„Das sind uns die Kinder wert!“ Provisorische Drei-Gruppen-Kita in Wersen

Von Erna Berg


Lotte. Es gibt eine Übergangslösung, um den Bedarf an 32 Kindergartenplätzen ab 1. August zu decken. Das haben die Gemeinde Lotte, das Kreisjugendamt, der künftige Kitaträger CJD und ein Grundstücksbesitzer aus Wersen gemeinsam auf den Weg gebracht.

Nach den Prognosen des Kreisjugendamtes reichen die vorhandenen Kindergartenplätze – besonders in Wersen und Büren – nicht aus, um alle Kinder im neuen Kindergartenjahr unterzubringen. 32 Kindergartengruppen werden in der Gemeinde Lotte ab Sommer benötigt. Bis zum Jahr 2021/22 fehlen wahrscheinlich noch vier weitere, teilten Mitarbeiter des Kreisjugendamtes dem Ausschuss für Schulen, Sport, Soziales und Kultur (ASSSK) mit. Die Gemeinde Lotte liege bei den Anmeldungen der Altersgruppe der 0-2-Jährigen mit 24,4 Prozent deutlich über dem Kreisdurchschnitt, der 2017 bei rund 17 Prozent lag. Kleinere Kinder bedeuten auch kleinere Gruppengrößen.

Baulückenkataster zeigt Lösung auf

„Es war nicht einfach, sondern ein Kraftakt ohnegleichen, aber dank des Baulückenkatasters haben wir schließlich ein passendes Grundstück gefunden, auf dem wir eine Drei-Gruppen-Kita bezugsfertig bis zum 1. August errichten können“, betonte Margarete Lersch vom Bauamt. Zusammen mit Bürgermeister Rainer Lammers und seiner allgemeinen Vertreterin Petra Tepe informierte er am Donnerstagmorgen über die Übergangslösung, für den Abend war noch ein Treffen mit den betroffenen Anliegern geplant.

Die Gemeinde stand unter Druck, wurde die Zeit doch allmählich knapp, um den Betreuungsbedarf der jüngsten Bürger zu decken. Lammers bedankte sich bei den beiden Mitarbeiterinnen, „die sich sehr engagiert haben“. Ein gemeindeeigenes Grundstück war nicht verfügbar. Daher gilt der besondere Dank des Bürgermeisters Klaus Schürkamp, der das rund 2300 Quadratmeter große Grundstück für zwei bis drei Jahre „zugunsten der Allgemeinheit zur Verfügung stellt“.

Gemeinde muss selbst aus der Tasche

Die provisorische Baumaßnahme wird nicht über die Kreisumlage finanziert, die Gemeinde muss rund 200000 Euro dafür selbst in die Hand nehmen. „Das ist ein hoher Sonderaufwand für die Gemeinde, aber das sind uns die Kinder wert“, betonte der Bürgermeister.

In Modulbauweise wird der Drei-Gruppen-Kindergarten errichtet. „Die Ausstattung mit hochwertigem Standard wird im Vergleich mit den anderen Kitas nichts nachstehen, es gelten die gleichen Qualitätsansprüche“, bekräftigen Lersch und Tepe. Der Modulbau, eine Außenanlage mit Rollrasen, Sand, Zaun und Parkplätzen werden bald an der Ecke Zum Attersee/Hoher Esch zu sehen seien.

Es ist nur eine vorübergehende Lösung, die Suche nach einem geeigneten, etwa 3600 Quadratmeter großen, Grundstück für einen neuen Fünf-Gruppen-Kindergarten und Verhandlungen mit Grundstückseigentümern dauern derweil an. „Aber jetzt haben wir erst einmal zwei Jahre Luft“, ist Margarete Lersch erleichtert. In der Bürener Regenbogen-Kita werden weiterhin vier Gruppen untergebracht, in Lotte kann im Kinderland noch für eine Gruppe angebaut werden.

Infos für Eltern

So könnte die Fläche für das Kindergartenprovisorium genutzt werden. Grafik: feldhausarchitekten

Am Mittwoch, 21. März, 19 Uhr, lädt der Kreis in den Ratssaal ein, gab Petra Tepe bekannt. „Dort wird der Architekt die Pläne vorstellen und der Träger, das Christliche Jugenddorfwerk Deutschland, alle Fragen beantworten, damit sich die Eltern ein Bild der künftigen Kita machen können.“