Ein Bär in Halen? Barenbreede ist ein Flurstück auf dem Halener Esch

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Lotte. Straßennamen künden oft von der Geschichte und so einen historischen Namen trägt auch die Barenbreede in Halens Wohngebiet unterhalb der Eschfläche: Sie ist 1828 in einer alten Flurkarte verzeichnet.

Und wenn sich die Bedeutung auch nicht gleich erschließt, stellt sich bei näherer Betrachtung heraus, dass es sich hier durchaus um einen sehr sprechenden Namen handeln dürfte.

Ähnlicher Straßenname in Eversburg

Wer sich in der Gegend auskennt, wird schnell darauf kommen, dass es an Osnabrücks Rubbenbruchsee eine ähnlich klingende Straße namens Barenteich gibt. Zu dieser Straße gibt die Historie folgendes preis: 1353 kaufte die Stadt Osnabrück einer Familie von Bar das ‚piscina barendyck‘ ab.

Der Barenteich dürfte seinen Namen also von der Familie Bar haben und könnte ein Schwimmteich gewesen sein. In diesem Zusammenhang ist nicht ausgeschlossen, dass der Familie von Bar auch ein Flurstück in Halen gehörte. Allerdings liegt Halen jenseits der Landesgrenze zum Königreich Hannover und damit von Osnabrück noch ein gutes Stück entfernt.

Und damit wird ein anderer sprachlicher Zusammenhang wahrscheinlicher, denn „baaren“ könnte vom mittelniederdeutschen „bare“ kommen, was auf das althochdeutsche „bero“ zurückgeht.

Historische Schreibweise mit doppeltem a

Für diese Variante spricht insbesondere die historische Schreibweise Baarenbreede auf der Urkarte von 1828: Der Doppelvokal macht ein langes ‚a‘ deutlich, das ‚e‘ am Ende schliff sich bereits mit der sprachlichen Entwicklung zu bare ab, und damit wurde bar(e) schließlich zum uns heute bekannten Bär. Der Bär stand übrigens auch für den Familiennamen Bar Pate; wir haben es also letztlich in beiden Fällen mit einer Bärenbreede zu tun.

Breite Ackerfläche

Der zweite Teil des Flurnamens wird auf das germanische braida zurückgeführt, niederdeutsch Breede, hochdeutsch Breite und meint einen in die Breite gedehnten Acker, der zumeist nahe einer Hofstelle lag.

Der Vollständigkeit halber sei noch erwähnt, dass das Halener Bärenfeld mit dem Berliner Bären nichts zu tun hat – im Gegenteil: Das beliebte Maskottchen der Hauptstadt ist ein reiner Marketing-Gag. Sprachwissenschaftlich hat Berlin slawische Wurzeln und bedeutet „Ort in sumpfigem Gelände“. Der Sumpf scheidet allerdings sowohl natur- als auch sprachräumlich für den Halener Esch aus.

Ob es in den Büschen auf dem Halener Esch zu Zeiten der Ortsnamenentstehung tatsächlich Bären gab, ist zwar nicht gesichert, aber Orts- und Gewässernamen, die den zottigen Gesellen im Namen führen, gibt es zumindest reichlich in Deutschland.


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