Gemeinschaftshauptschule Lotte Berufsinformationstage: „Jeder kann etwas richtig gut“

Von Johannes Franke

Unterschiedlichste Berufswünsche: Der Präsident der Handwerkskammer Münster, Hans Hund, (Mitte) besuchte die Neuntklässler, ihre Betreuer und Begleitpersonen der Gemeinschaftshauptschule Lotte während der Berufsinformationstage im Kolping-Bildungs-Haus Salzbergen. Foto: Johannes FrankeUnterschiedlichste Berufswünsche: Der Präsident der Handwerkskammer Münster, Hans Hund, (Mitte) besuchte die Neuntklässler, ihre Betreuer und Begleitpersonen der Gemeinschaftshauptschule Lotte während der Berufsinformationstage im Kolping-Bildungs-Haus Salzbergen. Foto: Johannes Franke

Lotte/Salzbergen. Mehr als 70 Neuntklässler der Gemeinschaftshauptschule Lotte-Westerkappeln haben in dieser Woche an Berufsinformationstagen im Kolping-Bildungshaus Salzbergen (KBS) teilgenommen.

Neben den Bewerbungs- und Vorstellungsgesprächen vermittelten ihnen Ausbildungsbotschafter Einblicke in verschiedene Unternehmen und Dienstleistungen. Hans Hund, Präsident der Handwerkskammer Münster, besuchte Schüler, Betreuer und Referenten.

Sehr unterschiedliche Ausbildungswünsche nennen die Schüler, wobei die ehemals geschlechterspezifischen Tätigkeiten sich vermischen. Joyce aus der 9b möchte Pferdewirtin werden, ihre Mitschülerin Lena jedoch Stanz- und Umformmechanikerin. Finn interessiert sich für die Berufe Fotomedienfachmann oder Tierpfleger. Groß sind momentan die Chancen, eine Lehre im gewünschten Arbeitsbereich zu beginnen.

Mut spricht ihnen dabei auch der Präsident der Handwerkskammer Münster, Hans Hund, zu. Er verweist auf den wichtigen Kontakt zwischen Schule und Betrieb und die heutigen Nachwuchsprobleme. „Es ist sehr wichtig, sich rechtzeitig beim Übergang Schule Beruf bezüglich der Zukunftsthemen zu informieren und zu orientieren“, betonte Hund.

Auf Augenhöhe

Sozusagen auf Augenhöhe vermitteln ihnen Ausbildungsbotschafter Einblicke in unterschiedliche Arbeitswelten. Levin Haits ist Auszubildender im zweiten Lehrjahr und wird als Müller im Familienunternehmen Cordesmeyer, der „Hemelter Mühle“ in Spelle-Venhaus, ausgebildet. „Es macht mir Freude, jeder Tag verläuft anders“, sagt er. Technisches Verständnis müsse man mitbringen, ein guter Haupt- oder Realschulabschluss „ist vorteilhaft“, betont er. Von ihm erhalten die Schüler wertvolle Tipps und Ratschläge, nicht nur für die spezifische Ausbildung als Müller, wovon es nach Meinung des Auszubildenden viel zu wenig gibt.

So wie Haits wurden auch Kemal Mihalic und Maximilian Otte zu Ausbildungsbotschaftern geschult. „Die Schüler und Betriebe profitieren von ihren Ausführungen über die betriebliche Ausbildung und Karrieremöglichketen im Handwerk“, erklärt Regina Girhards, Koordinatorin Projekt „Ausbildungsbotschafter“ von der Handwerkskammer Münster. Kemal wird als Friseur im Salon Jesus Sanchez „Joung Guns Hairdresser“ in Emsdetten ausgebildet. Maximilian fand nach mehreren Ferienjobs Gefallen am Beruf des Tischlers und lernt im Unternehmen Theodor Schemberg Einrichtungen GmbH, Mettingen. „Wir wollten bei den Besten lernen“, sagen sie und vermitteln glaubhaft: „Wir arbeiten mit Leidenschaft und brennen für unseren Beruf.“

Gezielte Nachfragen

Locker und cool, aber mit sehr viel Sachkenntnis stellen sie ihre Ausbildungsberufe vor, wecken das Interesse der Schüler, die gezielt nachfragen. Etwas geschwitzt hätten die Schüler jedoch bei den Vorstellungs- und Bewerbungsgesprächen, erzählt Schulleiter Michael Vörckel. Zum zeitlich eng getakteten Ablaufplan der Coachingtage zählen diese Veranstaltungen mit Personalleitern unterschiedlicher Betriebe, Unternehmen und Dienstleister. Mit dabei auch das Berufskolleg und die Agentur für Arbeit. Die Vorbereitungen für den „Heißen Stuhl“ sind vor allem mental anstrengend. Doch mithilfe ihrer Klassenlehrer Elke Jansen und Joachim Wöllnitz sowie den Betreuern Günter Büter, Heike Schmidtmeier und Ralf Bornstedt überstehen die Schüler auch diesen stressigen Wurf „ins kalte Wasser.“

Ob sie nun Erzieherin, Maler und Lackierer, Garten- und Landschaftspfleger, IT-Informatiker, Einzelhandelskaufmann, Mechatroniker oder Lehrerin werden wollen. Eines steht für Regina Girhards von der Handwerkskammer Münster Mut machend fest: „Ihr werdet etwas finden, was euch Freude bereitet. Denn jeder von euch kann etwas richtig gut!“