Deutscher Mühlentag Großer Andrang an der Mühle Bohle in Lotte


Lotte. Zum Deutschen Mühlentag hatte am Pfingstmontag der Verein Mühle Bohle nach Wersen eingeladen. Neben alten Mahl- und Sägetechniken wurde den Besuchern ein buntes Programm sowie ein idyllisches Naturerlebnis geboten.

Lotte. „Ich habe gar nicht gewusst, dass es hier so eine schöne Mühle gibt“. Wie viele andere Besucher war Udo Hellmann aus Eversburg begeistert von dem Mühlentag an der Mühle Bohle und lobte die „tolle Atmosphäre“ sowie die „ländliche Idylle“. „Wir haben den Ausflug mit einer Radtour verbunden. Bei dem Wetter ist das doch optimal“. Da der 77-Jährige, wie er sagte, privat gerne an Oldtimern schraubt, sei er sehr technikbegeistert und betonte, sich „die alten Techniken interessiert anschauen“ zu wollen.

Tatsächlich hatte der Verein Mühle Bohle als Träger, für den Mühlentag viel auf die Beine gestellt. „Natürlich ist es viel Arbeit“, so Vereinsvorsitzender Werner Schwentker, „wenn man dann sieht, überall herrscht gute Laune, das Wetter ist toll und man bekommt Anerkennung, dann macht es wirklich Spaß“.

Kanufahren auf der Düte

Viel Spaß hatten auch die Besucher. Etwa die Kinder beim Kanufahren, einem der vielen Angebote für die jüngere Generation. „Ich bin schon zwei oder drei mal gefahren, das macht richtig Spaß“, freute sich die elfjährige Alexandra. So ganz trocken ging ihre Fahrt zwar nicht vonstatten, angesichts der warmen Temperaturen aber sicher auch eine willkommene Abkühlung. „Wir sind extra wegen den Kanus gekommen“, erklärte Alexandras Mutter, die ihrem Kind vom Ufer aus zusah.

Auch Mila hatte Vergnügen an der Paddelrunde über die Düte: „Ich bin noch nie Kanu gefahren. Das ist ein bisschen anstrengend und wackelig, macht aber Spaß“. Mit ihrer Familie ist die Neunjährige derzeit zum Camping in der Region und hat den Tag zu einer Radtour nach Wersen genutzt.

Organisiert hatte das Angebot der Osnabrücker Kanu Club. Wie Mitglied Carsten Meyer bestätigte, sei es so, dass Kinder meist mit dem Sport beginnen und viele Eltern über sie dann ebenfalls zum Kanufahren kämen.

Alte Techniken

Der Mühlentag zog einige Menschen aus den Nachbargemeinden an. Jana Neuenhofer und Marcel Lage reisten beispielsweise aus Lengerich an. Nach einer Maibowle hatten sie sich vorgenommen, an einer der etwa einstündigen Führungen durch die Mühle teilzunehmen, die über den Tag angeboten wurden. Erläutert wurden dabei die beiden Mahltechniken, die in der Mühle zum Einsatz kamen. „Ich kann mich noch erinnern, wie wir früher immer mit dem Rad hierhin gefahren sind und das Korn abgegeben haben, das wir im Garten geerntet und gedroschen haben“, berichtet eine ältere Dame. „Wenn ich mit dem Mehl zurück nach Büren gefahren bin, ist der Sack manchmal zwischen die Speichen meines Rades gekommen und es ging etwas verloren. ‚Wo ist der Rest geblieben‘, hat mein Vater dann immer gefragt“.

Neben der denkmalgeschützten Mühle gab es für die Besucher noch eine Menge mehr zu erleben. Begonnen hatte der Mühlentag um 11 Uhr mit einem Gottesdienst in der Mühle. „Das ist Mitten im Leben hier“, so Pastorin Jutta Kiquio. „Man sieht die Stände draußen, das Haus ist voll, so muss es sein“, erklärte die Geistliche.

Im weiteren Verlauf des Nachmittages gab der Posaunenchor Wersen ein Konzert, natürlich beginnend mit dem Klassiker „Es klappert die Mühle am rauschenden Bach“. Außerdem trat der Männergesangverein Wersen auf, der sich für den Mühlentag Unterstützung aus Nahne geholt hatte. „Die „Börd Heeßler Danzers“ , eine befreunde Trachten- und Tanzgruppe aus Heeslingen, präsentierte zudem heimatliche Volkstänze. Für gute Stimmung sorgte auch eine Kapelle aus den Niederlanden. Außerdem hatten die Veranstalter einen Kunsthandwerkermarkt in und um das Gebäude der Mühle organisiert. Und wer zwischendurch eine Stärkung brauchte, hatte bei Kuchen, Pommes, Bratwurst, Kaffee, Bier oder Cola jede Gelegenheit.


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