Halenerin als Stadtradeln-Star Aktion fürs Radfahren in Lotte startet am 10. Juni

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Lotte. Die Gemeinde Lotte, die 2017 zum ersten Mal an der bundesweiten Klimabündnis-Kampagne Stadtradeln teilnahm, ist auch 2018 wieder dabei. Und es gibt wieder meine Premiere: Mit Marita Ritter aus Halen hat sich dieses Jahr erstmals eine Lotter Teilnehmerin für die Kategorie „Stadtradeln-Star“ gefunden.

784 Kommunen machen diesmal mit. Sie konnten sich ihren 21-tägigen Aktionszeitraum im Rahmen des Kampagnen-Zeitfensters von Mai bis 30. September selbst wählen. Während der Aktion können sich Mitglieder der Kommunalparlamente, hier also des Lotter Gemeinderates, Teams und Gruppen sowie alle Einzelpersonen, die in Lotte wohnen, arbeiten, einem Verein angehören oder zur Schule gehen, am Stadtradeln beteiligen und möglichst viele Fahrradkilometer sammeln. Anmelden können sie sich im Internet auf stadtradeln.de/lotte.

21 Tage ohne Auto

Beim Stadtradeln geht es neben dem Spaß am und beim Fahrradfahren darum, möglichst viele Menschen für das Umsteigen auf das Fahrrad im Alltag zu gewinnen und dadurch einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Teilnehmer der Sonderkategorie „Stadtradeln-Star“ steigen als beispielhafte Vorbilder für die 21 Tage der Aktion komplett auf das Fahrrad um und verpflichten sich, zum Start ein Statement inklusive Bild abzugeben, das auf der Kampagnen-Unterseite der Kommune eingestellt wird, sowie mindestens am Ende einer jeden Woche persönlich über ihre Erfahrungen als AlltagsradlerIn im Stadtradeln-Blog zu berichten. Dadurch soll anderen gezeigt werden, dass und wie ein Leben ohne Auto möglich ist, und zur Reflexion des eigenen Mobilitätsverhaltens anregen.

10000 Fahrradkilometer im Jahr

„Marita Ritter hat letztes Jahr zu den Top-3 der Stadtradeln-Teilnehmer gehört“, erklärte Lottes Klimaschutzmanager Marc-Philipp Nikolay, warum er die Halenerin gefragt hat, ob sie dieses Jahr nicht so eine Vorbildfunktion übernehmen möchte. Sie wollte, denn die selbstständige Yogalehrerin ist sowieso privat wie beruflich viel mit dem Fahrrad unterwegs. In diesem Mai hat sie schon 1000 Kilometer im Sattel zurückgelegt, übers Jahr seien das wohl so 10000 Kilometer, schätzt die durchtrainierte Frau.

Mit dem Mountainbike von Basel nach Rügen

Sie habe zwar erst mit 32 Jahren angefangen, aber über 20 Jahre Triathlon gemacht, weshalb sie und ihr Mann „fahrradbegeistert“ seien: „Wir machen in unserer Freizeit auch Langstreckenfahrten“, erzählt sie und kündigt an, dass sie gleich nach dem Stadtradeln ab dem 1. Juli mit ihrem Mann im zweiwöchigen Urlaub mit dem Mountainbike von Basel nach Rügen fahren will. Auch die rund 150 Kilometer zu den Schwiegereltern in Seelze bei Hannover hätten sie und ihr Mann schon mit dem Fahrrad zurückgelegt: „Einen Tag hin, einen Tag zurück.“

Hundetransport mit Lasten-Pedelec

Im Alltag fährt sie meist mit dem Rennrad oder, wenn Hündin Funny nebenher läuft oder sie Yogamatten zu ihren Kursen zu transportieren hat, die sie unter anderem in Hollage und Westerkappeln gibt, mit dem Lasten-Pedelec. „Wenn sie denn mal müde wird, kann sie da rein“, sagt Marita Ritter über die zehnjährige Labrador-Dame. Die Halenerin, ihr Mann und der Hund sind also schon daran gewöhnt, aufs Auto zu verzichten. Das wird laut Ritter ohnehin nur für längere Strecken oder wenn die Zeit drängt genutzt. „Im Winter etwas mehr“, sagt sie, „aber da nehmen wir auch oft die geschlossenen Velos.“

