kosten für die Version mit Zweifeldhalle bei vier Millionen, mit Dreifeldhalle bei fünf Millionen Euro. In beiden Versionen wäre im Obergeschoss der geforderte Tanz- und Bewegungsraum enthalten. Aus Sicht der Schulen, so bestätigte auch der stellvertretende Leiter der Gesamtschule, Stefan Ferlemann, decke eine Zweifachhalle die Bedarfe ab.

Multifunktionsraum soll geprüft werden

Thomas Giebel (SPD) und Friedhelm Lange (CDU) schlossen sich dieser Beurteilung an. Lange regte an zu prüfen, ob eine multifunktionale Nutzung als Dorfgemeinschaftshaus zu integrieren wäre und mahnte: „Wir dürfen Halen nicht vergessen.“ Außerdem schlug er einen Kreativwettbewerb für die Planung und „ein Investitionskostencontrolling von Anfang an“ vor. Auch Friedhelm Pösse (FDP) sprach sich klipp und klar für die Dreifeldhalle in Alt-Lotte und die Zweifeldhalle in Wersen aus.

Grüne fordern Bedarfsermittlung

Widerspruch kam von Grünen-Fraktionschef Dieter Hörnschemeyer: Angesichts der „stattlichen Summe“ für Alt-Lotte beantragte er, die Bedarfe in Lotte sowie in Büren und Halen zu ermitteln. Darauf zu verzichten finde er „fahrlässig“.

„Ich habe den Eindruck, wir machen einen Salto Mortale rückwärts“, sagte Giebel dazu und Pösse platzte der Kragen: „Wir diskutieren das jetzt seit fünf Jahren. Ich lehne eine erneute Bedarfsprüfung ab. Dreifachhalle Lotte, Zweifachhalle Wersen und Sanierung in Halen – das muss jetzt kommen!“

Zwei Stimmen gegen Neubau in Lotte

Nach einer Sitzungsunterbrechung zur Beratung in den Fraktionen stimmten lediglich die beiden Grünen-Vertreter gegen die Dreifeldhalle in Lotte. ahi