Kita-Bedarf provisorisch gedeckt Platzmangel in Wersen, Halen und Büren

Von Jannik Zeiser


Lotte. Der Bedarf an Plätzen in Kindertagesstätten der Gemeinde Lotte nimmt stetig zu, prognostiziert das Jugendamt des Kreises Steinfurt. Der Ausschuss für Schulen, Sport, Soziales und Kultur (ASSSK) beauftragte die Verwaltung, Planungen für eine neue Kita voranzutreiben. Die Standortfrage ist noch nicht abschließend geklärt.

Mitarbeiter des Kreisjugendamtes präsentierten dem ASSSK die aktuellen Zahlen und Prognosen: Zum 1. August 2018 werden in Lotte voraussichtlich 32 Kindergartengruppen benötigt, bis zum Kita-Jahr 2021/22 wird sich der Bedarf sogar um vier weitere Gruppen erhöhen. Der Platzbedarf im Bereich Wersen-Büren-Halen wird in diesem Jahr wohl nur in letzter Minute gedeckt werden können. Derzeit können zwar noch alle angemeldeten Kinder versorgt werden – teils mithilfe einer Kindertagespflege – aber schon für den kommenden August werde definitiv eine neue Einrichtung für Kinder aus Halen, Wersen und Büren notwendig; in Alt-Lotte kann der Bedarf durch einen Anbau am Kindergarten „Kinderland“ gedeckt werden.

CJD wird Träger

Fest steht bereits: Die neue Kita wird fünf Gruppen aufnehmen und das „Christliche Jugenddorfwerk Deutschland“ (CJD) zum Träger haben. Dessen pädagogischer Leiter Klaus-Peter Brell versicherte dem Ausschuss, dass bereits eifrig nach einem geeigneten Standort für die Kita gesucht werde und nach Ortsbegehungen über mögliche Grundstücke verhandelt werde. „Die Vorbereitungen sind bereits recht weit gediehen, allerdings noch nicht so weit belastbar, dass wir öffentlich darüber kommunizieren können. Die andere Seite bittet noch um Stillschweigen“, erklärte er. Auch eine Leitung für den neuen Kindergarten habe das CJD bereits auserkoren und weitere Bewerbungsgespräche liefen derzeit.

„Spielt die Konfession bei der Bewerbung eine Rolle?“, hakte Anja de Haan (SPD) nach. „Die Konfession spielt bei uns insofern eine Rolle, als wir ein christlicher Träger sind und Wert darauf legen, dass Mitarbeiter in dieser Haltungsfrage auf dem gleichen Nenner sind. Wir würden uns wünschen, dass Mitarbeiter einer Glaubensrichtung angehören“, so Brell. Jedoch sei das CJD in dieser Hinsicht recht offen, schließlich sei das Werk kein kirchlicher Träger, sondern nur Mitglied im Diakonischen Werk. Ob Mitarbeiter geschieden seien oder nicht, spiele beispielsweise keine Rolle.

Provisorium nötig

Da die neue Einrichtung bis August wohl nicht fertiggestellt wird, ist zunächst ein Provisorium erforderlich. Hierfür will das CJD eine Schnellbau-Lösung errichten lassen, in der drei Gruppen unterkommen sollen. Auch der Standort dieser Übergangslösung ist noch unbekannt. Außerdem wird die Bürener Regenbogen-Kita vorerst mit vier Gruppen betrieben, ursprünglich ist diese auf drei Gruppen ausgelegt. Der übrige Bedarf, so das Kreisjugendamt, werde in der Tagespflege aufgefangen.

Vorausschauende Planung erwünscht

Diese Provisorien in letzter Minute sind kein glücklicher Zustand, da waren sich alle Ausschussmitglieder einig. So beauftragte der Ausschuss die Verwaltung, nach einer Lösung für den voraussichtlichen Kita-Bedarf bis zu den Jahren 2021/22 zu suchen. Der Beschluss sieht darüber hinaus vor, dass die Gemeinde ungedeckte Kosten der Übergangslösung übernimmt, die Regenbogen-Kita mindestens noch für ein Jahr mit vier Gruppen betrieben wird und die Verwaltung weitere Planungen für die neue Einrichtung abstimmt. Der Bau- und Planungsausschuss wird sich am kommenden Dienstag mit der Umsetzung sowie der Standortfrage der Übergangslösung beschäftigen.