Start bei Elster in Lotte IG Metall mit Warnstreiks in der Region Osnabrück

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Mehr Lohn und weniger Arbeitszeit waren die Forderungen der IG Metall beim Wanrstreik am Standort Lotte der Firma Elster. Foto: IG MetallMehr Lohn und weniger Arbeitszeit waren die Forderungen der IG Metall beim Wanrstreik am Standort Lotte der Firma Elster. Foto: IG Metall

Osnabrück. Sechs Prozent mehr und eine zeitlich befristete Absenkung der Wochenarbeitszeit auf bis zu 28 Stunden für die Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie möchte die IG Metall herausholen. Ihre Forderung präsentierte sie am Freitag bei einem Warnstreik bei der Elster GmbH in Lotte. Die Gewerkschaft hat damit nach eigenen Angaben „die erste Warnstreikwelle im Tarifgebiet Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim“ eröffnet.

Mehr als 450 Beschäftigte der Früh- und Normalschicht folgten laut Mitteilung dem Aufruf der IG Metall und versammelten sich „trotz der widrigen Witterungsbedingungen“ vor dem Werkstor. „Wer mit einem unterirdischen Angebot mit Gegenforderungen provoziert und auf Zeit spielt, bekommt ab heute die passende Antwort der Beschäftigten und die heißt zunächst einmal Warnstreiks“, eröffnete der Osnabrücker IG Metall-Chef Stephan Soldanski die Versammlung. Die Arbeitgeber hätten Mitte Dezember realitätsferne Vorstellungen auf den Verhandlungstisch gelegt und eine Gesprächspause bis 22. Januar verkündet, berichtete Soldanski aus den örtlichen Verhandlungen. Offensichtlich bräuchten die Arbeitgeber den Druck von Warnstreiks.

„Arbeitgeber-Angebot eine Provokation“

„Allein das Angebot in Sachen Entgelt ist eine riesige Provokation und spiegelt nicht die hervorragende wirtschaftliche Situation wider. Hier müssen die Arbeitgeber ordentlich nachlegen“, wird Daniel Grabovac, örtlicher IG Metall-Vertrauensmann, zitiert. „Achtet auf den Beipackzettel des Arbeitgeberangebotes, es enthält erhebliche Nebenwirkungen“, so Andreas Hille, Betriebsratsvorsitzender der Elster GmbH. „Die Arbeitgeber knüpfen ihr Angebot zur Erhöhung der Entgelte um 2 Prozent an die Möglichkeit zur Verlängerung statt Verkürzung der Arbeitszeiten. Damit verschärfen sie die Tarifverhandlungen völlig unnötig“, so Hille weiter.

„Flexibilisierung kennt aus Sicht der Arbeitgeber nur eine Richtung. Dies müssen wir unbedingt ändern“, meint Manfred Garwels, Betriebsrat bei Elster und Mitglied der Verhandlungskommission der IG Metall. „Nicht nur immer mehr, wir brauchen endlich einen festen Anspruch, auch mal weniger arbeiten zu können.“

Weitere Warnstreiks

Die IG Metall kündigt für die nächste Woche weitere Warnstreiks in der Region Osnabrück an. So werden am Montagmorgen Mitarbeiter der Firmen Diosna, Herzog und Paal am Diosna-Standort in Lüstringen versuchen, den Druck auf die Arbeitgeber in den laufenden Tarifverhandlungen zu erhöhen. Ab Montagmittag solidarisieren sich Angestellte der Bramscher Firmen Essex und Nexans mit den Forderungen ihrer Gewerkschaft.

Am 31. Dezember endete die Friedenspflicht in der Metall- und Elektroindustrie. Danach sind Warnstreiks, ganztägige Streiks oder die Urabstimmung möglich. Im Tarifgebiet Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim wird laut Gewerkschaft für rund 18.500 Beschäftigte verhandelt. Die nächste regionale Verhandlung findet am 22. Januar statt.


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