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Familie Oberbeckmann ist nach Westerkappeln gezogen – Altes Pfarrhaus in Büren wird vermietet Im Dienst des Herrn und der Gemeinde

Von Anke Beimdiek

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Angelika Oberbeckmann mit ihrem Mann Jörg und den Kindern Simon, Daniel und Noemi vor ihrem neuen Zuhause an der Osnabrücker Straße in Westerkappeln. Foto: Anke BeimdiekAngelika Oberbeckmann mit ihrem Mann Jörg und den Kindern Simon, Daniel und Noemi vor ihrem neuen Zuhause an der Osnabrücker Straße in Westerkappeln. Foto: Anke Beimdiek

Westerkappeln/Lotte. Die meisten Wände sind noch nackt. Und es riecht nach frischer Farbe. Doch spätestens als die kleine Noemi beginnt, mit ihrem Bruder Daniel zu diskutieren, ob die alte Küche in Büren oder die neue in Westerkappeln wohl die schönere ist, ist klar: Zumindest in eines der beiden leer stehenden Pfarrhäuser der evangelischen Kirchengemeinde ist wieder Leben eingekehrt.

Pfarrerin Angelika Oberbeckmann ist in den vergangenen Tagen mit ihrem Mann Jörg und den drei Kindern in das Pfarrhaus an der Osnabrücker Straße gezogen, in dem bis vor einem Jahr die Familie Holtgrave wohnte. Solange das Gebäude ebenso wie das alte Pfarrhaus an der Großen Straße verwaist war, stand es beinahe sinnbildlich für die angespannte finanzielle Lage der Kirchenkreise. Vielerorts mussten Pfarrstellen gestrichen, Pfarrhäuser aufgegeben werden.

Nun steht mit Pfarrerin Oberbeckmann auch im Ortskern wieder ein Seelsorger quasi Tag und Nacht im Dienst des Herrn – und der Gemeinde. Auch wenn sie in ihrem Arbeitszimmer noch einige Umzugskisten auspacken muss, ist die Pastorin bereits im Pfarrhaus per Telefon (05404/956545) und persönlich erreichbar.

Des einen Freud ist des anderen Leid: Die Friedenskirchengemeinde in Büren verliert mit dem Umzug der Oberbeckmanns ihre Pfarrfamilie. „So wie man sich in Westerkappeln freut, ist Büren natürlich traurig“, sagt Jörg Oberbeckmann. Vor allem die Kinder werde man wohl im „Straßenbild“ der Gemeinde vermissen.

Auch ihr sei der Abschied aus dem Pfarrhaus an der Friedenskirche nicht leichtgefallen, gesteht Angelika Oberbeckmann. 13 Jahre lebte die Familie dort. „Die Kinder sind in das Haus hineingeboren.“ Zwar behält Jörg Oberbeckmann, der nach dem Wechsel seiner Frau mit einer halben Stelle der einzige Seelsorger der Friedenskirchengemeinde ist, ein Arbeitszimmer im Bürener Pfarrhaus – doch mit dem Auszug seiner Familie wird das Gebäude wohl als klassisches Pfarrhaus ausgedient haben. „Mehrere Gemeindeglieder haben ihr Interesse bekundet“, erzählt Jörg Oberbeckmann. Das Bürener Presbyterium hat einen Makler beauftragt, einen geeigneten Nachmieter zu finden.

Der Pastor will trotz Umzug weiter einen kurzen Draht zu seinen Bürenern behalten. Unter der alten Rufnummer (0541/125565) ist Jörg Oberbeckmann auch in seinem neuen Zuhause jederzeit erreichbar. „Das war uns sehr wichtig“, sagt der Pastor.

Auch Simon (11), Daniel (9) und Noemi (6) sahen dem Umzug mit gemischten Gefühlen entgegen. Die Kinder haben noch viele Freunde in Büren. Westerkappeln habe aber auch Vorzüge, finden sie. Zum Beispiel einen richtigen Ortskern direkt vor der neuen Haustür.

Familie Oberbeckmann will jetzt in Westerkappeln Wurzeln schlagen. Noemi wird nach den Sommerferien an der Grundschule Stadt eingeschult. Ihr Bruder Daniel bleibt noch ein Jahr an der Grundschule in Büren, bevor er auf eine weiterführende Schule wechselt. Simon geht in Mettingen zur Schule.

„Wir fühlen uns in Westerkappeln schon sehr wohl“, sagt Angelika Oberbeckmann. Die Kirche sei „ein echtes Juwel“. Und die Atmosphäre des Hauses habe der Familie auf Anhieb gefallen.

In der Zeit, in der das Gebäude leer stand, ließ die Kirchengemeinde einige Renovierungen vornehmen. Die Rohre im Sanitärbereich wurden erneuert, die Elektrik saniert.

Ein bisschen zusammenrücken musste die Familie jedoch nach dem Umzug. Mehr Platz war im Bürener Pfarrhaus. Dafür entschädige jedoch der schöne große Garten, finden Oberbeckmanns. Und dort werden demnächst drei weitere Familienmitglieder, die noch in Büren sind, ein Dach über dem Kopf finden. Die Kaninchen Momo, Schnucki und Flippi haben ihren Umzug noch vor sich.


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