CJD als Täger Neue Kita Thema im Lotter Ausschuss

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Die natürliche Neugierde der Kinder durch eigenes Tun fördern wie hier bei einer Exkursion Wersener Kita-Kinder auf einen Kartoffelacker ist nur ein Aspekt im pädagogischen Konzept des CJD, das Träger des geplanten neuen Kindergartens wird. Archivfoto: Erna BergDie natürliche Neugierde der Kinder durch eigenes Tun fördern wie hier bei einer Exkursion Wersener Kita-Kinder auf einen Kartoffelacker ist nur ein Aspekt im pädagogischen Konzept des CJD, das Träger des geplanten neuen Kindergartens wird. Archivfoto: Erna Berg

ahi Lotte. Das Kreisjugendamt wird am Dienstag im Fachausschuss die Kindergartenbedarfsplanung 2018/19 für die Gemeinde Lotte vorstellen. Fest steht das Christliche Jugenddorfwerk Deutschland (CJD) als Träger der neuen Kita. Wer und was verbirgt sich dahinter?

Das 1947 von Pastor Arnold Dannenmann gegründete „Christliche Wohlfahrtswerk - Das Jugenddorf‘“ kümmerte sich im zerstörten Nachkriegsdeutschland zunächst um eltern- und heimatlose Kinder und Jugendliche, die auf den Straßen der zerbombten Städte ums Überleben kämpften. In anfangs drei Jugenddörfern fanden sie Unterkunft und die Möglichkeit, sich unter Vermittlung christlicher Werte selbst zu ernähren, zu kleiden und in eigenen Werkstätten zu lernen und zu arbeiten. Daraus entstand das später in das Christliche Jugenddorfwerk Deutschlands e. V. (CJD) umbenannte Jugend-, Bildungs-, und Sozialwerk, das jungen und erwachsenen Menschen Ausbildung, Förderung und Unterstützung in ihrer aktuellen Lebenssituation anbietet.

Christliches Menschenbild

Das CJD bietet nach eigener Darstellung jährlich 155000 jungen und erwachsenen Menschen Orientierung und Zukunftschancen. Sie werden von 9500 Mitarbeitern an über 150 Standorten gefördert, begleitet und ausgebildet. Grundlage ist das christliche Menschenbild mit der Vision „Keiner darf verloren gehen.“Heute gehören neben schulischer Bildung, Kinder- und Jugendhilfe, Behindertenförderung, Hochbegabtenförderung, Fort- und Weiterbildung auch Suchtprävention, Migrantenbetreuung und Elementarpädagogik zu den Arbeitsbereichen des CJD. Oberstes Ziel ist die umfassende Förderung des Einzelnen, um die gesellschaftliche Integration und die aktive Teilnahme am Gemeinschaftsleben zu erreichen.

Über 40 Kitas deutschlandweit

Deshalb hat das CJD Bildungseinrichtungen für Kinder aller Altersgruppen geschaffen: „Deutschlandweit betreibt das CJD über 40 Kindertageseinrichtungen mit mehr als 2000 Plätzen. Das CJD unterhält Kitas mit besonderer Profilbildung wie Hochbegabtenförderung, Sprachförderung, Musikförderung, Inklusion, Bewegungsförderung, Gesundheitsförderung“, informiert der Verein in seinem Masterkonzept für Kindertagesstätten. Zum Bildungsverständnis des CJD heißt es darin: „Die Einzigartigkeit jedes Individuums auf seinem Weg von Gott zu Gott prägt das christliche Menschenbild. Im CJD ist es ausdrücklich in den Kernkompetenzen verankert. Sie sprechen den Menschen ganzheitlich an und repräsentieren einzeln unterschiedliche Perspektiven auf das Wesen des Menschen.Vor allem aber lebt das Bildungsverständnis in der täglichen Arbeit für jeden einzelnen anvertrauten Menschen in den Jugenddörfern. Wir verstehen diese Arbeit als Bildungsarbeit. Sie hat vier Elemente, die einzelne Aspekte in den Vordergrund stellen, aber so zusammengehören, wie auch der Mensch in seiner Vielfalt immer einer ist: Wir fördern Neugierde, wir gestalten Gemeinschaft, wir achten Freiheit, wir eröffnen Wege.“

Stärken, nicht Schwächen Ausgangspunkt

Die konkrete Bildungsarbeit gründe sich auf diesem Bildungsverständnis und dem darin vorausgesetzten christlichen Menschenbild. Deshalb werde jedem Kind, jedem Jugendlichen und Erwachsenen als Gegenüber auf Augenhöhe begegnet. Selbstverantwortung wird dabei groß geschrieben; die Pädagogik geht davon aus, dass jeder Stärken hat, wie verschüttet sie auch sein mögen: „ Jedes Individuum geht seinen eigenen Weg und ist dafür ausgestattet durch den Schöpfer. Wir lehnen eine Pädagogik ab, die von der Grundhaltung des Machens geprägt ist. Stattdessen wollen wir Möglichkeiten eröffnen und Menschen begleiten.“

Ganzheitliche Bildung

Das Christliche Jugenddorfwerk Deutschlands hat den Anspruch, dass über die reine Wissensvermittlung hinaus der ganze Mensch mit Leib, Geist und Seele in den Blick genommen werden muss. Vier pädagogische Handlungsfelder sollen die Bildung und Entfaltung starker Persönlichkeiten fördern: Religionspädagogik, Sport- und Gesundheitspädagogik, musische Bildung, politische Bildung.

Elemente verschiedener Pädagogik-Ansätze

„Wir orientieren uns in unserer pädagogischen Arbeit einerseits an der individuellen Lern- und Bildungsgeschichte des einzelnen Kindes und berücksichtigen andererseits die Bedürfnisse der gesamten Kindergruppe. Entwicklungen werden angestoßen, wenn bei den Stärken des Kindes angesetzt wird und nicht bei seinen Schwächen. Dementsprechend sind es folgende wichtige pädagogische Grundsätze, die handlungsleitend sind: Kinder sind Selbstgestalter des Lernens, sie sind ,aktive Lerner‘; Kinder lernen in sozialen Zusammenhängen, Kinder lernen im Spiel, Spiel ist Lernen; Kinder lernen durch Mitmachen und Mitverantwortung,emotionale Sicherheit und Zuwendung bieten die Basis für kindliche Lernprozesse und den Aufbau eines positiven Selbstbildes. Jedes Kind hat ein Recht auf seine Einzigartigkeit“, beschreibt das Konzept die Grundlagen. In der täglichen Arbeit werden Elemente aus der Montessori-Pädagogik genauso einbezogen wie Elemente aus der Reggio-, Freinet und Waldorf-Pädagogik.

Häuser für Familien

Das CJD sieht das Familienzentrum als Zukunft der Kita und bietet deshalb neben Kinderbetreuung und -bildung auch Eltern- und Familienbildung. „ In diesem Sinn verstehen wir unsere Kindertageseinrichtungen als ,Häuser für Familien‘ mit niederschwelligen Unterstützungs- und Beratungsangeboten für alle Menschen, die im System Familie an der Erziehung der Kinder beteiligt sind.“

Träger noch ohne Grundstück

Klar ist schon seit dem vergangenen Jahr der Bedarf und der Neubau eines Fünf-Gruppen-Kindergartens im Raum Wersen-Büren-Halen. Wegen der noch nicht restlos geklärten Grundstücksfrage zeichnet sich ab, dass mit dem Bau frühestens Ende 2019 begonnen werden kann. Im Ausschuss wird es darum auch um eine Übergangslösung gehen.


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