Surinam 2018 im Blickpunkt Weltgebetstagsvorbereitung in Alt-Lottes „Arche“

Von Ursula Holtgrewe

Zur Vorbereitung des Weltgebetstags luden Gitta Schwegmann (links) und Iris Pfordt in die „Arche“ ein. Foto: Ursula HoltgreweZur Vorbereitung des Weltgebetstags luden Gitta Schwegmann (links) und Iris Pfordt in die „Arche“ ein. Foto: Ursula Holtgrewe

Lotte. Frauen aus Surinam, dem kleinsten und einem der ärmsten südamerikanischen Länder, haben den diesjährigen ökumenischen Weltgebetstag vorbereitet. Gottesdienst ist in Alt-Lottes evangelischer Kirche, Freitag, 2. März, ab 17 Uhr.

Für den Tag unter dem Motto: „Gottes Schöpfung ist sehr gut“, übernahm der Frauenabendkreis im evangelischen Gemeindehaus „Arche“ die Vorbereitung. Dabei konnte Leiterin Gitta Schwegmann auf langjährige Erfahrung zurückgreifen sowie auf bekannte Bereitschaft, sich beim WGT-Gottesdienst mit einzubringen. Schnell war klar, wer zum Kreis der sieben Sprecherinnen zählt. Auch, wer Kuchen und Brot backt, war rasch notiert.

Wechselvolle Geschichte Surinams

Mit einem Film ließ sich die Gruppe auf das Land einstimmen, das WGT-Komitee hatte Texte und Lieder zusammengetragen. Beeindruckend waren die Aufnahmen der Fauna und Flora des Landes, das lediglich über eine Küstenebene von rund 80 teils sumpfigen Kilometern verfügt. Der Rest ist von größeren Flüssen durchzogener Urwald.

In der Ebene liegt die Hauptstadt Paramaribo. Auch dort ist das friedliche Nebeneinander der Religionen und Ethnien sichtbar: die Moschee steht direkt neben der Synagoge. Wegen der wechselvollen Geschichte Surinams, das früher zu Niederländisch-Guayana gehörte, leben dort Nachfahren von Einwanderern aus Afrika, Asien und Europa. Erst 1975 erhielt Surinam von den Niederlanden seine Unabhängigkeit.

Buntes Paradies mit trüber Realität

So paradiesisch der Film das Land auch präsentierte, es fehlte der Alltag. 85 Prozent des Exports sind Gold, Öl und Bauxit, was mit beachtlichem Raubbau an der Natur und gesundheitlicher Belastung der Bevölkerung einhergeht. Der massive Abbau von Gold beispielsweise verseucht das Trinkwasser mit Quecksilber. Regenwald wird gerodet mit der Folge sozialer Konflikte um Land und Geld. Dagegen soll auch ein sanfter Tourismus helfen, da für den nur eine intakte Umwelt attraktiv ist.

Fröhliche Weltgebetstagslieder

Gleichwohl gibt es in dem gastfreundlichen Land eine mitreißende Lebensfreude. Die findet sich auch in den Kirchenliedern wieder. „Es wird diesmal sehr viel gesungen“, kündigte Gitta Schwegmann an, bevor Posaunenchorleiterin Iris Pfordt eine CD abspielte. „Schön, das singen wir“, hörte sie vor allem bei dem Lied, das trotz ungewohnter Pausen den Frauen besonders einging.

Kollekte für mehr als 100 Organisationen

Die Kollekte des Weltgebetstags wird mehr als 100 Partnerorganisationen unterstützen, unter anderem die in Surinam seit 1735 aktive Herrnhuter Mission für deren Frauenarbeit, die Mädchen vor Missbrauch und Ausbeutung, auch sexueller, schützen soll. Ein weiteres Projekt ist die Unterstützung von Frauen auf dem Land bei Anbau und Verkauf von ökologisch produzierten Lebensmitteln. Das sichere eine ausgewogene Ernährung der Familien und stärke auch das Selbstbewusstsein der Frauen – ein erster Schritt, um den Teufelskreis Armut, Rechtlosigkeit und Gewalt zu durchbrechen.

Gemütlicher Ausklang in der „Arche“

Als Motivation, die Schöpfung zu schützen, heißt es im Gottesdienst wiederholt: „Sehet, alles was Gott gemacht hat, ist wunderbar.“ Gelegenheit zur Diskussion gibt es anschließend beim gemütlichen Ausklang in der „Arche“ mit Getränken und kleinen Köstlichkeiten.