Neues Projekt in Brasilien Eine-Welt-Arbeitskreis in Wietmarschen unterstützt Straßenkinder

Die Spende des Eine-Welt-Arbeitskreises nahmen Demetrius Barbosa Ferreira (5. von links), seine Mitarbeiterin Lucélia Corcino de Melo (3. von links) und Udo Lohoff (rechts) von Franz Peters, Johannes Telkmann, Bärbel Löcken, Hans Böing und Ludger Weß (von links) entgegen. Foto: André PartmannDie Spende des Eine-Welt-Arbeitskreises nahmen Demetrius Barbosa Ferreira (5. von links), seine Mitarbeiterin Lucélia Corcino de Melo (3. von links) und Udo Lohoff (rechts) von Franz Peters, Johannes Telkmann, Bärbel Löcken, Hans Böing und Ludger Weß (von links) entgegen. Foto: André Partmann

Wietmarschen. Mehr als 32 Jahre lang hat der Eine-Welt-Arbeitskreis aus Wietmarschen Projekte in der brasilianischen Stadt Maceió finanziell unterstützt. Die Zusammenarbeit wurde nach Unstimmigkeiten zum Januar 2016 eingestellt, das Spendengeld aber fließt weiter: an ein neues Hilfsprojekt für Straßenkinder in Recife. Am Wochenende soll wieder gesammelt werden.

Nachdem Pater Hütten, ein Missionar aus der örtlichen Kirchengemeinde Wietmarschen nach Brasilien auswanderte, hat der Eine-Welt-Arbeitskreis das „Fahren für Maceió“ 1983 erstmals ins Leben gerufen, um ihm bei seinen Projekten vor Ort finanziell zu unterstützen. Durch eine Startgebühr, die im Vorfeld der Radtour bezahlt wurde, sowie dem Verkauf von Kaffee und Kuchen konnte dabei jährlich ein großer Spendenbeitrag erzielt werden. „Die Veranstaltung ist immer hervorragend angekommen“, erinnert sich Franz Peters vom Eine-Welt-Arbeitskreis.

Zusammenarbeit beendet

Umso konsequenter scheint aus dieser Sicht die Entscheidung, die der Wietmarscher Arbeitskreis nach einer mehr als 32 Jahre andauernden Verbindung im Januar 2016 treffen musste. „Wir haben uns entschlossen, die Zusammenarbeit mit unserer Partnergemeinde in Maceió nicht mehr weiterzuführen“, erklärt Johannes Telkmann, Diakon der Kirchengemeinde im Gespräch mit unserer Redaktion. Das „Fahren für Maceió“ sollte somit im Sommer 2015 letztmalig stattgefunden haben.

Hintergründe vielschichtig

Die Hintergründe der weitreichenden Entscheidung sind vielschichtig. „In der Anfangszeit lief der Kontakt vor allem über Pater Hütten, der sich vor Ort zahlreichen Hilfsprojekten angenommen hatte“, erläutert Telkmann. Nachdem dieser im Verlauf der Jahre sein Einsatzgebiet wechselte, fungierte als erster Ansprechpartner die brasilianische „Gruppe der Freundschaft“ aus Maceió. Doch nach dessen Auflösung verlor der Wietmarscher Eine-Welt-Arbeitskreis einen weiteren wichtigen Kommunikationspartner, sodass der Kontakt lediglich noch über die in Maceió tätigen Pfarrer aufrechterhalten wurde. „Der Informationsaustausch war schlecht“, sagt Telkmann deutlich. Ein Besuch vor Ort bestätigte schließlich das, was in der Grafschaft bereits über einen längeren Zeitraum vermutet wurde: „Es gab keine konkreten Projekte mehr, die tatsächlich umgesetzt wurden.“

Neue Projekt

Der Eine-Welt-Arbeitskreis in Wietmarschen wollte die finanzielle Unterstützung der ärmsten Brasilianer allerdings nicht gänzlich einstellen und beschloss, die zukünftigen Spenden an das „Projekt der kleinen Propheten“ zu überweisen. „Das Projekt ist über Jahrzehnte gewachsen und hilft brasilianischen Kindern von der Straße“, erklärt Ludger Weß vom Arbeitskreis. Einige Mitglieder hatten das Projekt vor fünf Jahren im Rahmen ihrer Reise mit dem Aktionskreis Pater Beda kennengelernt und sich von der Arbeit überzeugen lassen. „Seit Anfang letzten Jahres stehen wir im intensiven Kontakt mit dem Projektleiter Demetrius“, sagt Weß. Das Projekt werde von vielen Seiten aus Deutschland unterstützt. „Wir haben damit die Gewissheit, dass es richtig eingesetzt wird.“

Besuch in Wietmarscher Grundschule

Dieser Kontakt gipfelte am Donnerstagvormittag mit einem Besuch des Brasilianers. In der Sünte-Marien-Schule erzählte Demetrius Barbosa Ferreira den Grundschülern zusammen mit Udo Lohoff, Geschäftsführer des Aktionskreis Pater Beda, von seiner Tätigkeit und bekam eine Spende in Höhe von 5000 Euro vom Eine-Welt-Arbeitskreis überreicht. In Recife, einer Millionenstadt im Nordosten Brasiliens, holt Demetrius Waisenkinder von der Straße, gibt ihnen eine warme Mahlzeit und treibt Sport mit ihnen. Die Stadt hat eine der höchsten Mordraten des Landes – entsprechend gefährlich ist das Leben auf der Straße.  

Radfahren für „kleine Propheten“

Mit dem Nachfolgeprojekt wird auch das Fahrradfahren für den guten Zweck fortgesetzt: Das „Fahren für die kleinen Propheten“ startet am Sonntag, 10. September 2017 , ab 10.30 Uhr mit einem Hochamt in der Wallfahrtskirche. Ab 11.30 Uhr sollen die ersten Teilnehmer aufbrechen, um eine der jeweils 30 und 50 Kilometer angebotenen Radtouren zu absolvieren.


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