Fällaktion in den Osterferien Kastaniensterben in Büren durch Bakterium und Pilz

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Lotte. Nach dem Eschensterben scheint nun auch ein Kastaniensterben in der Gemeinde Lotte um sich zu greifen. An der Bürener Regenbogengrundschule wurden dieser Tage zwei Kastanien gefällt, die nicht mehr zu retten waren.

Wie ein riesiges Insekt, stand der Hubsteiger auf dem Schulhof der Regenbogenschule Büren. Ein Teil des Spielplatzes sowie des Fußweges mussten gesperrt werden, als Sven Bosse von der Firma Stockreiter in den Korb stieg, um die Kettensäge anzusetzen. Bewusst hatte man entschieden, die Bäume noch vor dem Blätteraustrieb in den Osterferien zu fällen, um die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer zu gewährleisten.

Teerflecken durch Pseudomonas

„Die Kastanien haben eine Komplexerkrankung aus einem Bakterium und einem Pilz“, erklärt Lottes Umweltbeauftragte Ursula Wilm-Chemnitz. Erst habe sich das Bakterium Pseudomonas in den Leitungsbahnen der Kastanien, über die die Bäume mit Saft versorgt werden, angesiedelt. „Das Bakterium lässt auch die auffälligen Teerflecken auf der Rinde entstehen“, erklärt Wilm-Chemnitz. Das allein sei nicht tödlich, schwäche aber den Baum. „Zusätzlich haben sich Pilze angesiedelt, gegen die sich der Baum nicht wehren kann, ihn noch mehr schwächt, sodass er aus dem Verkehrsraum entfernt werden muss“, führt die Fachfrau weiter aus.

Dieser Befall steckt andere Baumarten nicht an und hat offensichtlich auch die weiteren Kastanien an der Richard-Eberlein-Straße nicht infiziert. „Ich habe leider auch bei privaten Kastanien diese Diagnose stellen müssen“, berichtet die Umweltbeauftragte. „Betroffen von der Krankheit sind sowohl weiß, als auch rosa blühende Kastanien“, ergänzt Sven Bosse. Der Baumfachmann war mit seinem Kollegen Manfred Haarmann in Büren, um die beiden erkrankten Bäume zu fällen. Erst wurden Äste abgesägt und vor Ort geschreddert, anschließend die Stämme stückweise gekürzt.

Vor 60 Jahren von Schülern gepflanzt

Die Kastanien gehören zu der Baumreihe, die vor rund 60 Jahren am Rand des damaligen Schulhofs von Schülern gepflanzt wurden. Nach 60 Jahren seien diese Art Weichholzbäume eigentlich noch nicht abgängig. „An idealen Standorten erreichen Kastanien durchaus ein dreistelliges Alter“, weiß Sven Bosse. Doch im Zuge des Straßenausbaus ist der Pausenhof verkleinert, und das Umfeld der Bäume auch durch Pflaster verdichtet worden. „Die Kastanien haben in den zurückliegenden Jahrzehnten einiges mitgemacht“, sinniert Ursula Wilm-Chemnitz.

Dafür, dass von den Bäumen im Straßenraum keine Gefahr ausgeht, hatte die Lotter Verwaltung bereits vor einigen Jahren gesorgt, als im oberen Bereich eines Baumes Spanngurte befestigt wurden, um die Krone zu stabilisieren. Diese Gurte wurden nun ebenso entfernt, wie ein Vogelkasten, den Schüler der Offenen Ganztagsbetreuung vor einigen Jahren gebaut hatten.

Nistkasten gerettet

Hausmeister Oliver Blumenthal wird die Nisthilfe an anderer Stelle befestigen. „Der Kasten ist leer. Es ist Auflage des Kreises Steinfurt, dass wir das überprüfen.“, erklärt Bosse. Auch die Baumhöhlen hätten sie auf Nester kontrolliert. Fündig seien sie nicht geworden, sodass die Kastanien gefällt werden konnten. Über eine Ersatzbepflanzung ist noch nicht entschieden worden. Die wird alsbald im Rahmen der Schulhofumgestaltung festgelegt.


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