Ikek nimmt Fahrt auf Wir-Gefühl in Lotte nachhaltig fördern

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Lotte. Ideen und Initiativen von Bürgern zur Zukunft der Heimatgemeinde sind auch beim Lotter Ikek (Integriertes kommunales Entwicklungskonzept) gefragt. Die vier Dorfwerkstätten zeigten: Bereitschaft mitzuwirken, ist in jedem Ortsteil vorhanden.

Ikek ist auf Langfristigkeit angelegt und bedarf einer breiten Bürgerbeteiligung. Die gibt es in Lotte, wie der Besuch der Dorfwerkstätten in Halen, Büren, Wersen und Alt-Lotte zeigte – wenn auch das Interesse unterschiedlich groß ausfiel. Für die Verwaltung begleiteten Bauamtsleiterin Astrid Hickmann (in Alt-Lotte, Büren), ihre Kollegin Margarete Lersch (Halen, Wersen) und Wirtschaftsförderin Joana Watermeyer (Alt-Lotte, Büren) die Treffen.

Gemeinsame Lotter Themen

„Der Öffentliche Personennahverkehr war überall Thema; nicht nur die Erreichbarkeit der Ortsteile innerhalb der Gemeinde, sondern auch in Richtung Osnabrück. So war ein Wunsch die Tarifharmonisierung“, beschrieb Joana Watermeyer ein gemeinsames Lotter Thema.

Auch die Barrierefreiheit in der Gemeinde, das Wohnen Älterer möglichst zentrumsnah und kulturelle Angebote vor Ort gehörte zu gemeinsamen Wünschen in den Dorfwerkstätten. Außerdem wünschten sich die Teilnehmer unter anderem mehr gut zu bewältigende Wanderwege durch die nahegelegene Natur. Kritisiert wurde hingegen übereinstimmend, dass die Pflege einiger kommunaler Grünflächen zu wünschen übrig lasse.

Wünsche aus den Ortsteilen

„Den Halenern war es wichtig, dass die Menschen einen Treffpunkt haben, und zwar im Ortskern und, dass es am Bahnhof einen abschließbaren Radunterstand mit der Möglichkeit, Ebikes aufzuladen sowie einen Wanderunterstand geben solle“, berichtete Margarete Lersch. „Ein Treffpunkt im Ortskern war in Alt-Lotte auch Thema und ging in Richtung Mehrgenerationenanlage. Auch die nicht mehr zeitgemäße verkehrsberuhigte Bahnhofstraße mit den störenden Pollern am Straßenrand wurde kritisiert; und der Ladenleerstand in dem Abschnitt“, ergänzte Joana Watermeyer. Auch die Bürener wünschten sich einen generationenübergreifenden Treffpunkt zur Pflege der Gemeinschaft sowie weitere Feiern wie bei der Eröffnung des Berliner Platzes, berichtete Astrid Hickmann.

In Wersen standen oben auf der Wunschliste eine bessere Anbindung der Siedlungen am Gänsehügel beziehungsweise an der Bringenburg zum Ortskern und zu den Düteauen. Die Osterberger wünschen sich dringend einen sicheren Radweg entlang der Lengericher Straße nach Alt-Lotte und zurück. In Alt-Lotte wurden Gefahrenpunkte beispielsweise beim Begegnungsverkehr auf der Bahnhofstraße im Ortskern thematisiert.

Ideenpräsentation am 16. April

Klar gab es auch kreative Ideen, die in Listen vorliegen. „Wir sind noch einmal vom Büro Planinvent darauf hingewiesen worden, keine Themen der Ideenlisten vorab preiszugeben. Die Vorstellung möglicher Projekte möchte Planinvent beim nächsten Treffen übernehmen“, betonte Astrid Hickmann. Und berichtet dann doch von Projekten, die bereits angelaufen seien, beispielsweise Obstbaumalleen parallel zu Radwegen und das Anlegen von Blühstreifen in der Gemeinde.

Beteiligung noch möglich

Gelegenheit, sich mit Ideen beim Ikek einzubringen, besteht nach wie vor. Anonym ist das möglich im Internet auf https://www.surveymonkey.de/r/R65LGPT. Dort ist im Gegensatz zu den Fragebögen in den Dorfwerkstätten nicht von „Kümmerern“ die Rede, die als Ansprechpartner für Projekte zur Verfügung stehen sollen. Dieser Begriff habe, so die Bauamtsleiterin, nach ihrer Einschätzung manche Werkstattbesucher abgehalten, das Feld auszufüllen. Grund sei, dass Planinvent Ortskundige ansprechen kann. Neutraler wäre wohl Projektideengeber gewesen, waren sich die drei Verwaltungsmitarbeiterinnen einig.

Fördermittel

„Wichtig ist es, nach kurz-, mittel- und langfristigen Projekte zu sortieren und Förderanträge zu stellen“, beschrieb Margarete Lersch einen Teil des weiteren Vorgehens. Die Fördermittel stammen aus dem EU-Landwirtschaftsfonds und werden vom Land NRW kofinanziert. Die Kommunen finanzieren gleichfalls rund 35 Prozent je Projekt mit, für das auch Spenden und Eigenleistungen eingebracht werden können. Abgewickelt werden die Projekte von den jeweiligen Bezirksregierungen. „Aber wir dürfen nicht in Konkurrenz zur örtlichen Wirtschaft treten“, sagte Margarete Lersch.

Wir-Gefühl nachhaltig fördern und erhalten

Andererseits, wandte Astrid Hickmann ein, gehe es nicht ausschließlich darum, Fördermittel zu generieren. „Wir möchten einen Prozess ins Leben rufen, der nachhaltig in die Zukunft gerichtet ist, um die Dorfgemeinschaft zu fördern“, betonte die Bauamtsleiterin.

Weitere Infos gibt es auf der Gemeindehomepage www.gemeinde-lotte.de. Die nächsten Ikek-Treffen, jeweils montags, 19 Uhr, im Café-Restaurant Golfclub Dütetal: Forum 1 „Strategie/Leitbild“, 16. April; Forum 2 „Projekte“, 14. Mai; Forum 3 „Verstetigung“, 11. Juni.


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