Für Gesamtplanung in Wersen Lotter Ausschuss: Förderantrag zurückstellen

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Die Natursteineinfassung der Haltebucht an der Bushaltestelle vorm Rathaus wird von den Gelenkbussen zwangsläufig oft überfahren und beschädigt.Die behindertengerechte Umgestaltung, so die einhellige Meinung im Fachausschuss, soll in den Ikek-Prozess eingebunden und im Zuge der Gesamtplanung für Westerkappelner Straße und Rathausplatz erfolgen. Foto: Erna BergDie Natursteineinfassung der Haltebucht an der Bushaltestelle vorm Rathaus wird von den Gelenkbussen zwangsläufig oft überfahren und beschädigt.Die behindertengerechte Umgestaltung, so die einhellige Meinung im Fachausschuss, soll in den Ikek-Prozess eingebunden und im Zuge der Gesamtplanung für Westerkappelner Straße und Rathausplatz erfolgen. Foto: Erna Berg

Lotte. Im Grundsatz gab es viel Lob für die Entwurfsplanung zur Umgestaltung der Bushaltestellen am Wersener Rathaus, die Frank Diederich und Carolin Baune in der jüngsten Sitzung des Verkehrs- und Umweltausschusses präsentierten. Dennoch waren sich am Ende alle einig, den Förderantrag auf ÖPNV-Mittel zu verschieben, um eine Planung „aus einem Guss“ zu bekommen, in die Westerkappelner Straße und Rathausplatz einbezogen sind.

Die beiden Bushaltestellen vor dem Rathaus an der Westerkappelner Straße hätten ohnehin repariert werden müssen, da die Natursteinborde seit Einführung der Gelenkbusse von diesen regelmäßig angefahren werden und eine Gefahrenquelle sind. Eine reine Instandsetzung wäre der modernen Anforderung einer behindertengerechten Haltestelle mit höhengleichem Buseinstieg nicht gerecht geworden, weshalb das Westerkappelner Ingenieurbüro D.S.I. mit der Untersuchung und Überplanung des rund 100 Meter langen Straßenabschnitts zwischen Kreissparkasse und Volksbank beauftragt wurde, um bis zum Sommer über den Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe zum Jahr 2019 einen Förderantrag für ÖPNV-Infrastruktur stellen können.

Buskap statt Haltebucht

Wie die Planer erläuterten, ist auf der Rathausseite (Nordseite) nicht genug Platz, um die Haltebucht so zu vergrößern, wie es für eine Hochbordanlage mattaktilem Leitsystem zum behindertengerechten Einstieg erforderlich wäre. Der von Carolin Baune vorgestellte Entwurf sieht deshalb nur auf der gegenüberliegenden Südseite eine Busbucht vor, da die Westerkappelner Straße in Richtung Büren und Halen auch Umleitungsstrecke für die A 1 ist und das Halten der Busse auf der Fahrbahn daher nicht in Frage kommt. Am Rathaus soll hingegen ein „Buskap“ entstehen, das die Ausfahrt des Rathausparkplatzes berücksichtigt. Hier halten die Busse dann auf der Fahrbahn. In Richtung Osten, wo jetzt nur eine Mittelinsel das Überqueren der Straße erleichtert, sieht der Entwurf einen Zebrastreifen mit „Nullabsenkung“ (Barrierefreiheit für Rollstuhlfahrer und Kinderwagen) vor.

Schutzstreifen statt Radweg

Weil nicht genug Fläche zur Verfügung steht, um auf beiden Seiten der Westerkappelner Straße einen kombinierten Geh- und Radweg anzulegen, der laut Astrid Hickmann vom Bauamt mindestens 2,50 Meter breit sein müsste, ist ein solcher nur auf der Südseite Richtung Büren geplant. Auf der Nordseite soll auf der Fahrbahn ein 1,50 Meter breiter Schutzstreifen für Radfahrer markiert werden. Dort hätten Radfahrer Vorrang; er dürfte aber in Ausnahmefällen auch von Kraftfahrzeigen überfahren werden. Der Gehweg Richtung Volksbank bliebe bestehen.

„Wir haben noch keine taktilen Leitsysteme eingezeichnet“, so Baune. Sie hob hervor, dass die Oberfläche einheitlich gestaltet werden soll, die Barrierefreiheit gefördert wird und der Kreis die Sanierung der Fahrbahndecke mittragen würde, weil es sich um eine Kreisstraße handelt.

Für Planung aus einem Guss

Als „zwingend nötig“ und „überfällig“ begrüßte Hermann Brandebusemeyer für die SPD Barrierefreiheit und höhengleichen Buseinstieg. „Das ist eine gute Basis, auf der man arbeiten kann“, lobte er die Entwurfsplanung. Probleme sah er jedoch darin, dass der Radfahrerschutzstreifen „im Nirwana beginnt und auch da aufhört“ und Sicherheit nur suggeriere, aber nicht gewährleiste. Er sprach sich dafür aus, den gesamten Bereich als Tempo-30-Zone auszuweisen und Rathausplatz und Westerkappelner Straße von der Mühlenbreede bis zur Poststraße mit einzubeziehen: „Die Planung muss aus einem Guss sein!“

Weichenstellung für Rathausplatz

Das meinten auch CDU und Grüne. „Wir begrüßen grundsätzlich den Entwurf für die neue Bushaltestelle, haben aber ähnlich wie die SPD Bauchschmerzen bei einigen Dingen“, sagte Steffen Wascher und verwies auf die „Unübersichtlichkeit“ des gesamten Kreuzungsbereichs. „Wir wollen dort eine saubere Verkehrsführung und sehen das als Auftakt für die Rathausplatzgestaltung“, betonte er und sprach von „Signalwirkung“ und „Weichenstellung“.

„Auch wir sind mit dem Schutzstreifen nicht zufrieden“, erklärte Stefan Franke (Grüne). Da es den Grünen eine Herzensangelegenheit sei, dass behinderte Menschen künftig besser gestellt sind, „finden wir den Entwurf sehr, sehr klasse“. Aber anstatt in „Salamitaktik“ jetzt Fakten zu schaffen sollte man den gesamten Bereich einschließlich Rathausplatz und Westerkappelner Straße in die Planung einbeziehen – unabhängig vom ÖPNV-Fördertopf: „Das ist der zentrale Punkt in der gesamten Gemeinde!“

Einbindung in Ikek-Prozess

Brandebusemeyer erinnerte daran, dass die Rathausplatzgestaltung im Masterplan ohnehin für 2020 vorgesehen ist. Hickmann empfahl, die erweiterte Planung in den Ikek-Prozess einzubinden, da dies eine „klassische Fragestellung“ dafür sei. So oder so gehe es letztlich um Steuermittel, die dafür eingesetzt werden, verdeutlichte Franke. Und Wascher regte an, den Planungsbereich über die Poststraße hinaus bis zum Schulzentrum auszudehnen. Das hielten alle für sinnvoll, sodass der Ausschuss einhellig dafür stimmte, den Förderantrag zurückzustellen und stattdessen die entsprechend erweiterte Planung in Auftrag zu geben.


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