Auch Grundschüler sollen Mensa nutzen Mittagessen an der Gesamtschule in Wersen

Von Frank Klausmeyer

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Für die Frischebars der Stattküche (hier in Westerkappeln) muss in der Mensa am Gesamtschulstandort in Wersen erst noch Platz geschaffen werden. Archivfoto: Frank KlausmeyerFür die Frischebars der Stattküche (hier in Westerkappeln) muss in der Mensa am Gesamtschulstandort in Wersen erst noch Platz geschaffen werden. Archivfoto: Frank Klausmeyer

Lotte. Die Schülerinnen und Schüler der Gesamtschule Lotte-Westerkappeln sollen ab dem Schuljahr 2019/20 am Standort Wersen wie in Westerkappeln von der Stattküche Münster verpflegt werden. Auch die Wersener Grundschüler des Offenen Ganztags werden dann voraussichtlich in der Mensa essen gehen.

Das ist das Ergebnis der jüngsten Versammlung des Schulzweckverbandes. Das Essen in Wersen wird zurzeit von einem Caterer aus Ostercappeln angeliefert. Die Mensa betreibt der Förderverein der Gemeinschaftshauptschule (GHS) Lotte, die bekanntlich im Sommer kommenden Jahres die letzten Schüler verabschiedet. Eine Umstellung der Mittagsverpflegung macht also schon deshalb Sinn. Der Wunsch, den Mensabetrieb in Wersen an die Stattküche zu vergeben, war nach Angaben der Leitung der Gesamtschule immer wieder von Eltern geäußert worden.

Stellfläche für Frischebars

Bereits im Januar hatten sich Vertreter der Stattküche und des Architekturbüros Flatau in Wersen umgesehen, um die räumlichen Voraussetzungen für einen Betreiberwechsel in der Mensa abzuklopfen. Ergebnis: Größere Umbaumaßnahmen für ein Buffetessen, wie es die Stattküche anbietet, sind nicht erforderlich. Lediglich der Kiosk müsste umziehen, am besten in den Personalraum. Die Mitarbeiter könnten dann einen dahinter liegenden Raum der Grundschule nutzen, erläutert die Verwaltung des Schulzweckverbandes.

Derzeit gibt es 150 Sitzplätze in der Wersener Mensa. Weil die Stattküche Stellflächen für drei sogenannte Frischebars braucht, müsste die Bestuhlung reduziert werden. Gegebenenfalls muss deshalb künftig in mehreren Schichten gegessen werden, zumal ja noch die Grundschüler dazukommen.

Aus betriebswirtschaftlicher Sicht der Stattküche müssen täglich 100 Kinder und Jugendliche zum Mittagessen gehen. Diese Grenze scheint kein Problem zu werden. Denn derzeit nehmen nach Angaben der Gesamtschule 180 von 280 Schülern teil.

Kein mitgebrachtes Essen mehr

Vorbei sind dann aber wohl die Zeiten, in denen die Schüler eigenes Essen mit in die Mensa bringen dürfen. Die Stattküche begründet dies mit ihrem Chipsystem. Die Zugangskarten werden am Eingang gescannt und erlaubten nur den Kindern und Jugendlichen Zutritt, die auch ein Mittagessen gebucht haben.

Friedhelm Lange (CDU) äußerte in der Sitzung die Sorge, dass diese Regelung eine „vertreibende Funktion“ für Schüler habe, die nicht am Mittagessen teilnehmen. Die Westerkappelner Bürgermeisterin Annette Große-Heitmeyer versuchte, diese Befürchtung zu entkräften. In Westerkappeln habe man die Erfahrung gemacht, dass so mehr Schüler in die Mensa gehen.

Da die Mensa nicht mehr als Aufenthaltsraum zur Verfügung steht, schlägt die Verwaltung vor, im Bereich des Kiosks beispielsweise Stehtische aufzustellen, an denen Schüler von zu Hause mitgebrachtes Essen verzehren können. Das wiederum hätte allerdings zur Folge, dass die Ganztagsfläche in der Aula schrumpft.

Was passiert mit Förderverein-Mitarbeitern?

Offen ist noch die Frage, was mit dem Personal des Fördervereins der GHS geschieht. Es gebe noch keine Zusage für eine hundertprozentige Übernahme der Mitarbeiter, die Stattküche zeige sich aber entgegenkommend, erläuterte Petra Tepe, Hauptamtsleiterin der Gemeinde Lotte.

Die Stelle für die Buchhaltung falle wohl weg, gab Susanne Siemering (SPD) zu bedenken. Zumindest Manfred Stalz, Leiter der Gesamtschule, hat damit kein Problem. Träger und Schule würden deutlich entlastet, wenn die Verwaltungsarbeit von der Stattküche geleistet werde. Derzeit müssten beispielsweise die Lehrer Listen fürs Mittagessen herumgehen lassen und Geld einsammeln.


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