190000 Euro Mehrkosten Bürener Schulhofsanierung wird teuer

Meine Nachrichten

Um das Thema Lotte Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.


Lotte. Handlungsbedarf zeichnet sich seit Langem ab: Das Oberflächenwasser des Schulhofs an der Regenbogenschule in Büren läuft in Richtung Schulgebäude, teils sogar ins Gebäude hinein. Ein Erdwall auf dem Gelände bereitet ebenfalls Kopfzerbrechen.

In beiden Fällen soll Abhilfe geschaffen werden, auch wenn das teurer wird als zunächst geplant. Auch an der Gesamtschule in Wersen tut sich etwas: Sie bekommt neue Räume für Naturwissenschaften.

In der vergangenen Bauausschusssitzung wurden die Sanierungsvorschläge vorgestellt: Anstelle des Asphalts kommt für Büren ein Dreifarbpflaster. „Der neue Schulhof soll sich optisch ins Umfeld einfügen“, erläuterte Astrid Hickmann von der Bauabteilung. Darüber hinaus soll der Wall entfernt werden, der sich quer über den Schulhof zieht, da er als Spielfläche nicht mehr nutzbar ist und zudem die Aufsichtsführung behindert, erläuterte Konrektorin Ute Thomas.

Boden belastet

Bei der Bestandsaufnahme ergaben sich allerdings unvorhergesehen Hürden, die nicht unerhebliche Kosten aufwerfen: Das Entwässerungssystem unter dem Schulhof ist marode, die Asphaltdecke enthält giftige PAKs – polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe. Der Asphaltbruch ist demnach als gefährlicher Abfall zu behandeln, einschließlich des darunter befindlichen Unterbodens. Dabei fällt eine erhebliche Menge belastetes Material an, die Mehrkosten für die Entsorgung werden mit 110000 Euro kalkuliert. Ähnlich schwieriges Material scheint sich unter dem Erdwall zu verbergen, der Unterbau enthält ebenfalls PAKs, wie jetzt aus dem Rathaus zu erfahren war.

Teure Entsorgung

Unterm Strich werden die Sanierungskosten inzwischen mit 363000 Euro beziffert. – ein großer Batzen, im Vergleich zu den bislang eingestellten Haushaltsmitteln von 170000 Euro. Um die Lücke zu schließen, will die Verwaltung Kommunalinvestitionsfördermittel in das Projekt einfließen lassen, bis zu 270000 Euro könnten aus diesem Topf kommen, zuzüglich Eigenanteil.

Suche nach Einsparpotenzial

Die Politiker im Ausschuss suchten auch nach Einsparmöglichkeiten, „Ich frage mich, ob für den Schulhof tatsächlich ein Untergrund dieser Stärke erforderlich ist“, regte CDU-Fraktionsvorsitzender Werner Schwentker an.

Hickmann sieht hier keinen Spielraum: Das widerspräche dem Bodengutachten und wäre bestenfalls als sonderbauliche Lösung denkbar. Die sei allerdings noch teurer, zudem könne die ausführende Baufirma Gewährleistungsansprüche verweigern, wenn man dem Bodengutachten nicht folge.

Raum für Naturwissenschaften

Aktuell steht in der Schullandschaft Lottes noch ein weiteres Projekt auf der To-Do-Liste: In absehbarer Zeit soll der Raum für die Naturwissenschaften nach neuestem Standard renoviert werden und gleichzeitig als Biologie-, Chemie- und Physikunterricht dienen. Der Clou: Ein zentral im Raum stehender, verglaster Abzug, in dem der Fachlehrer Versuche gut sichtbar präsentieren kann.

Grünensprecher Dieter Hörnschemeyer rügte die Verwaltung, dass beide Maßnahmen nicht zuvor im Schul- und Jugendausschuss beraten worden seien und kommentierte sarkastisch, „da können wir den ja gleich abschaffen.“

Bauangelegenheiten nicht im Schulausschuss

Hickmann entgegnete, es stünden hier bauliche Maßnahmen zur Diskussion, die in enger Abstimmung mit der Schulleitung beziehungsweise den Fachlehrern geplant worden seien. Ausschussvorsitzender Georg Holtgrewe ergänzte, dass es für die Umsetzung des Raumplanes kaum Spielraum gegeben habe und auch auf dem Bürener Schulhof gehe es vornehmlich um eine bautechnische Lösung.

Konrektorin Thomas begrüßte die Sanierungspläne samt der Entfernung des Walls ausdrücklich, „Eine pädagogische Überplanung des neuen Schulhofes kann in einem zweiten Schritt entstehen.“ Grünensprecher Dieter Hörnschemeyer bemängelte trotzdem, dass kein pädagogisches Konzept für den Schulhof erarbeitet worden sei, deshalb werde er dem nur zähneknirschend zustimmen. In Sachen Gesamtschule enthielten sich die Grünen.

Dieser Plan wurde als Lösungsvorschlag von der Schule bevorzugt, in dem Zuge soll auch der leidige Erdwall abgetragen werden. Grafik: Ingenieurbüro Westerhaus

Zum Ende der Sitzung waren sich die Fraktionsvorsitzenden von SPD und CDU einig: „Es ist gut, dass die Pläne für beide Schulen bereits so weit gediehen sind und damit eine Umsetzung bis zum Jahresende möglich wird.“


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN