Aber enttäuschende Resonanz Gut gelaunte Müllsammler in Lotte, Wersen und Halen

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Lotte. Bei herrlichem Frühlingswetter fand die zweite Müllsammelaktion in der Gemeinde Lotte statt. Die Osterberger hatten in ihrem Ortsteil schon Ende März aufgeräumt. Der erste angedachte Termin war wegen schlechter Wetterlage ausgefallen.

Es waren nicht viele, aber richtig gut gelaunte Sammler, die sich am Samstagmorgen vor der Wersener Grundschule trafen. Mitglieder des Fischerei- und Naturschutzvereins und Julian Huster mit Freiwilligen der Jugendfeuerwehr wurden von Cheforganisator Roland Enders herzlich begrüßt, für bestimmte Strecken eingeteilt und mit Müllsäcken bestückt. Dann machten sie sich auf den Weg.

Eimer mit sechs Litern Altöl

Die Feuerwehrkameraden nahmen sich das Areal rund um den Parkplatz Ecke Eversburger Straße/Zum Attersee vor. Sie erreichten ihr vorgesehenes Ziel nicht, denn sie fanden so viel Müll, dass nicht nur die sechs Säcke ruckzuck gefüllt waren. Sie entdeckten zwei große Kanister voller Urin, ein kaputtes Handy, Alt-Metall, Spritzen, Reagenzgläser, eine Unterhose und ein Paar Schuhe, Dosen, Glasflaschen und einen Eimer mit geschätzten sechs Litern Altöl.

„Es gibt doch wirklich genug Entsorgungsmöglichkeiten, trotzdem liegt überall Müll rum. Dabei sollte die Natur doch geschützt werden“, ärgerte sich zu Recht Jan-Hendrik Hose von der Jugendfeuerwehr. Gerade an diesem Ort, wo die Sammler den meisten Müll einsackten, überragt ein großes Schild den Parkplatz: Aktion abfallfreier Parkplatz. Der Platz bleibt fit. Ihr Müll fährt mit.

Es war kein Zufall, dass eine Anliegerin der Straße „Zum Attersee“ zur gleichen Zeit die Straßenränder aufräumte. Das mache sie regelmäßig, aber „es wird immer mehr, je mehr man aufsammelt. Wenn eh schon so viel rumliegt, fällt das gar nicht mehr auf, scheinen einige Leute wohl zu denken.“ Trotzdem werde sie weiterhin dagegen an kämpfen und den Mut nicht verlieren, sagte sie, als das nächste Auto mit hoher Geschwindigkeit an ihr vorbei rauschte – in der 30-iger Zone.

Enttäuschung über so wenig Bürger- und Vereinsbeteiligung

In Alt-Lotte sammelten Edeltraud Klein und Sohn Sven fünf Säcke Unrat entlang der teilweise steilen Böschung an der Bahnhofstraße über die Brücke Richtung Wersen. Sie äußerte sich wie Enders sehr enttäuscht über so wenig Bürger- und Vereinsbeteiligung an diesem Samstag.

Siegfried Wiek war mit drei Leuten, davon zwei Kinder, am Mühlengrund unterwegs und wurde von einem Ehepaar, das die fleißigen Männer entdeckt hatte, gestoppt. Es bedankte sich für die Säuberungsaktion und überreichte ihm fünf Euro für die Kasse des Naturschutzvereins. Diesmal habe längst nicht so viel Müll an den Straßenrändern gelegen wie in den Jahren zuvor, freute sich Wiek doppelt.

Flüchtlinge sammeln Müll

Sehr nett fanden es auch Rolf Kunze, Sohn Felix und Thomas Wallach, dass ein Anlieger an der Straße Zum Attersee erfrischende Getränke anbot. Sehr viel Abfall sammelten sie am Spiel- und Bolzplatz „An der Bringenburg“. Am Napoleondamm und entlang der Osnabrücker Straße beteiligten sich zwei Flüchtlinge an der Aktion und lasen Müll von der Straße auf.

Am Niederseester Weg suchten zwei Mitglieder des Fischereivereins die Strecke ab, einer davon Enders. Er schien überall gleichzeitig zu sein. „Wir sind einfach zu wenig Leute, die mitmachen“, sagte er enttäuscht. 30 waren es am Samstag.

„Dann ärgere ich mich“

Frank Hohengarten war ebenfalls zu dritt unterwegs – an der Halener Straße, am Gänsehügel und Hunterorther Eschweg. Obwohl Ralf Schilling betonte, dass es ihm die Müllaktion immer noch Spaß mache, meinte Hohengarten: „Aber wenn nach ein paar Tagen wieder alles voll gemüllt ist, ärgere ich mich!“ Schilling, sein Vater Günter und Manni Berg sammelten am Wersener Damm entlang und fanden viel „Schluck“. Die drei hatten ausgesprochen gute Laune, aber die Wodkaflaschen hätten sie nicht gelehrt, lachten sie und überzeugten die grinsenden Mitsammler im Jugendtreff „Sit In“. Denn dort hatten Jugendpfleger Robert Budde und der Gemeindejugendringvorstand Mittagessen vorbereitet, damit alle wieder zu neuen Kräften kommen konnten.


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