Grünes Licht für die Feuerwehr Sanierung des Wersener Gerätehauses nimmt Gestalt an

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Die Satteldachkonstruktion wird durch ein Dach mit Trapezblechen ersetzt. Sorgen bereiten die schwarzen Eternitplatten, da sie Asbest enthalten. Foto: Astrid SpringerDie Satteldachkonstruktion wird durch ein Dach mit Trapezblechen ersetzt. Sorgen bereiten die schwarzen Eternitplatten, da sie Asbest enthalten. Foto: Astrid Springer

Lotte. Dass das Feuerwehrgerätehaus in Wersen unter den anstehenden Großprojekten mit an erster Stelle steht, hatte Bürgermeister Lammers bereits 2017 angekündigt. In der jüngsten Bauausschusssitzung wurden jetzt konkrete Entwurfspläne vorgestellt.

Die meisten Wünsche der Feuerwehr dürften dabei in Erfüllung gehen. An einigen Punkten gab es jedoch noch Diskussionsbedarf.

Investitionen in Neuerungen

Immerhin knapp 1,8 Millionen Euro stellt die Gemeinde Lotte für die Sanierung und Erweiterung zur Verfügung, zuzüglich des Grundstückserwerbs von rund 4000 Quadratmetern für die Erweiterung des Außenbereichs.

Darin enthalten sind beispielsweise so elegante Lösungen wie Energiewürfel mit Druckluftanschluss über dem Fahrzeug, Eigenstromversorgung, diverse Brandschutzmaßnahmen und eine Durchsagenanlage für das gesamte Haus, die parteiübergreifend einvernehmlich abgesegnet wurde.

Auch der Empfehlung von Ingenieur Florian Prochaska vom Planungsbüro Pro-Energie zum Einbau einer mit knapp 30000 Euro bezifferten Belüftungsanlage in den Besprechungsräumen folgte die Politik. Die Räume würden mindestens einmal wöchentlich von bis zu 40 Mitgliedern genutzt, bestätigte der Leiter der Feuerwehr Marcus Prinz, oft sei es sehr stickig gewesen.

Die Löschmannschaft soll auch mit Fernsehen versorgt werden. „Es ist eine Form der Informationsbeschaffung im Krisenfall und dient darüber hinaus der Mannschaftspflege“, waren sich die Ratsherren einig. Einzig die technische Anbindung steht noch zur Debatte.

Bauliche Änderungen

Architekt Edmund Flatau und Baubetreuerin Annette Meiknecht stellten die großen baulichen Veränderungen und Brandschutzmaßnahmen vor. „Wir werden die Decke etwas erhöhen und Stahlbau-Trapezbleche auf die bestehenden Stahlbetonbinder als Flachdachlösung aufbringen“, erläuterte Flatau.

Mit der Dacherhöhung löst der Architekt gleich mehrere Problemstellungen: Größere Tore können eingesetzt werden, eine zusätzliche Brandschutzdecke nach T30-Norm wird hinfällig, da die Anforderungen bereits durch die Stahlbetonbinder hinreichend abgedeckt sind. Und: Durch die Erhöhung wird zusätzlicher Bodenraum für die Belüftungsanlage geschaffen.

Asbestentsorgung treibt Kosten hoch

Einen Wermutstropfen gibt es allerdings: Die schwarzen Eternit-Platten an dem Gebäude enthalten Asbest und müssen fachgerecht entsorgt werden, was sich auf die Kosten auswirkt.

Dabei wurde die Entsorgung der Platten am angeschlossenen Wohngebäude bislang nicht berücksichtigt, da dies von einer Überplanung ausgeklammert war. Der SPD-Vorsitzende Thomas Giebel regte an, diese ebenfalls zu entfernen, CDU-Vorsitzender Werner Schwentker schloss sich dieser Haltung an. Die optionale Entsorgung und Neuverkleidung bezifferten die Architekten mit 24000 Euro.

Der Sprecher der Grünen, Dieter Hörnschemeyer, wollte noch weiter gehen und kritisierte nachdrücklich, dass das Wohnhaus bislang komplett von der Planung ausgeschlossen wurde, „Wir müssen an eine zeitgemäße Dämmung denken“, mahnte er.

Wie teuer darf Sicherheit sein?

Einhellig infrage gestellt wurde die große Lösung für Einbruchmeldeanlage und funkgebundenen Brandschutz im Feuerwehrhaus, die laut Kostenplan des Planungsbüros Jacobi & Richter mit knapp 60000 Euro zu Buche schlagen. „Es widerstrebt mir, ein so teures Gebäude ohne Brand- und Diebstahlsschutz zu errichten“, stellt Schwentker klar, er rege jedoch an, nach technisch kleineren Lösungen zu suchen.

Hörnschemeyer vermisste für eine Entscheidungsfindung eine entsprechende fachliche Empfehlung. Auf Nachfrage von SPD-Vorsitzendem Thomas Giebel bestätigte Prinz, die funkgebundene Rauchfrüherkennung hätte den vorangegangenen Brand nicht verhindert, allerdings wohl einen Zeitvorsprung geschaffen.

Darüber hinaus standen weitere Einsparungen zur Diskussion. Hinsichtlich der Belüftung könnten die beiden Hallen zusammengefasst werden, statt Sat-Anlage ist ein Glasfaseranschluss angestrebt, Einsparpotenzial für beides: 17600 Euro. Noch nicht zu beziffern ist die Differenz, falls eine alternative Brand- und Diebstahlsschutzlösung zum Tragen kommt. Die Planer sind jetzt aufgefordert, die Anregungen aus der politischen Runde aufzunehmen.


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