Bauzeit in den Sommerferien Ausschuss stimmt Reparatur der Hagenbergstraße zu

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Das Wirtschaftswegekonzept der Gemeinde Lotte wurde 2017 von Politik und Verwaltung unter Beteiligung der Öffentlichkeit und Federführung von Astrid Hickmann. Jörg Stork sowie Elisabeth Strodmeyer vom Bauamt der Gemeinde und Bernd Mende, Geschäftsführer der Ge-Komm, erarbeitet. Archivbild: Volker PoerschkeDas Wirtschaftswegekonzept der Gemeinde Lotte wurde 2017 von Politik und Verwaltung unter Beteiligung der Öffentlichkeit und Federführung von Astrid Hickmann. Jörg Stork sowie Elisabeth Strodmeyer vom Bauamt der Gemeinde und Bernd Mende, Geschäftsführer der Ge-Komm, erarbeitet. Archivbild: Volker Poerschke

Lotte. Nicht ganz so einig wie beim Thema Mobilität war sich der Verkehrs- und Umweltausschuss bei der Instandsetzung der Hagenbergstraße, für die Jörg Stork vom Bauamt die Ausführungsplanung präsentierte: Sie wurde gegen die beiden Stimmen der Grünen beschlossen.

„Ich war entsetzt, als ich die Vorlage gelesen habe“, sagte Grünen-Fraktionschef Dieter Hörnschemeyer, der Stork zuvor für „den guten Vortrag“ gedankt hatte. Keine Entwurfsplanung, keine möglichen Varianten – „wir haben gleich die Ausführungsplanung auf dem Tisch“: Hier werde der zweite Schritt vor dem ersten gemacht, begründete er, dass die Grünen dem nicht zustimmen könnten. „Wir wollten erst mal drüber reden, welche Straße in welcher Qualität gemacht werden soll“, meinte er.

„Wertsubstanzsteigernde“ Instandsetzung

Die Verwaltung berief sich in der Vorlage auf die im Zuge der Haushaltsberatungen im Herbst diskutierte Priorisierung von Straßen auf der Grundlage des Wirtschaftswegekonzeptes. Dabei habe man zwischen Unterhaltung und Ausbau beziehungsweise Instandsetzung unterschieden und die Frage aufgeworfen, inwieweit ein beitragspflichtiger Ausbau nötig oder eine beitragsfreie „wertsubstanzsteigernde Instandsetzungsmaßnahme“ wirtschaftlich vertretbar sei.

Im Prinzip nur Deckenverstärkung

Eine solche für die Anlieger beitragsfreie Instandsetzung plane man jetzt für die Hagenbergstraße, nachdem die Politik ja darum gebeten habe, konkrete Projekte für 2018 zu benennen, erklärte Bauamtsleiterin Astrid Hickmann. Da es sich nicht um einen Ausbau, sondern lediglich um eine Deckenverstärkung handele, habe man zwecks Einsparung von Ressourcen auf das langwierige Prozedere mit Vorentwurfsplanung verzichtet und gleich die Ausführungsplanung präsentiert.

Geogitter aus Glasfaser

Die sieht laut Stork die Beseitigung der Längs- und Querrisse, Verdrückungen und Unebenheiten vor, indem die alte Asphaltoberfläche abgefräst und aufgeraut wird. Auf den vorhandenen Straßenaufbau kommen ein bitumenummanteltes Glasfasergitter, eine neun Zentimeter dicke Binderschicht und eine vier Zentimeter dicke Asphaltfeinbetonschicht. Zum Schluss werden die Bankette mit einem Mineralgemisch der Höhe des verstärkten Straßenaufbaus angepasst. Ein entsprechender Neubau würde mit rund 884000 etwa das Doppelte kosten und müsste von den wenigen Anliegern über Beiträge mitfinanziert werden.

3888 Fahrzeuge in 24 Stunden

Irritiert zeigten sich sowohl SPD-Fraktionschef Thomas Giebel, als auch sein CDU-Kollege Werner Schwentker über die Begründung für die Priorisierung der Hagenbergstraße. Sie bezweifelten, dass dort 3880 Fahrzeuge in 24 Stunden fahren und meinten, dass die Fahrbahn noch in relativ gutem Zustand sei: „Die Notwendigkeit einer so großen und teuren Maßnahme erschließt sich mir nicht so ganz“, so Giebel.

Verbindung zum Autobahnanschluss und zum Velper Industriegebiet

In einer Sitzungsunterbrechung kamen Anwohner zu Wort, die bestätigten, dass die Straße als Verbindung zwischen Lengericher Straße und der Straße „Zum Habichtswald“ mit Autobahnabfahrt und Industriegebiet Velpe stark befahren sei, auch von Lkw und Bussen. Die Daten, so erklärte die Verwaltung, stammten aus einer Verkehrszählung, bei der allerdings nicht zwischen Pkw und Lkw unterschieden worden sei. Da neben den sichtbaren Schäden eine Baugrunduntersuchung an sechs Stationen einen nicht regelkonformen Aufbau der Straße ergeben habe, wolle man hier statt zu flicken lieber mit einer größeren Maßnahme reparieren „bevor die Straße komplett abgängig ist“,so Stork. Die Anlieger hatten befürchtet, dass sie zahlen müssen, und waren froh zu hören, dass Instandsetzung beitragsfrei ist.

Bauzeit in den Sommeferien

Die Arbeiten – kalkuliert ist eine Bauzeit von drei Wochen – sollen wegen des Schülerbusverkehrs in der zweiten Hälfte der Sommerferien erfolgen. Mit der Ergänzung, dass es sich um eine beitragsfreie Instandsetzung „als Einzelfallmaßnahme ohne präjudizierende Wirkung“ handelt, stimmte die Mehrheit nach erneuter Sitzungsunterbrechung für Fraktionsberatungen der öffentlichen Ausschreibung zu.


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