Sonne lockt zahlreiche Besucher Erster Lotter Gartenmarkt ein voller Erfolg

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Lotte. Besser hätten es die Organisatoren des ersten Lotter Gartenmarkts nicht treffen können: Am ersten Sommertag in diesem Jahr lockte am Samstag das bunte Programm erfreulich zahlreiche Besucher aus der gesamten Gemeinde zum Alt-Lotter Haus Hehwerth.

Bereits bei der Begrüßung in Co-Moderation der stellvertretenden Bürgermeister Helga Strübbe und Walter Ottens wurde das Thema des Gartenmarktes rund um insektenfreundliche Gärten vertieft. Mehrere Bereiche für Wildblumeneinsaaten gebe es in der Gemeinde Lotte bereits, hieß es. Doch die größte Summe geeigneter Flächen, auf denen das Summen und Brummen von Insekten lauter werden könne, bestehe in den Privatgärten, hoben sie heraus.

„Samenspender“ gaben Saaten ab

Das Interesse war groß. Die Bürgerstiftung Lotte, verschenkte Tütchen mit Saaten als Insektenweide. „Ach, das sind ja die Samenspender“, begrüßte ein Besucher die Stiftungsratsmitglieder Dr. Matthias Pfordt sowie Wolfgang und Elisabeth Johanniemann. Lachend erwiderten sie den Gruß – und waren sofort im Gespräch.

Im Garten beim Haus Hehwerth stand Apfelbaumfachmann Georg Fels aus Westerkappeln auf der Leiter. Gut aufgelegt erklärte er Sinnvolles und Sünden beim Apfelbaumschnitt, schnitt hier ein wenig, dort erheblich mehr; spreizte nach prüfendem Blick dort einen Ast ab, erklärte Gerüstäste, Saftwaage, Wasserschosse und vieles mehr. Alte Apfelbaumsorten und attraktive insektenanlockende Frühblüher, wie Zierpfirsich und Zwergnektarine standen zum Verkauf.

Äpfel brauchen Fremdbestäuber

Im Haus Hehwerth zog Inge Uetrecht Vortragsbesucher in den Bann mit zahlreichen Informationen über Naturgärten. Ein Thema widmete sie der Befruchtung von Apfelblüten. „Sie brauchen Fremdbestäuber, wie Bienen, die bereits auf anderen Apfelbäumen Nektar gesammelt haben. Im Stempel der Apfelblüte sitzt nämlich so etwas wie ein Wächter, der erkennt, wenn mit baumeigenen Pollen bestäubt werden soll. Die lässt er nicht herein“, erklärte die Expertin. Zahlreiche Gespräche über Honig- und Solitärbienen führte im Haus Hehwerth auch Thomas Reeker, Kreisimker im Tecklenburger Land.

Insektenvielfalt im Mittelpunkt

Ohrwürmer, Wespen und Co. in Großformat stellte Hugh Naismith aus. Umfassende Beratung und Pflanzensortimente gab es draußen an den Ständen der Gärtnerei Flaucher-Feldkamp von Familie Feldkamp und bei Landschaftsarchitektin Elke Albrecht. Beider Fachkunde war gefragt. Daher freuten sie sich sehr, als Ingrid Borgmeier und Sabine Flender mit Kaffee zu den Marktständen kamen.

Mit großem Interesse an kleinen Lebewesen standen Besucher aller Generationen am Stand des Wersener Vereins Mühle Bohle. Dort gab es eine Informationsfülle und fertige Insektenhotels gegen Spenden. Luis und Julian füllten konzentriert ein vorbereitetes Häuschen mit Schilfrohr und anderen Utensilien, in denen Insekten ihre Nachkommen hineinlegen können. „Das Hotel bekommt einen Platz bei uns zuhause“, berichtete Julian. Er hatte Glück. Zum Schluss gab es keine Insektennisthilfen mehr.

Angebotsvielfalt lockt Besucher an

Wie man ein Hochbeet aus Holz baut, zeigte der Verein „Für Lotte“, der auch Mitmachgymnastik zu „Rückenfit im Garten“ anbot. Kinder konnten beim Kunstkreis malen und sich nebenan bei Thekla Hasselkuß schminken lassen.

Wer Appetit und Durst bekommen hatte, war richtig bei den Alt-Lotter Landfrauen, beim Deutsch-Französischen Förderverein Lotte, beim Kunstkreis, bei der Flüchtlingshilfe Lotte und beim Schützenverein Lotte etwas Leckeres holen und sich auf dem Marktplatz in geselliger Gruppe zusammensetzen. Schnell war es auch im ökumenischen „Café-Garten“ vorm evangelischen Gemeindehaus „Arche“ rappelvoll – und nach einiger Zeit das Selbstgebackene ausverkauft.

Viel Lob für den Servicebetrieb

Lottes Umweltbeauftragte Ursula Wilm-Chemnitz und Klimamanager Marc-Philipp Nikolay, die mit Wirtschaftsförderin Joana Watermeyer den ersten Lotter Gartenmarkt organisiert hatten, waren so richtig zufrieden mit der Premiere – und mit dem Wetter. „Ich freue mich über die teils sehr positive Resonanz und für den Servicebetrieb über das viele Lob zur gärtnerischen Umgestaltung vorm Haus Hehwerth und dem Fachwerk, dass unsere Kollegen für ein großes Insektenhotel selbst gebaut haben“, ergänzte die Umweltbeauftragte. Man merke, dass die Besucher eine Veranstaltung im Ortskern vermisst hätten.

Überlegungen für zweiten Lotter Gartenmarkt

„Andere Kommunen haben vergleichbare Pläne in den Schubladen. Die Gemeinde Lotte aber gehört zu den ersten, die die Idee mit Unterstützung aus der Bevölkerung in die Tat umsetzen“, stellt die Klimamanager heraus. Ein zweiter Lotter Gartenmarkt in einem anderen Ortsteil sei jedenfalls geplant.


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