Mit dem Rennrad von Neuss nach Halen

Bedenken, ausgerechnet als Stadtradeln-Star teilzunehmen, habe sie vor allem wegen des ersten Tages gehabt. Am 10. Juni müssen die Ritters nämlich zur Hochzeit der Tochter 200 Kilometer nach Korschenbroich bei Neuss fahren. „Wir fahren mit dem Auto hin, ich nehme das Rennrad mit, mache mir Licht und Gepäcktaschen daran und fahre damit zurück. Eventuell teile ich die Strecke auf zwei Tage auf“, will Marita Ritter das Problem lösen, zeitliche Vorgaben, das Hundetransportproblem und die Aktionsteilnahme unter einen Hut zu bringen. Ob das klappt, wird sie im Blog verraten und sicherlich auch mit Fotos belegen.

„Ich liebe die Natur und möchte etwas dafür tun. Seit ich Yoga mache, ist das auch eine Lebenseinstellung“, begründet sie ihre erneute Teilnahme und die Bereitschaft, diesmal noch intensiver in die Pedale zu treten, mehr Kilometer zu sammeln und anderen Mut zum Radeln zu machen.

Das Rad in den Alltag integrieren

„Es geht ums Prinzip, das Fahrrad in den Alltag zu integrieren“, wirbt sie für die Aktion Stadtradeln. Marc-Philipp Nikolay appelliert an alle, sich schon jetzt, am besten bis zum 10. Juni, anzumelden, und hofft auf eine rege Beteiligung. „Letztes Jahr waren es 89 Teilnehmer. Ich hoffe, dass wir dieses Jahr die 100er-Marke knacken.“ Auch bei Kilometerzahl und CO2-Ersparnis – 2017 waren das bei den Lotter Teilnehmern insgesamt 2433 Kilo CO2 – sei noch Luft nach oben: „Das ist noch ausbaufähig!“


Stadtradeln und Klimabündnis

Stadtradeln ist eine internationale Kampagne des Klima-Bündnissses und wird von den Partnern Ortlieb, Abus, Bosch, Stevens Bikes, Protective, Busch + Müller, Paul Lange & Co., My Bike, WSM sowie Schwalbe deutschlandweit unterstützt.

Der internationale Wettbewerb lädt alle Mitglieder der Kommunalparlamente ein, als Vorbild für den Klimaschutz in die Pedale zu treten und sich für eine verstärkte Radverkehrsförderung einzusetzen. Im Team mit BürgerInnen sollen sie möglichst viele Fahrradkilometer für ihre Kommune sammeln. Die Kampagne will BürgerInnen für das Radfahren im Alltag sensibilisieren sowie die Themen Fahrradnutzung und Radverkehrsplanung stärker in die kommunalen Parlamente einbringen. Seit 2017 können auch Städte, Gemeinden und Landkreise außerhalb Deutschlands die Kampagne an 21 zusammenhängenden Tagen zwischen Mai und September durchführen. Es gibt Auszeichnungen und hochwertige Preise zu gewinnen – vor allem aber eine lebenswerte Umwelt mit weniger Verkehrsbelastungen, weniger Abgasen und weniger Lärm. Info: stadtradeln.de.

Seit mehr als 25 Jahren setzen sich die Mitgliedskommunen des Klima-Bündnisses mit ihren indigenen Partnern der Regenwälder für das Weltklima ein. Mit über 1700 Mitgliedern aus 27 europäischen Ländern ist das Klima-Bündnis das weltweit größte Städtenetzwerk, das sich dem Klimaschutz widmet, und das einzige, das konkrete Ziele setzt: Jede Klima-Bündnis-Kommune hat sich verpflichtet, ihre Treibhausgasemissionen alle fünf Jahre um zehn Prozent zu reduzieren. Da sich unser Lebensstil direkt auf besonders bedrohte Völker und Orte dieser Erde auswirkt, verbindet das Klima-Bündnis lokales Handeln mit globaler Verantwortung. Info: klimabuendnis.org.

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