Lernprojekt im Kindergarten Wersener Kinder reisen durch das Entenland

Von Erna Berg


Lotte. „Willkommen im Entenland“ heißt das neue Lernprojekt im evangelischen Kindergarten Wersen für Kinder, die im nächsten Jahr zur Schule kommen.

Sechs Lernfelder umfasst das Entenland mit See, Wiese und Entenhaus: Farben, Formen, Zahlen, Raum, Höhen und Längen sowie Zeiträume. Es sind diesmal nicht die Jüngsten und nicht die Ältesten, die im Mittelpunkt stehen, sondern diejenigen, die mittendrin sind in der Kindergartenzeit. Jeden Freitag ist Ententag, aber auch im ganz normalen Kindergartenalltag – in Spielen, Liedern und Spielmaterial - findet sich das Thema wieder. Sechs- bis zehnmal besucht jede der drei Kleingruppen das Entenland.

Die erste Gruppe hat diesen Ausflug mit Bravour und Spaß geschafft. Alle Kinder haben zur Belohnung eine Entenurkunde von Erzieherin Christiane Hommel bekommen. Sie leitet zusammen mit Barbara Hilgemann den evangelischen Kindergarten und hat sich für dieses Projekt von Professor Gerhard Preiß ausbilden lassen.

Lernen mit „Ente Oberschlau“

Am Freitag besuchte nun die zweite Gruppe erstmals das Entenland. Über Nacht hatte wohl jemand alles dort durcheinandergebracht. Emil, Marlo, Ida, Florentine und Gabriel versuchten, wieder Ordnung zu schaffen. Sie sortierten bunte Klötzchen nach Farben in Behälter, malten Merkzettel in grün, blau, gelb und rot und ließen die kleinen Enten auf dem blauen See schwimmen.

Einmal ist die Pädagogin für die Kinder Christiane, dann wieder die Ente Oberschlau mit einer gelben Schürze: „Ich bin die Ente Oberschlau, und ich weiß alles ganz genau!“, stellte sie sich den fünf Kindern vor. Stimmt nicht immer, denn Gabriel merkte, dass auch die „Oberschlaue“ nicht alles weiß, was sie allerdings sehr sympathisch und menschlich machte.

Bald wird auch der Fuchs im Entenland für Aufregung sorgen, denn er klaut gerne die Bauklötze, die die mutigen Kinder ihm wieder abzuluchsen versuchen. Der Rabe Ratemal testet die Kinder mit seinen Rätseln, gibt ihnen zwar Hinweise, verrät aber die Lösung nicht. Da muss ab und zu die Ente Oberschlau weiterhelfen, wenn sie kann, denn die Kinder sind oft genauso schlau.

Entwicklung im Blick

Christiane Hommel holt die Kinder im Entenland dort ab, wo sie sich gerade im Entwicklungsstand befinden, begleitet sie achtsam auf ihrer Reise in diesem Fantasieland, stellt sich auf sie ein, fördert nach Bedarf und bringt durch verschiedene Aufgaben und Spiele Abwechslung ins Projekt. „Ich staune, wie einige sonst eher stille Kinder sich öffnen und lebhaft erzählen“, freut sie sich über diese Erlebnisse im Entenland. Manchmal kämen Kinder sogar ins Büro und würden nachfragen: „Wann geht’s wieder ins Entenland?“

Nach jeder Freitagsrunde bilden die Kinder einen Kreis und singen: „Eins, zwei, drei, das Spiel ist jetzt vorbei“. Bevor sie in ihre Gruppen gehen, schenkt Christiane Hommel jedem Kind noch ein niedliches Entenbild zum Ausmalen, verabschiedet sich und verspricht: „Bis nächste Woche, dann hol ich die wieder ab!“