Die Feinabstimmung fehlt noch Lotter Bauausschuss beschließt Feuerwachenplanung

Von Angelika Hitzke

Die Satteldachkonstruktion wird durch ein Dach mit wärmegedämmten Trapezblechen ersetzt. Hohe Entsorgungskosten verursachen die schwarzen Eternitplatten, da sie Asbest enthalten. Archivfoto: Astrid SpringerDie Satteldachkonstruktion wird durch ein Dach mit wärmegedämmten Trapezblechen ersetzt. Hohe Entsorgungskosten verursachen die schwarzen Eternitplatten, da sie Asbest enthalten. Archivfoto: Astrid Springer

Lotte. Intensiv diskutiert und letztlich gegen die beiden Stimmen der Grünen beschlossen wurde in der Sondersitzung des Bau-und Planungsausschusses (BPA) am Dienstag die Ausführungsplanung für die Sanierung und Erweiterung der Feuerwache in Wersen.

Die Mehrheit aus CDU, SPD und FDP einigte sich darauf, die Entscheidung über die mit rund 88000 Euro berechnete, aber wegen noch ausstehender Auflistung von der Wehr noch nicht detailliert dargestellte Innenausstattung und die Anschaffung der von der Feuerwehr gewünschten Industriewaschmaschine samt Trockner, die mit rund 23000 zu Buche schlüge, zunächst ebenso von der öffentlichen Ausschreibung abzukoppeln wie die noch im Detail zu klärende Parkplatzanordnung und -zufahrt für die Privat-Pkw der Feuerwehrleute und die Schallschutzwand.

Keine konzeptionellen Änderungen

Annette Meiknecht vom Architekturbüro Flatau erläuterte mit Unterstützung von Florian Prochaska vom Büro Pro Energie die auf der Grundlage des bisher beschlossenen Raumprogramms, der Entwurfsplanung und der Entscheidung über Einbruchsschutz und Brandmeldeanlage erarbeitete Planung. Wesentliche konzeptionelle Änderungen hätten sich nicht ergeben. Die Herren-Umkleide im Erdgeschoss wurde etwas vergrößert, dafür Kleiderkammer, Trockenraum und Jugendfeuerwehrumkleide entsprechend verkleinert.

Schallschutz wird noch geprüft

In der Fahrzeughalle werden die Tore und Dach erneuert, sodass die Durchfahrtshöhen für die fünf Feuerwehrfahrzeuge von vier auf 4,51 Meter vergrößert werden können. Der Erweiterungsbau wird teils in Stahlbeton-, teils in Massivbauweise errichtet, alle Fenstern und Türen erneuert und mit einbruchhemmendem Glas und Bolzenverriegelungen gesichert. Wärmedämmung, Akustikdecken, Bodenbelagsplan, Mindestanzahl der Parkplätze sowie ein Wasch- und Trockenraum mit Anschlüssen einschließlich Industriewaschmaschine für die Reinigung der Einsatzkleidung in Eigenregie sind nach Meiknechts Darstellung mit der Feuerwehr abgesprochen und in der Kostenberechnung von insgesamt 1,7 Millionen Euro enthalten. Optional, also nicht enthalten, seien 49000 Euro für die energetische Fassadensanierung des Obergeschosses mit der Wohnung. Nur geschätzt, weil noch in der Prüfung, welche Anforderungen sie erfüllen muss, seien die Kosten für die von der Genehmigungsbehörde geforderte Schallschutzwand.

Grüne haben Liste von Kritikpunkten

Thomas Schmitt (Grüne) bemängelte, dass der baufachliche Prüfungsbericht der Verwaltung nicht vorliege, ein Bauzeitenplan fehle, die Kostensteigerung gegenüber der Entwurfsplanung „nicht ausreichend begründet“ sei, die Grundstückskosten und die Detailplanung für die Außenanlagen nicht aufgeführt seien und die Schallschutzdarstellung noch fehlt. Er stieß sich auch an der Flächenversiegelung durch Zahl und Anordnung der Parkplätze und an der aus seiner Sicht zu schmalen Zufahrt: „Aufgrund nicht kompletter Unterlagen stimme ich gegen die Ausführungsplanung“, betonte er.

Warten auf Baugenehmigung

Jörg Stork vom Bauamt erklärte, dass die Prüfung von der Bauamtsleiterin vorgenommen wurde, die aber erkrankt sei, und seines Wissens keine Beanstandungen ergeben habe. Die Eckdaten – Baubeginn ab 1. August, Fertigstellung Ende April 2019 – seien vorgegeben, der Bauantrag unmittelbar nach Genehmigung der Bauvoranfrage gestellt worden, so Meiknecht. „Ein großer Unsicherheitsfaktor ist die Baugenehmigung durch den Kreis. Ich gehe davon aus, dass wir im August anfangen können“, erklärte sie. Die Feuerwehr habe „mindestens“ 45 Parkplätze gewünscht, die aber nicht unbedingt versiegelt werden müssten, und die Zufahrt sei breit genug, denn, so ergänzte Stork, der öffentliche Schotterweg direkt daneben kann mitbenutzt werden. „Wir haben uns erst einmal auf das Gebäude konzentriert“, erklärte die Planerin, warum das „Feintuning“ für Außenanlagen, Stellplätze und Innenausstattung in der Tat noch fehlt.

Ausgekoppelte Dinge noch zu klären

Das möchten die Ausschussmitglieder bis zur nächsten BPA-Sitzung in drei Wochen, spätestens aber bis zur Vergabesitzung für die Hauptgewerke am 3. Juli geklärt und eingepflegt haben. „Es geht darum, dass wir vorwärts kommen und das Gebäude möglichst schnell hergerichtet wird“, unterstrich Vorsitzender Georg Holtgrewe.

Obergeschoss soll mitsaniert werden

Die neue Feuerwache in Wersen mit Fahrzeughalle von der Bergstraße aus gesehen. Rechts die im Ausschuss umstrittene Zufahrt zu den Pkw-Stellplätzen. Plan: flatauarchitekten

Einig waren sich alle, dass die energetische Sanierung im Obergeschoss trotz der Mehrkosten gleich mit gemacht werden sollte. „Die Wohnung hätten wir von Anfang an in die Planung einbeziehen sollen. Die Planung ist nicht stringent und nicht von vorne bis hinten in die Tiefe wie nötig“, kritisierte Grünen-Fraktionschef Dieter Hörnschemeyer.