„Ein sehr enttäuschender Auftritt“ Michael Bosse ist mit den Sportfreunden nicht wirklich zufrieden

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Lotte. Nur einen Punkt haben die Sportfreunde Lotte aus der englischen Woche eingefahren. Mit dem 0:2 gegen Fortuna Köln war auch der 56-jährige SFL-Fan Michael Bosse nicht zufrieden. Der Ingenieur aus dem benachbarten Hasbergen ist seit 10 Jahren Dauerkarten-Inhaber und sieht jedes Heimspiel.

Herr Bosse, das 0:2 war nicht gerade vergnügungssteuerpflichtig, oder?

Das war ein sehr enttäuschender Auftritt. Das Spiel war intensiv, aber auch ziemlich zerfahren. Das lag zum einen sicherlich auch an den Platzverhältnissen. Bei der Auswechslung von Jaroslaw Lindner hätte man vielleicht statt personenbezogen eher taktisch umstellen können, denn ein André Dej hätte da sicherlich mehr Qualität im Spielaufbau gebracht. Zum Spiel insgesamt: Lotte hatte sich zwar nie aufgegeben, aber ich hatte nicht den Eindruck, dass man den Bock noch umstoßen kann. Dafür war Fortuna Köln von der Spielanlage her einfach zu clever und routiniert.

Welche Erklärung haben Sie dafür?

Der Spielaufbau war nicht sehr gelungen, der Schiedsrichter hatte auch keinen guten Tag. Er hätte sicher von den zwei strittigen Situationen einen Elfmeter pfeifen können. Andererseits hat er auf der anderen Seite für die Kölner aber auch keinen gegeben. Vielleicht hätte er häufiger pfeifen sollen, denn er hat das ganze Spiel über die lange Leine laufen lassen.

Wie sehen Sie den bisherigen Saisonverlauf?

Ich glaube, dass diese Saison extrem viele Störgeräusche da waren. Dazu zählen die vielen Trainerwechsel und die Unruhe in der Mannschaft, die so etwas mit sich bringt. Dazu kommen viele einfache Fehler, die zu extrem vielen Punktverlusten geführt haben. Und dazu gehört auch die Abschlussschwäche, die ist wirklich schlecht. Im Grunde ist jedes Spiel sehr eng und man muss sich die Punkte hart erarbeiten. Ich bin aber zuversichtlich, dass wir die Klasse halten können. Weil auch die direkten Gegner der unteren Tabellenhälfte noch zu bespielen sind, sollte es am Ende für Lotte reichen.

Wie sehen Sie die bisherige Bilanz von Trainer Andreas Golombek?

Viel erfolgreicher als sein Vorgänger ist er nicht. Ich habe bemerkt, dass es unter Marc Fascher eine sehr große Unzufriedenheit auf der Tribüne gab, vor allem wegen seiner Spielweise. Genau das ist bei Andreas Golombek anders. Er lässt eben nicht so defensiv spielen wie Fascher. Man muss nur auch sehen, dass ihm mit Nico Neidhart jemand fehlt, der gerne das Offensivspiel belebt hat und auf der linken Seite sehr starke Spiele gemacht hat. Diesen Ausfall steckt man nicht einfach so weg, egal welcher Trainer gerade da ist.

Sie sind selbst ja auch Fußballtrainer. Welche Lizenz haben Sie denn?

Ich bin im Besitz der DFB-Elite-Jugend-Lizenz. Damit könnte ich im Prinzip Vereine bis hoch zur Oberliga trainieren. Trainiert habe ich früher bereits unter anderem die Mannschaften aus Hasbergen und dem SV Hellern. Und selbst aktiv war ich bei verschiedenen Vereinen im Münsterland.

Beim Trainerlehrgang waren Gerüchten zufolge ja einige prominente Ex-Kicker in ihrem Jahr dabei.

Stimmt, die Lizenz habe ich damals mit Ex-Profis wie David Odonkor, Torsten Frings, Moses Sichone, Marco Vorbeck gemacht. Das war eine tolle Sache, denn ich konnte mir schon das ein oder andere von denen abschauen. Deren Erfahrung war sehr beeindruckend und ich habe viel gelernt.


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