Grenzübergreifendes Projekt Initiative präsentiert Bürgerbus Hollage-Halen

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Grenzübergreifender Verkehr: Bekommen bald auch Halen und Wersen einen Bürgerbus wie hier in Westerkappeln? Foto: Ulrike HavermeyerGrenzübergreifender Verkehr: Bekommen bald auch Halen und Wersen einen Bürgerbus wie hier in Westerkappeln? Foto: Ulrike Havermeyer

Lotte. Noch steckt das Projekt in den Kinderschuhen, aber die Initiative „pro Bürgerbus Wallenhorst“ drückt aufs Tempo: Am 21. März wollen die Mitstreiter einen Verein gründen und am Tag darauf im Lotter Gemeinderat um Unterstützung werben. Bereits 2019 soll der Bürgerbus auch zwischen Hollage und Halen ans Streckennetz gehen.

Bis es so weit ist, sind noch einige Hürden zu nehmen. Zwar hatten Landkreis Osnabrück, Planungsgesellschaft Nahverkehr Osnabrück GbR (Planos), der Betreiber Weser-Ems-Bus und der Wallenhorster Bürgermeister Otto Steinkamp bereits finanzielle und organisatorische Unterstützung signalisiert, aber mit der Vereinsgründung müssen noch die rechtlichen Voraussetzungen für die Zulassung eines Kleinbusbetriebs mit ehrenamtlichen Fahrern geschaffen werden. Die Finanzierung muss noch aufgestellt und die Fahrstrecke über Weser-Ems-Bus genehmigt werde, erklärte Marion Müssen vom Bürgerbus-Team. Sie ist aber zuversichtlich, dass es klappt: „Wir haben noch ein Jahr Zeit, bis wir den Betrieb aufnehmen.“

16 Fahrer haben bereits zugesagt

Zurzeit sei sie dabei, mit dem Privatfahrzeug mögliche Routen abzufahren und die Fahrzeiten zu ermitteln. 16 potenzielle Fahrer haben sich bereits gemeldet; benötigt werde aber ein Pool von 25 bis 30 Fahrern, um einen Schichtdienst mit viereinhalb Stunden Einsatzzeit pro Woche für jeden einzelnen der unentgeltlich und ohne Aufwandsentschädigung fahrenden Chauffeure organisieren zu können.

Deshalb sucht „pro Bürgerbus Wallenhorst“ noch weitere Fahrer. Sie müssen mindestens 21 Jahre alt sein und seit zwei Jahren einen Pkw-Führerschein haben. Für die Beantragung eines Personenbeförderungsscheins beim Straßenverkehrsamt sind dann noch Sehtest, polizeiliches Führungszeugnis und arbeitsmedizinische Bescheinigung erforderlich. Auch dafür ist laut Marion Müssen eine Anschubfinanzierung nötig, denn diese Formalitäten samt Gesundheitsprüfung kosteten etwa 250 Euro pro Person.

Unterstützung auch jenseits der Landesgrenze?

Sie hofft deshalb auch auf Unterstützung vom Kreis Steinfurt und von der Gemeinde Lotte, denn schließlich soll der Bürgerbus nicht nur die vier Wallenhorster Ortsteile, sondern länderübergreifend auch Hollage mit Halen und möglichst auch Wersen verbinden. Die Initiative sei daher auch im Gespräch mit dem Bürgerradwegverein Hollage-Halen, berichtete sie. Und sie habe eine Einladung zur Sitzung des Lotter Gemeinderates am 22. März bekommen, um dort das Projekt vorzustellen. Das bestätigte Lottes Hauptamtsleiterin Petra Tepe auf Nachfrage.

Lotter Bürgermeister vorsichtig optimistisch

Der Lotter Bürgermeister Rainer Lammers sieht das grenzübergreifende Projekt grundsätzlich positiv, „vor allem für Hollage und Halen“. Auch die Fortführung nach Wersen wäre ganz seinem Sinne. Ein wenig skeptisch äußerte er sich im Hinblick darauf, dass die Kleinbusverbindung auch genügend Fahrgäste findet: „Ich kann beim besten Willen nicht absehen, wie das angenommen wird“, sagte er und gab zu bedenken: „Das muss alles finanziert werden können.“ Darüber müsse noch konkret gesprochen werden. Die Länder- und Gemeindegrenzen überschreitende Kooperation beim gemeinsamen Schnatgang und beim Radweg Halen-Hollage sei eine „sehr gute Entwicklung“. Ob und wie sich die Gemeinde Lotte finanziell am Projekt Bürgerbus beteiligt, müsse aber noch in den politischen Gremien diskutiert werden. „Ich sehe das rundherum positiv“, bekräftigte Lammers seine Haltung. Er hat zugesagt, an der Gründungsversammlung für den Verein in Wallenhorst teilzunehmen.


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