Ziel ist die Zweite Bundesliga Sportfreunde werben im Lotter Rat um Unterstützung

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Hans-Günter Bayer, neuer Aufsichtsratsvorsitzender der Sportfreunde Lotte und Geschäftsführer von Hauptsponsor Frimo (links) und Fußballobmann Manfred Wilke warben im Lotter Rat um mehr Unterstützung. Archivfotos: MrugallaHans-Günter Bayer, neuer Aufsichtsratsvorsitzender der Sportfreunde Lotte und Geschäftsführer von Hauptsponsor Frimo (links) und Fußballobmann Manfred Wilke warben im Lotter Rat um mehr Unterstützung. Archivfotos: Mrugalla

Lotte. Die bemerkenswerte Entwicklung der 1. Fußballmannschaft der Sportfreunde Lotte (SFL), die den Verein zum selbst im fernen China bekannten Aushängeschild der kleinen 14000-Einwohnerkommune vor den Toren Osnabrück machte, und die Frage, wie die Gemeinde diese nicht nur ideell unterstützen kann und sollte, nahm in der Ratssitzung am Donnerstag breiten Raum ein.

Der aktuelle Sachstand zum Thema Hochwasserschutz, über den Bauamtsleiterin Astrid Hickmann informierte, der Jahresabschluss 2017 und die Aufstellung der Vorschlagsliste für die Schöffenwahl gerieten da fast in den Hintergrund. Klare Aussagen gab es hingegen zum Schluss der öffentlichen Sitzung zum Ansinnen Bürener Eltern, die Kosten für die Schülerbusfahrkarte trotz etwas weniger als 3,5 Kilometer Entfernung zur Schule erstattet zu bekommen, weil der Radweg „nicht sicher“ sei.

Seit zwei Jahren Hauptsponsor

„Wir haben gemeinsam einiges vor“, begrüßte Bürgermeister Rainer Lammers den neuen Aufsichtsratsvorsitzenden der Sportfreunde und deren Sportlichen Leiter, Hans-Günter Bayer und Manfred Wilke. Bayer ist Geschäftsführer des Werkzeug- und Fertigungsanlagenherstellers Frimo, der seit zwei Jahren Hauptsponsor des Drittliga-Vereins ist: „Ich war überrascht, mit wie wenig Mitteln der Verein die Entwicklung in den letzten Jahren gemeistert hat“, sagte Bayer und gestand: „Der Virus Fußball hat mich infiziert. Ich möchte den Virus an Sie weitergeben!“

Erhebliche Investitionen

Bayer verwies auf die Stadt Meppen, wo die Politik den Fußballverein „extrem“ und auch im Rathaus sichtbar unterstütze: „Hier habe ich kein Trikot, keine Fahne gesehen.“ Anderswo gebe es auch viel mehr finanzielle Unterstützung. Frimo habe bereits viel investiert. In Zukunft seien aber erhebliche zusätzliche Investitionen erforderlich, denn: „Ziel ist die 2. Bundesliga.“

Begeisterungsstürme vermisst

Dieses Ziel 2020/21 zu erreichen hält Bayer bei entsprechender Begeisterung der Bevölkerung und der Politik für möglich. „Ich möchte dafür werben, diesen Weg gemeinsam zu meistern und Zusammenarbeit einfordern“, betonte der Aufsichtsratschef und Hauptsponsor und bedauerte nach einem Blick in die Runde: „Ich sehe keine Begeisterungsstürme.“

Noch andere Vereine in der Gemeinde

Dass Begeisterung und Sympathie für die Fußballer des Vereins sehr wohl groß seien, unterstrich CDU-Fraktionschef Werner Schwentker mit dem Hinweis auf den vor zwei Jahren für die Fahrt zum Spiel in Mannheim gecharterten Bulli. Auch Fraktionskollege Friedhelm Lange und Kommunalpolitiker anderer Fraktionen outeten sich als „absolute Fans“, betonten aber zugleich, dass die Gemeinde auch noch andere Aufgaben zu erfüllen und andere (Sport-)Vereine zu unterstützen habe.

Sportzentrum große Chance

„Ich glaube, wir gehen sehr aktiv auf die Sportfreunde zu“, betonte Schwentker. Der Masterplan biete eine große Chance, in Lotte ein Sportzentrum zu errichten – nicht allein für einen Profiverein, sondern als „Sportanlage, auf der auch ein Profiverein spielen kann.“ Dafür müsse man gemeinsam Investoren suchen.

