„Reha-Abend für die Gehörgänge“ Literarisch-musikalischer Abend zum Genießen

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Einen Reha-Abend für die Gehörgänge veranstalteten (von links) Benjamin Pfordt, Stiftungsratsgeschäftsführer Dieter-Joachim Srock, Reinhild Finke, Beate Diesel, Pierrette Tisserand-Ennen, Ulrich Harhues und Pastor Detlef Salomo. Foto: Erna BergEinen Reha-Abend für die Gehörgänge veranstalteten (von links) Benjamin Pfordt, Stiftungsratsgeschäftsführer Dieter-Joachim Srock, Reinhild Finke, Beate Diesel, Pierrette Tisserand-Ennen, Ulrich Harhues und Pastor Detlef Salomo. Foto: Erna Berg

Lotte. Die Bürgerstiftung und die evangelische Kirche Lotte hatten zu einem literarisch-musikalischen Abend in die Arche eingeladen und boten den Gästen einen bunten Frühlingsstrauß mit Blütensti(e)len aus hoch- und plattdeutschensprachigen Geschichten und herrlichen Klavierklängen.

Mit humorvollen Worten, die besonders auf Freitag, den 13. April, zielten, begrüßte Pastor Detlef Salomo die gut gelaunten Gäste und stellte die Unterhaltungskünstler des Abends vor: Gemeindebüchereileiterin Beate Diesel, die Vorsitzende des Kreisheimatbundes Steinfurt, Reinhild Finke aus Schale, Pierrette Tisserand-Ennen vom Deutsch-Französischen Förderverein Lotte und am Klavier Benjamin Pfordt.

Die Idee zu diesem Abend sei aus dem Ikek (Integriertes kommunales Entwicklungskonzept) hervorgegangen, erklärte Ulrich Harhues, stellvertretender Vorsitzender der Bürgerstiftung Lotte, augenzwinkernd. Die Lotter bekämen ständig durch den Lärm der beiden Autobahnen eins auf die Ohren, hätten sich Bürger beschwer:. „Deshalb haben wir uns überlegt, einen Reha-Abend für die Gehörgänge anzubieten.“ Mitinitiatorin dieser Idee sei Beate Diesel.

Mit einer alten Parabel voller Weisheit und positivem Denken aus China „Glück oder Unglück – wer weiß das schon?“ eröffnete Beate Diesel einen wunderbaren Abend. Die Zuhörer staunten, lachten und erkannten sich wieder im Roman von Rafik Schami, ein Autor aus Damaskus, der seit 40 Jahren in Deutschland lebt: „Eine deutsche Leidenschaft namens Nudelsalat“. Der Autor erzählt mild amüsiert von unterschiedlichsten Gastgebern und typischen Essgewohnheiten in Deutschland und Arabien.

Reinhild Finkes Vorträge über die verrückte „Sommertied“ mit „Klokke trügge- oder vöardreihn“ amüsierte die Zuhörer. Sie sei überzeugt, dass man ihr durch „diese Umstellerei“ eine Stunde gestohlen hat. Früher habe man sich pünktlich auf Hahn, Kühe, Schweine, Hühner und knurrenden Magen verlassen können. Erst in Pink-Schwarz mit Hütchen, dann mit weißer Schürze und zum Schluss mit Fernglas und robusten Schuhen plauderte sie über Omas „Schötteldook“, ein Spültuch aus einer ehemaligen Unterhose, das zum Scheuern und Mundabputzen doppelt genutzt wurde, oder den mit der Aufklärung seiner Enkelin überforderten Opa.

Zum Schluss nahm sie die vergnügten Zuhörer mit auf einen 73 Kilometer langen Friedensweg von „Mönster noa Ossenbrügge“, garniert mit kleinen Lachgeschichten und Übersetzungshilfen, denn die plattdeutsche Sprache ist sogar von Dorf zu Dorf recht unterschiedlich. Interessierten Heimatfreunden bot Finke ein Memo-Spiel über die Heimatvereine im Kreis Steinfurt an. Eine tolle Geschenkidee, zu bestellen beim Kreisheimatbund.

Pierrette Tisserand-Ennen begrüßte die Gäste mit „Bon soir Mesdames et Messieurs“, fuhr dann aber zur Erleichterung der Anwesenden auf Deutsch fort. Sie gab eine kleine Einführung in die französische Literatur, Leseart und Kultur, hatte zig großformatige, wunderschöne Comic-Bücher, in Frankreich „Bandes dessinées“ genannt, mitgebracht, die voller Interesse von den Anwesenden betrachtet wurden.

Benjamin Pfordt dankte ihr für diesen kulturellen Einblick und begann seinen musikalischen Beitrag mit einem berührenden Lied aus Indonesien über Politik und Diktatur. „Mitreißend und voller Dynamik“, so ein begeisterter Zuhörer, spielte er den Tiger-Rap und zum Genießen den berühmten Song von Nat King Cole „Unforgettable“.

Bevor der stellvertretende Vorsitzende der Bürgerstiftung, Ulrich Harhues, die Gäste verabschiedete und sich bei allen Mitwirkenden bedankte, begeisterte Pfordt noch mit einem tollen Liebeslied für seine Heimat, das er und sein Bruder Christian komponiert haben: „Ich habe mich verliebt, sie heißt Lotte“.


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