Keine Zweifel am Missbrauch Familienvater zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt

Von Hanno Ewald


Tecklenburger Land. „Die Kinder sind die Opfer, nicht der Angeklagte“, betonte die Anwältin der Nebenklage, die die leiblichen Töchter des 39-Jährigen vertrat. Der Richter am Landgericht Münster sah es als erwiesen an, dass der Vater seine Kinder über Jahre zum Teil schwer sexuell missbraucht hat.

Er verurteilte den Angeklagten zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren und sechs Monaten. Aufgrund der Länge des Verfahrens gelten sechs Monate Haft bereits als vollstreckt.

Kindern Aussage nicht erspart

Insgesamt sieben Fälle sexuellen und schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern in Tateinheit mit Missbrauch Schutzbefohlener wurden dem Familienvater vorgeworfen. Bis zuletzt hatte der 39-Jährige die Vorwürfe vehement bestritten, seinen Töchtern damit eine Aussage nicht erspart.

Während ein Kind die Aussage verweigerte, bestätigte das andere die sexuellen Übergriffe. Ihm warf der Angeklagte bewusste Falschaussagen vor. Seine Tochter sei von seiner Ex-Frau manipuliert worden, weil sie ihm etwas anhängen wolle, der Prozess sei ein einziges Schauspiel. In seinem über zweistündigen Schlusswort hatte er noch an einen Freispruch geglaubt. Auch das ein Grund, weshalb nach Einschätzung des Gerichts Fluchtgefahr bestand und der Angeklagte unmittelbar nach der Urteilsverkündung in Handschellen abgeführt wurde.

Massive Tatvorgänge

Die sexuellen Handlungen, die er an den Kindern vorgenommen oder durch sie an sich hatte vornehmen lassen, fanden in den Jahren zwischen 2005 und 2012 in den geschützten Räumen ihres Zuhauses statt. Der Vorsitzende Richter listete in seiner detaillierten Urteilsbegründung die massiven Tatvorgänge auf, an denen das Gericht aufgrund zahlreicher Indizien insgesamt keine Zweifel hatte.

Aussagen der Tochter glaubhaft

Ein kinder- und jugendpsychiatrisches Gutachten stufte die Aussagen der Tochter, die von gewaltlosen Vorgängen berichtet hatte, als glaubhaft ein. Gründe für eine Falschaussage sah die Kammer nicht und schloss sich mit dem Urteil den Forderungen des Staatsanwaltes an. Der Verteidiger sprach von keinem einfachen Verfahren für alle Seiten. Einen konkreten Antrag stellte er nicht.

Auch die Vertreterin der Nebenklage hatte das Urteil ins Ermessen des Gerichts gestellt, machte in einer leidenschaftlich geführten Beweiswürdigung jedoch deutlich, dass der Angeklagte durch sein narzisstisches Verhalten den Kindern eine Aussage nicht erspart habe. Sie führte dem Familienvater vor Augen, dass er für die Kinder ein unsichtbares Gefängnis geschaffen hat. „Ein Gefängnis, das ein Leben lang anhält“, sagte sie.