Krimidinner vergnügt Publikum Zickenkrieg und Mord im Alt-Lotter Haus Hehwerth

Von Ursula Holtgrewe


Lotte. Einen mörderisch vergnüglichen Abend erlebten mehr als 80 Gäste bei „Krimi à la carte“ im Alt-Lotter Haus Hehwerth mit einem Ensemble des „Dinner Act Theaters“ und einem kreativen Vier-Gänge-Menü von Cord’s Catering.

Bereits weit vorm offiziellen Veranstaltungsbeginn waren Mitglieder des Kunstkreisvorstands vor Ort. Es galt, die Trauergäste in Empfang zu nehmen, um sie an ihre Plätze zu begleiten. Alles stilecht, denn Gräfin Isabella (Eveline Biesenthal) hatte zur Testamentseröffnung genau ein Jahr nach dem plötzlichen Tod ihres verstorbenen Gatten Karl-Gustav eingeladen.

Tragende Rolle für Claus Weidner

Souverän begrüßte die neue Kunstkreisvorsitzende Christiane Budke die Besucher, die erwartungsvoll an den mit hohen Kandelabern gedeckten Tischen Platz genommen hatten. „Wir finden es toll, dass wir ein volles Haus haben“, sagte sie. Von Claus Weidner habe sie vor vier Wochen den Posten übernommen. „Aber Sie müssen nicht auf ihn verzichten, denn er hat heute Abend eine tragende Rolle übernommen. Lassen Sie sich verwöhnen von Cord’s Catering“, machte Budke neugierig auf das kriminelle Geschehen.

Die Schauspieler nutzten den gesamten Saal als Bühne. Immer wieder mal wurde das Publikum ins Krimitheater einbezogen. Gleich zu Beginn gab es eine Übungseinheit für Schnäuzen und Tupfen in und mit einem neben den Bestecken postierten Taschentüchern. Das war dem treu ergebenen Butler Johann (Claus Weidner) wichtig, der für den verblichenen Grafen einen Altar aufgebaut hatte. Er ließ das Publikum wissen, dass der Graf ermordet worden sei.

Passend dazu standen auf der Menükarte ein „Mörderischer Vorspeisenteller“, eine „Verdächtig klare Consommé“, das „Erwachen des Spürsinns“ beim Hauptgang und das Dessert „Überführung durch Verführung“. 80 Teller hatte das Catering-Team mit dem kriminell guten Essen zu bestücken.

War es wirklich Selbstmord?

Währenddessen wird deutlich, dass der treue Johann wenig Sympathie hegt für Gräfin Isabella, die den Grafen nur wegen des Vermögens geheiratet habe, wie der Butler durchblicken lässt. Ganz anders verhält es sich da schon mit des Grafen Tochter Sandrine (Vivienne Kaarow), zu der er eine freundschaftlich-väterliche Beziehung pflegt. Sie nimmt mit ihrem Freund Caspari (Carsten Steuwer) an der Testamentseröffnung teil, die Notarin Schlücker (Maria Sunderwerth) resolut verfolgt, bis sie von Zimmermädchen Marie, herzig naiv gespielt von Gisa Wilfarth, einen Brief erhält. Die Notarin vertagt daraufhin das Prozedere bis auf Weiteres und verschwindet.

Zickenkrieg und Mord im Saal

Immer wieder erfreuen sich die Zuschauer am Zickenkrieg zwischen Sandrine und ihrer Stiefmutter. Und dann wir auch noch Marie dahin gemeuchelt. Sie liegt mit einer Stichverletzung im Rücken auf dem Boden. Das ruft Kommissar Ingo Meisel (Reinhard Gesse) auf den Plan. Er verdächtigt umgehend die Gräfin, denn in deren Handtasche taucht das blutige Messer auf. Aber sie hat ein Alibi. „Alle hier sind verdächtig“, erklärt Meisel das Haus Hehwerth zum Tatort und nimmt die Ermittlungen auf. Herrlich verwirrt und verwirrend teilt er seine Argumentationsketten mit – um sie wieder zu verwerfen. Immer vergnügt mittendrin: das Publikum, das fleißig mit ermittelt.

Kreatives von Kunstkreismitgliedern für Gewinner

Die Lösung des Falls ist eine Preisfrage für die Gäste – und wird an dieser Stelle nicht verraten, da das Ensemble des „Dinner Act Theaters“ aus Osnabrück weitere Auftritte mit diesem oder ähnlichem Rätselspaß im Programm hat. Etwa am 2. März das „Dinner Kriminell“ in der Lagerhalle Osnabrück (Einlass ab 18.30 Uhr, noch gibt es zehn Karten zu 55 Euro). Das Programm und alle Spieltermine gibt es auch im Internet auf www.dinneract.de/krimidinner.

In Lotte gab es für die von „Überführung durch Verführung“ verwöhnten Ermittler handgefertigte Gewinne von Kunstkreismitgliedern. Aus den 30 richtigen Lösungen wurden drei Glückspilze gelost: Anne Reichmann freute sich über ein Bild von Renate Bodi. „Ich habe noch nie etwas gewonnen“, freute sich auch Gabriele Jandeck strahlend über ein Bild von Klara Harhues und Thomas Walla hat nun eine Keramik von Hildegard Brömlage zuhause.