Mehr Lotter von Lärm betroffen Belastungskartierung im Ausschuss vorgestellt

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•Schon im Winter 2011 war die A1 stark befahren. Hinter dem Wald links liegt die Osterberger Siedlung am Kloster. Sie erhielt beim Ausbau eine Lärmschutzwand. Archivfoto: Ursula Holtgrewe•Schon im Winter 2011 war die A1 stark befahren. Hinter dem Wald links liegt die Osterberger Siedlung am Kloster. Sie erhielt beim Ausbau eine Lärmschutzwand. Archivfoto: Ursula Holtgrewe

Lotte. In Lotte ist es lauter geworden. Das ist das Ergebnis der Lärmkartierung, die Ralf Pröpper vom Osnabrücker Büro PR Schalltechnik dem Lotter Verkehrs- und Umweltausschuss vorstellte.

Die Lärmkartierung ist Grundlage für den Lärmaktionsplan der Gemeinde. Wie der Diplom-Geograf erläuterte, werden nur die Hauptverkehrsstraßen, also Autobahnen, Bundes- und Landstraßen mit mehr als drei Millionen Kraftfahrzeugen im Jahr und bundeseigene Schienenwege mit mehr als 30000 Zugbewegungen im Jahr berücksichtigt.

Rechenmodell statt Messung

Es werden auch keine Messungen vorgenommen, sondern die Lärmbelastungen im Straßenbereich anhand der bei Verkehrszählungen ermittelten Fahrzeugmenge, des Lkw-Anteils, der zulässigen Höchstgeschwindigkeit, der Fahrbahnbeläge und der Topografie errechnet und die so erhaltenen Werte nach Tag und Nacht differenziert in Isophonenkarten flächenhaft und in Tabellen dargestellt.

Nur Autobahnen, Landstraße und Bahnstrecke

In der Gemeinde Lotte betrifft das die A 1, die A 30 und die L 595/Eversburger Straße sowie die Hauptbahnstrecke Rheine-Osnabrück in Büren.

Die belasteten Gebäude und Personen werden ebenfalls nach einer Formel des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) errechnet. Die statistische Erfassung berücksichtigt Werte ab 55 Dezibel, als kritisch mit Handlungsbedarf eingestufte werden Werte über 70 Dezibel tagsüber, wovon in Lotte 18 Personen betroffen seien, und 60 Dezibel nachts, was für 70 Personen zutreffe.

Mehr Betroffene im niedrigeren Pegelbereich

Insgesamt, so Pröpper, gebe es mit 2514 Personen mehr Betroffene als vor fünf Jahren (1498), aber überwiegend im nicht gesundheitsschädlichen niedrigen Pegelbereich. In den höheren Pegelbereichen sei es nicht zu wesentlichen Veränderungen gekommen.Die Zahl der ganztägig von Schienenlärm betroffenen Anwohner stieg um rund 35 Prozent. Das zuständige Eisenbahnbundesamt (EBA) verweise aber darauf, dass die Lärmkennziffer für die Gemeinde Lotte nicht so hoch wie in den Nachbarkommunen sei und halte daher aktiven Lärmschutz (Wände, Wälle) nicht für nötig. Zwecks Aktionsplan für passiven Schallschutz habe sich das EBA aber bereits bei der Gemeinde gemeldet.

Hauptursache: mehr Verkehr

„Woher kommt die Zunahme?“ wollte CDU-Fraktionschef Werner Schwentker wissen. Pröppers klare Antwort: „Durch die Steigerung des Verkehrs auf der A 1 und der A 30 und den Zugverkehr.“ Die Eigentümer der von höheren Pegelwerten betroffenen Gebäude – nicht die Mieter, stellte er klar – könnten über die Gemeinde beim Straßenbaulastträger bzw. dem EBA Zuschüsse etwa für Schallschutzfenster und -türen beantragen, erklärte Pröpper auf Nachfrage von SPD-Fraktionschef Thomas Giebel. Beim vorigen Mal seien sie angeschrieben worden. In die Statistik einbezogen worden seien aber auch Gebäude, an denen bereits „beim Ausbau der A1 vor fünf, sechs Jahren Lärmschutz gemacht wurde“.

Unterschiedliche Bewertung von Lärm

Steffen Wascher (CDU) wünschte sich konkrete Hinweise, wo insbesondere die von zu hohem nächtlichen Lärm betroffenen Bürger wohnen, und welche Maßnahmen in welchem Zeitrahmen geplant seien. „Jeder von uns nimmt die Steigerung wahr“,so Grünen-Sprecher Dieter Hörnschemeyer. Er bezeichnete es als „absurd“, dass es in Büren Einschränkungen für den Sportplatzbetrieb gibt, obwohl die Bahn wesentlich lauter ist. Aber Lärm ist eben nicht gleich Lärm: „Gewerbe und Sportanlagen werden anders bewertet als von allen verursachter allgemeiner Verkehrslärm“, erklärte Pröpper. Die nächsten Schritte – Information der Bürger und Überprüfung eventuell notwendiger Maßnahmen – „liegen in der Hand der Kommune selbst“.


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