Sektfrühstück im Haus Hehwerth Kölscher Humor und Westfälische Fröhlichkeit in Lotte

Meine Nachrichten

Um das Thema Lotte Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.


Lotte. Warum feiern die Alt-Lotter Landfrauen Karneval? Weil sie es können. Einmal mehr schwappten beim Rosenmontag-Sektfrühstück jecke Frohsinnswellen durchs Haus Hehwerth.

Eine große rosarote Brille trug Ilse Lange, Sprecherin des Landfrauenvorstandsteams, und verbreitete mit Gabriela Würfel und Brigitte Mohr Freude in Flowerpowerkleidern und Schlapphüten. Damit niemand schlappmachte, gab es ein reichhaltiges Frühstück von Cord’s Catering.

Hommage an den Frohsinn

Ilse Lange eröffnete den Vortragsreigen mit einer Hommage an Frohsinn und Fröhlichkeit. Weiterhin begrüßte sie Bürgermeister Rainer Lammers zum unterhaltsamen Vormittag. Er trug ein Sakko mit roten Pailletten an Kragen und Manschetten.

Radfahrererlebnisse

Sportlich ging es bei Westerkappelns Pastoralreferentin Irmgard Heidemann zu. Sie fuhr an johlenden Frauen und einigen Männern vorbei mit dem Rad zur Bütt, begrüßte ihren „Lieblingsbürgermeister in Lotte“ mit kräftigem Helau, und berichtete über witzige Erlebnisse. Bei ihrer Tour um den Rubbenbruchsee beobachtet sie, dass Polizisten einen splitterfasernackten Radler festnehmen wollten. Der fleht die Hüter an, ihn laufen zu lassen, denn er habe eine Frau und acht Kinder zuhause. „Ach, dann sind Sie ja quasi in Arbeitskleidung unterwegs“, schlussfolgern die Polizisten – und lassen ihn weiterfahren. Das Publikum quittierte derlei Zotiges mit begeistertem Jubel.

Männer häufig schwer von Begriff

Mit fröhlichem Gesang des Landfrauentrios fehlte auch der beliebte Song über die Wechseljahre nicht. Textsicher fiel der große Närrinnenchor ein bei: „Kommst du in die Wechseljahre, wechsel mal den Mann.“ Ilse Lange wusste auch, warum Frauen mehr reden als Männer: „Das liegt daran, dass wir alles zweimal sagen müssen, damit ihr Männer es kapiert.“

Beifallsgejohle bestätigte sie. Frühsport nach dem Frühstück gab es auch: Heiner Diekamp aus Westerkappeln, der als Einmannband wieder in die Tasten griff und vor einigen Jahrzehnten mit Ilse Lange die Schulbank drückte, animierte immer wieder zu Schunkelrunden.

Weisheiten eines Anglers, teils mit Latein

Kölsche Fröhlichkeit brachte der Angler Frank Friedrichs, der eine echte Angelrute in Händen hielt, in Lottes „Gute Stube“. Seine Frau profiliere sich auf seine Kosten, wenn ihre Freundinnen dabei seien, klagte der Eheknecht. Den pädagogischen Wandel nahm er pointiert gleichfalls aufs Korn: „Früher hat es geheißen, wer nämlich mit h schreibt, ist dämlich. Wenn heute ein Schüler nämlich mit h schreibt, sagt der Lehrer: Er hat wenigstens den Stift richtig herum gehalten.“ Der Gast wusste auch: „Betrunken flirten ist wie hungrig einkaufen: Du nimmst mit, was du gar nicht willst.“

Unvermittelt sprach er eine Besucherin an: „Mäuschen, du guckst die ganze Zeit auf mein bestes Stück. Hier, willst du mal halten?“ Schwupps hatte sie seine Angelrute in der Hand – und die johlende Masse an ihrer Seite.

Jeck, die Jeckenschoss

Als kölsches Mädel verbreitete Susi Jeckenschoss (Marlies von Rompaey) konfettibunte Karnevallaune. Zu „Viva Colonia“ zog sie winkend und tanzend zur Bütt. Sie sei das lebendige Viagra für Männer, nahm sich Susi selbst auf die Schippe. Fünf Dinge seien bei Männern zu beachten: „Sie müssen schön sein, reich sein, im Haushalt erfahren, sehr gut in der Liebe sein – und fünftens: Diese vier dürfen sich nie begegnen.“ Sie flirtete ein wenig mit Rainer Lammers und klärte kurz darauf auf – was der Unterschied zwischen ihr und Topmodels sei: Topmodels tragen oben und unten Armani und in der Mitte bauchfrei. „Ich trage oben und unten C&A und in der Mitte Pirelli.“

Showtime mit Lou Begas „Mambo Nr 5“

Nun war Showtime im Westfälischen angesagt. Olaf Sander brachte Hits von Stars und Sternchen auf die Bühne und starte mit „Heut‘ ist so ein schöner Tag“. Als Lou Bega legte er mit beeindruckenden Schrittfolgen und „Mambo Nr. 5“ los. Als „König von Mallorca“ (Jürgen Drews) nahm er gebückt und am Stock gehend „Mr. Ein-Bett-im Kornfeld“ aufs Korn.

Beschwingt durch diesen musikalischen Abschluss tänzelten Landfrauen und andere Rosenmontag-Sektfrühstückgäste durch den Rest des Tages. Einige schauten wenige Stunden später dem Umzug in Alt-Lotte zu. Denn Ernüchterung drohte: am Aschermittwoch ist alles vorbei – bis zum nächsten Jahr.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN