Hauptwaldwege wieder betretbar Aufräumarbeiten nach Sturm „Friederike“ dauern in Lotte an

Von Angelika Hitzke


Lotte/Westerkappeln. Die offizielle Sperrung der Wälder auch in Lotte und Westerkappeln nach dem Sturm „Friederike“ ist zwar aufgehoben. Doch gefährlich ist das Betreten in einigen Bereichen vor allem abseits der Hauptwege immer noch, warnt der fürs Revier Schafberg zuständige Förster Christian Rebitz: „Es konnte noch nicht überall aufgeräumt werden.“

Der für Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Recke und Hopsten zuständige Revierförster von Wald und Holz NRW weist darauf hin, dass die Aufräumarbeiten in seinem Forstbetriebsbezirk, zu dem rund 3200 Hektar Wald und 900 Waldbesitzer gehören, noch mehrere Monate dauern werden. Das vom Ordnungsamt des Kreises Steinfurt verhängte Betretungsverbot wegen akuter Lebensgefahr durch umgestürzte Bäume und herabfallende Äste galt bis zum 31. Januar und ist damit jetzt passé. Nicht passé sind aber die grundsätzlichen Gefahren: „Wenn man auf den Hauptwegen bleibt, ist das okay“, erklärt der Förster. Spaziergänger dürften aber keinesfalls quer durch den Wald laufen.

Gefahr abseits der Wege

Das werde auch im kommenden Sommer noch gelten, denn die Windbruchschäden werden ausgehend von den Hauptwegen an den Nebenwegen erst nach und nach beseitigt werden können. Hinzu kommt, dass der aufgeweichte Boden die Arbeiten vielerorts verzögert und viele private Waldbesitzer manche Flächen gar nicht aufräumen, sondern das Totholz liegen lassen, was aus ökologischer Sicht durchaus sinnvoll ist. Wer abseits der Wege durch Waldgebiete streift wie zum Beispiel Pilzsammler, setze sich deshalb auch noch in einem halben Jahr oder später Gefahren aus.

Im Teutoburger Wald schlimmer

Wie hoch die Sturmschäden in den Wäldern Lottes und Westerkappelns sind, lässt sich laut Rebitz bisher nur sehr grob schätzen. Deshalb möchte er keine Zahlen nennen, verweist aber darauf dass „Friederike“ in Hopsten und Recke nicht ganz so stark gewütet habe wie in Lotte und Westerkappeln. Im Westen des Reviers seien eher einzelne Bäume abgeknickt oder entwurzelt worden, während hauptsächlich Fichtenbestände betroffen waren. Im Vergleich zu südlicheren Forstbetriebsbezirken wie Teutoburger Wald und Sauerland, aber auch das angrenzende Niedersachsen seien Lotte und Westerkappeln aber noch glimpflich davon gekommen, so der Revierförster.

Auswirkungen sehr unterschiedlich

Ende Januar hat das nordrhein-westfälische Umweltministerium eine erste Waldschadensbilanz der Folgen des Sturms „Friederike“ gezogen. „In einer vorläufigen, qualifizierten Gesamtschätzung der Regionalforstämter zur Größenordnung der Windwurfschäden im Wald wird eine Gesamthöhe von rund 1,4 Millionen Kubikmetern erreicht,“ heißt es in einer Pressemitteilung vom 25. Januar. Insgesamt seien in NRW Sturmschäden auf rund 5000 Hektar Waldfläche zu verzeichnen. Am 18. Januar hatte „Friederike“ Nordrhein-Westfalen mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 143 km/h überquert. Das Zentrum des Sturms hatte NRW auf einer Linie nördlich Duisburg/Dortmund/Kassel getroffen. Dadurch fielen die Auswirkungen für die Waldflächen in Nordrhein-Westfalen nach Regionen sehr unterschiedlich aus.

Schaden unterhalb des Jahreseinschlags

Da noch nicht alle Flächen betreten werden konnten, kann sich die Bilanz der Schäden durchaus noch erhöhen. Zum Vergleich: „Der Sturm Kyrill hatte vor fast genau elf Jahren 15,7 Millionen Kubikmeter einen Schaden auf rund 50000 Hektar Waldfläche in NRW verursacht. Der Hauptschaden mit circa einem Drittel der Gesamtmasse war im Regionalforstamt Hochstift zu verzeichnen. Stark betroffen waren auch die Bereiche Soest-Sauerland, Ostwestfalen-Lippe und das Münsterland.

Die am stärksten betroffene Baumart ist die Fichte. Im Flachland sind auch Kiefernbestände gefallen und gebrochen. Der Schaden durch Friederike ist in den betroffenen Regionen beträchtlich, liegt aber auch beim Nadelholz nach derzeitiger Kenntnis unterhalb des planmäßigen Jahreseinschlages“, teilt der Landesbetrieb Wald und Holz NRW mit.