Verweis auf Masterplan

SPD-Fraktionschef Thomas Giebel sowie seine Kollegen Dieter Hörnschemeyer (Grüne) und Friedhelm Pösse (FDP) sahen im Masterplan ebenfalls „einen sehr guten Ansatz“ und erinnerten an nicht nur ideelle Unterstützung des Vereins durch die Gemeinde in Form vom Bürgschaften, Darlehen und „erheblicher“ finanzieller Beteiligung am Rasen. Andere Städte und Kommunen mit Haushalten ganz anderer Größenordnung hätten auch andere Möglichkeiten, Mittel zu generieren: „Lotte kann das nicht und will das nicht“, so Hörnschemeyer. Man habe ja auch keinen Einfluss auf den Etat der Sportfreunde und bewege sich schon an der Obergrenze finanzieller Förderung, deren Fokus auf dem Breitensport liegen müsse. „Wir müssen uns an Recht und Gesetz halten“, betonte Pösse.

Erlebnis für Kinder

Manfred Wilke hob hervor, dass die Spiele auch „für unglaublich viele Kinder“ ein großes Erlebnis seien. Fußball sei ein großes Thema, der Verein überall „total bekannt“ und eine enorme Werbung für die Gemeinde. Er meinte, dass die Gemeinde sehr wohl Entscheidungsspielräume habe.

Feuerwehrkosten und Parkplätze

Als Beispiele für nicht genutzte materielle Unterstützungsmöglichkeiten nannten Wilke und Horst Peterssson, CDU-Ratsherr und zugleich Aufsichtsratsmitglied der Sportfreunde, den Austausch der 35 Jahre alten Sitze im Stadion, die Kosten von 15000 Euro für den Feuerwehreinsatz bei Heimspielen und die Pachtzahlungen für Meyers Wäldchen und die zwei Hektar Parkplatzfläche an der Osnabrücker Straße. Das bezahle der Verein alleine und sorge auch noch selbst für das Schottern des Parkplatzes.

Zusammenarbeit soll weitergehen

Astrid Hickmann meinte, dass der Masterplan beim Sportpark nicht nur planerische, sondern vielleicht „auch monetäre“ Möglichkeiten biete. Sie regte an zu prüfen, was zum Beispiel übers Ortsmarketing machbar sei. „Wir werden weiter eng zusammenarbeiten“, versicherte Bürgermeister Lammers.

Hochwasserschutzwall muss repariert werden

Wie die Bauamtsleiterin berichtete, hatte sie am Vortag mündlich von der Bezirksregierung Münster die Mitteilung bekommen, dass Stiegemeyers Wiese dann aus dem vorläufigen Überschwemmungsgebiet herausgenommen werde, wenn die Gemeinde den Hochwasserschutzwall an der Halener Straße „ertüchtigt“ habe. Das sei notwendig, weil Baumbewuchs und Mäuse dort zu Versackungen geführt hätten. Die Wiese stünde dann wieder wie im Flächennutzungsplan vorgesehen als Siedlungsentwicklungsfläche zur Verfügung.

Brookwiesen nicht im Hochwasserbereich

Der Brookwiesenbereich liege seit Erfüllung der wasserwirtschaftlichen Voraussetzungen für die Ende der 80er Jahre geplante Bebauung nicht mehr im Hochwassergebiet. Die hydraulische Kanalüberprüfung habe keine Defizite ergeben; wenn dort Probleme aufträten, müsse die Bauausführung geprüft werden. Die Antwort auf das Anwohner-Schreiben sei in Arbeit. Das gilt auch für die ebenfalls erbetenen Stellungnahmen der Fraktionen dazu.

Elf Millionen Euro Fehlbetrag

An den Rechnungsprüfungsausschuss verwiesen wurde der von Kämmerer Jörg Risse vorgelegte Jahresabschluss 2017, der wegen ausstehender Gewerbesteuerzahlungen statt drei nun elf Millionen Euro Fehlbetrag ausweist. Die Schöffenvorschlagsliste mit 20 Namen wurde einstimmig verabschiedet.

Kein Entscheidungsspielraum

Keine Ermessenssache, sondern „eine gebundene Verwaltungsentscheidung“ nicht der Gemeinde, sondern des Schulzweckverbandes als Träger der weiterführenden Schule sei die Ablehnung der Schülerfahrkarte bei Entfernungen unter 3,5 Kilometer. Die Sicherheit des Radweges spiele keine Rolle, denn die Schüler könnten auch zu Fuß gehen, erklärte Hauptamtsleiterin Petra Tepe.


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