Ein Baum gefällt, einer gerettet Stängelbecherchen tötet Esche am Alt-Lotter Marktplatz

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Letzte Späne der gefällten Esche recht Daniel Weimar zusammen. Eine Hainbuche erhält alsbald ihren Standort hinter dem runden Busch. Foto: Ursula HoltgreweLetzte Späne der gefällten Esche recht Daniel Weimar zusammen. Eine Hainbuche erhält alsbald ihren Standort hinter dem runden Busch. Foto: Ursula Holtgrewe

Lotte. Das „Falsche Weiße Stängelbecherchen“ ist ein Eschenkiller. Dem vor rund 20 Jahren aus Asien eingeschleppten Pilz fiel nun eine Esche am Alt-Lotter Haus Hehwerth zum Opfer. Ersetzt wird sie mit einer benachbarten Hainbuche, die hätte entfernt werden sollen.

Der Pilz ruft das sogenannte Eschentriebsterben hervor. Bereits vor rund eineinhalb Jahren berichtete die Westfälische Tagespost darüber, dass in der Gemeinde Lotte die „Gemeine Esche“ und die „Schmalblättrige Esche“ betroffen seien. „Die Esche am Marktplatz haben wir nicht retten können“, bedauerte Baumfreundin und Lottes Umweltbeauftragte Ursula Wilm-Chemnitz.

„Neue Triebe trocknen zurück, weil ihnen das Myzel, das Geflecht des Pilzes, die Kraft nimmt“, erklärte Lottes Gemeindegärtner Martin Pötter. Er ist in der Gemeinde auch für die Baumschau unterwegs und meldet erkrankte Bäume.

Pilz aus Asien eingewandert

In Osterberg und an der Tecklenburger Straße hätten bereits pilzbefallene Eschen gefällt werden müssen. „Der Pilz wurde mit Holz aus Asien eingeschleppt und hat sich in Deutschland verbreitet“, erklärte Pötter. Dass das „Falsche Weiße Stängelbecherchen“ die Esche im Ort befallen habe, habe vermutlich der Sporenflug mit westlichen Winden verursacht.

So leid der Umweltbeauftragten jeder Baum tut, der der Kettensäge zum Opfer fällt, sie ist auch verantwortlich für die Verkehrssicherheit. „Die Stand- und Bruchsicherheit war nicht mehr gewährleistet. Die Verwaltung muss auch für die Verkehrssicherheit sorgen. Dazu gehört, dass bei Wind oder gar Sturm keine Gefahren von Bäumen im öffentlichen Raum, wie herabfallende Äste, ausgehen darf“, betont Ursula Wilm-Chemnitz. Das habe auch für die abgängige Esche gegolten.

Ersatz mit einer Hainbuche von nebenan

Folglich schritten Martin Pötter und dessen Kollege Daniel Weimar zur Tat und fällten den pilzbefallenen Baum. Die Wurzel soll noch in der Woche vor Ostern herausgebaggert werden. Und wie es der Zufall wollte, steht ein Ersatzbaum bereits parat.

In der Nähe der Esche steht eine Hainbuche, die eh einen anderen Standort erhalten sollte. „Hainbuchen sind sehr robuste Straßenbäume. Diese hier ist etwa acht Jahre alt und verträgt ein Umpflanzen noch ganz gut. Ich werde sie im Kronenbereich einkürzen. Ihren neuen Standort erhält sie in der Nähe des Bücherschranks“, berichtete Martin Pötter.

Dass die Hainbuche erhalten bleibt, erfreut auch Ursula Wilm-Chemnitz. „Ein Baum gefällt. Ein Baum gerettet“, resümiert die Baumfreundin halbwegs versöhnt.


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