Bewahrung der Schöpfung Weltgebetstag der Frauen in Lotte

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Lotte. Die vielen Frauen und ein Mann in Lotte gehörten mit zu denen, die in 120 Ländern rund um den Globus den Weltgebetstag der Frauen feierten. Die Liturgie hatten in diesem Jahr Frauen aus Surinam vorbereitet, einem kleinen Land in Südamerika.

Draußen war es bitter kalt, aber die Heizung in Lottes evangelischer Kirche wollte auch nicht warm werden, also disponierten die Frauen um und feierten den Weltgebetstag spontan in der fast benachbarten katholischen Kirche. Schnell waren exotische Früchte, Vögel und Blumenschmuck platziert und die Kerzen angezündet. Iris Pfordt stimmte die Gäste an der Orgel feierlich ein.

Sprachrohr surinamesischer Frauen

In Verbundenheit mit den Frauen aus Surinam liehen sie, Marlies Kribber, Barbara Rotter, Heike Beeck, Elke Porrmann, Christa Vierow und Carola Albrecht ihnen ihre Stimmen und wurden somit Sprachrohr für ihre Anliegen, Sorgen, Lob, Bitten und Gebete.

Im Mittelpunkt der Liturgie stand die Bewahrung der Schöpfung. „Wir danken Gott für das wunderschöne Land Surinam – ein Land mit einem unvorstellbaren Reichtum an Pflanzen und Tieren, mit einer Vielfalt von Menschen unterschiedlicher Herkunft, die miteinander in Frieden leben können“, sprach die erste Lektorin. In Surinam können die Menschen frei ihren Glauben leben, Seite an Seite Gott verehren.

Die sieben Frauen aus Lotte erzählten stellvertretend für Alima, Muyinga, Mei Ling, Carolina, Willemien, Shanti und Kartini, aus welchem Ort in Surinam sie kommen, wie sie leben und ihren Lebensunterhalt verdienen, ob ihre Vorfahren Sklaven waren, aus China, Afrika, Indonesien oder Europa kamen, von ihren Familien und wie schön und vielfältig ihr Land ist.

Als Lesung hörten die Gottesdienstbesucher die Schöpfungserzählung aus dem Buch Genesis. Jeden der sieben Schöpfungstage besangen sie mit dem Lied: „Seht, alles, was Gott gemacht hat, ist wunderbar.“

Die letzten sieben Tage der Erde

Elke Porrmann zeigte, dass längst nicht mehr alles gut ist und las „Die letzten sieben Tage der Schöpfung“ von Jörg Zink, 1970 ursprünglich für eine Anti-Atom-Demonstration geschrieben und doch so fürchterlich aktuell wie nie zuvor. „Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde. Aber nach vielen Jahrmillionen war der Mensch endlich klug genug. Er sprach: Wer redet hier von Gott? Ich nehme meine Zukunft selbst in die Hand. Er nahm sie, und es begannen die letzten sieben Tage der Erde.“

Am ersten Tag dachte der Mensch an seine Sicherheit und hatte den Grund zu seinen Füßen mit Raketen und Atomsprengköpfen gefüllt. Am zweiten Tag starben die Tiere, am dritten machte der Mensch das Wetter, alles vertrocknete. Am vierten Tage starben drei von vier Milliarden Menschen, die einen an Krankheiten, die anderen an Hunger. Am fünften Tage drückten die letzten Menschen den roten Knopf, denn sie fühlten sich bedroht, am sechsten ging das Licht aus. „Am siebten Tage war Ruhe. Endlich.“

Konsumdenken gefährdet die Erde

Die Frauen aus Surinam hatten Vorschläge, wie eigenes Denken und Tun in vielen Bereichen der Umwelt Gottes Schöpfung bewahrt werden kann, „um die Erde für diejenigen zu erhalten, die nach uns kommen. Wir dürfen die Augen nicht mehr davor verschließen, dass Wirtschaftswachstum um jeden Preis und Konsumdenken die Zukunft der Erde für viele Generationen gefährden.“

Wunderschöne, lebendige und tanzbare Lieder zum Mitsingen oder Zuhören bereicherten diesen nachdenklich stimmenden Gottesdienst, dem sich ein gemütliches Beisammensein mit Selbstgebackenem, wärmenden Getränken und Bildern aus Surinam anschloss.


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