50 Jahre Awo in Alt-Lotte Kämpfen, um über die Runden zu kommen

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Allemal ehrenwert ist die 50-jährige Mitgliedschaft in der Alt-Lotter Awo. Es freuen sich Klaus Kunde (von links), Heinz Tebbe, Brunhilde Silmon, Margot Zastrow, Manfred Kinne, Marianne Schröer, Friedrich Hindersmann und Gerda Stiller. Foto: Ursula HoltgreweAllemal ehrenwert ist die 50-jährige Mitgliedschaft in der Alt-Lotter Awo. Es freuen sich Klaus Kunde (von links), Heinz Tebbe, Brunhilde Silmon, Margot Zastrow, Manfred Kinne, Marianne Schröer, Friedrich Hindersmann und Gerda Stiller. Foto: Ursula Holtgrewe

Lotte. Ihren 50. Geburtstag feierte der Alt-Lotter Awo-Ortsverein mit rund 100 geladenen Gästen, mit viel Lob für vielfältiges lokales Engagement und mit Rückblick auf die Gründung in Deutschland vor 99 Jahren.

Nach einem fröhlichen Auftakt der springlebendigen Kleinen der Awo-Kita gab es erstes dickes Lob – für die Kinder und die Eltern, die mit der ansehnlichen Schar vormittags ins Haus Hehwerth gekommen war. Nachmittags waren alle wieder auf den Beinen, denn in der Kita war Tag der offenen Tür.

Gemeinsam begrüßten die Vorsitzende Marianne Schröer und ihr Vertreter Klaus Kunde die Runde. Wichtig sei es, miteinander zu arbeiten, was die Vertreter der Vereine zeigten, betonten sie.

Engagiert bereits vor der Gründung

„Das war vor 50 Jahren ganz anders. Damals hatten noch alle zu kämpfen, damit man über die Runden kam“, hieß es. Durch das Engagement des ehemaligen Amtsdirektors Heinrich Termath und Norbert Seifert, später Geschäftsführer des Awo-Kreisverbandes Steinfurt konnte die Alt-Lotter Awo gegründet werden. Mithilfe von Herta Birkenkämper und Ernst Bittner fanden sich 24 Unterstützer als Gründungsmitglieder der Alt-Lotter Awo im Jahr 1968.

Seniorenkuren, Kinderurlaube, Familiendienste, aber auch Feste und Feiern zählten zu Höhepunkten des Vereinslebens. Dazu scheint sich das Awo-interne Grillfest zu entwickeln. Es erfuhr bei der Vorjahrespremiere erfreulichen Zuspruch und soll wiederholt werden.

Rainer Lammers gratuliert zum „stolzen Jubiläum“

Der Awo-Vorstand ließ es sich nicht nehmen, verdiente Mitglieder zu ehren; für 50 Jahre Margot Zastrow, Franz Tech, Friedrich Hindersmann, Brunhild Silmon und Manfred Kinne. 45 Jahre gehört Heinz Tebbe dazu, Christian Schubert 25 Jahre. Urkunden und Vitaminvielfalt überreichte Gerda Stiller, Vorsitzende des Awo-Kreisverbandes Steinfurt.

Zum „stolzen Jubiläum“ gratulierte Bürgermeister Rainer Lammers. Den Grundwerten der von Marie Juchacz gegründeten Awo, Solidarität, Toleranz, Freiheit, Gleichheit und Gerechtigkeit, hätten sich auch die Ehrenamtlichen in Alt-Lotte verschrieben. „50 Jahre Awo in Alt-Lotte bedeutet zugleich 50 Jahre konkrete Hilfe von Menschen für Menschen“, hob Lammers heraus.

Gerda Stiller: „Gründungsdatum steht für Liebe“

Gerda Stiller hielt sich kurz und erinnerte: „Schon das Gründungsdatum, der 14. Februar, steht für Liebe.“ Wie alle anderen Gratulanten  lobte auch sie den wertvollen Beitrag für die Gesellschaft durch das soziale Engagement der Ehrenamtlichen.

Jürgen Coße, Ex-SPD-Mitglied des Bundestags, spürte der Frage nach, weshalb er eingeladen sei – und kam zum Ergebnis: „Ganz einfach, weil ich Awo-Mitglied bin.“

Er anerkannte das Engagement für die notleidende Bevölkerung, das die streitbare Marie Juchacz nach dem ersten Weltkrieg erfolgreich an den Tag legte. Sie habe sich leidenschaftlich auch mit Unterstützung der Awo für die Gleichberechtigung von Mann und Frau eingesetzt: „Dafür hat Marie Juchacz entschieden gekämpft.“

Awo-Gründerin Marie Juchacz war eine streitbare Frau

„Denkt daran, dass es Ältere gibt, die nach wie vor eure Hilfe brauchen“, appellierte Coße an die Awo.

Alt-Lottes Pastor Detlev Salomo erinnerte daran, dass der 50. Geburtstag der Alt-Lotter Awo quasi am Vorabend des 100. nach der Gründung gefeiert werde. Juchacz habe als Mitglied der Nationalversammlung die Awo als „Hauptausschuss für Arbeiterwohlfahrt in der SPD gegründet“, sagte Salomo. Die Mitgründer Franz Tech und Ernst Bittner seien seinerzeit im Alt-Lotter Posaunenchor der Tenor und der Bariton gewesen, worauf sich die Tradition des Posaunenchores in der Awo gründe.

Datlef Salomo: Awo-Logo steht für Barmherzigkeit

Zu dem, was Kirche und Awo eine, erklärte der Pastor: Das offene Herz als Awo-Logo sei nahezu ein christliches, denn „es beinhaltet Barmherzigkeit, Mitgefühl für die Mitmenschen“.

Beim Festakt zeigten weitere Auftritte die Vielfalt in der Awo-Familie: Der noch kleine neu gegründete Shanty-Chor erfreute beispielsweise als A-cappella-Vortrag mit dem „Drunken Sailor“ auf Deutsch und einem eingängigen „Sloop John B“ (Beach Boys). n den amerikanischen musikalisch-tänzerischen Westen nahmen die Line-Dance-Freunde Lotte mit Ingo Borgmeier die Gäste.

Wiederholt wurde daran erinnert, dass bei der Alt-Lotter Awo alle willkommen sind, montags ab 14 Uhr zum Doppelkopfen, dienstags ab 15 Uhr zum Kaffeetrinken und Klönen und mittwochs ab 19 Uhr beim Shanty-Chor. Info gibt es dort auch, wo sich die Line-Dancer treffen.


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