Viele Zuschauer beim MFC Phönix Modellflugtage für alle Sinne in Lohne

Meine Nachrichten

Um das Thema Lohne Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.


Wietmarschen. Brummende oder zischende Geräusche vermischen sich mit Lautsprecherdurchsagen, in der Luft liegt Benzingeruch, der Blick hebt sich automatisch gen Himmel: Die Flugtage des Modellflugclubs (MFC) Phönix Lohne sprechen alle Sinnesorgane der Besucher an. Und diese sind zahlreich gekommen, bereits zur Nachtflugveranstaltung am 30. April, und vor allem zum Programm am 1. Mai 2017 auf dem Vereinsgelände im Wald.

„Wir haben heute gute Wetterbedingungen: Der Wind weht nur schwach und es ist trocken“, sagt der Schriftführer des Vereins, Rolf Becker. „Unsere Teilnehmer kommen vor allem aus dem nordwestdeutschen Raum, aber auch von weiter her: Vom Bodensee und auch aus den Niederlanden haben wir Stammgäste, die auch unsere guten Campingmöglichkeiten neben dem Gelände zu schätzen wissen.“ Becker ist an der Organisation der Flugtage beteiligt und auch selber enthusiastischer Pilot eines historischen Doppeldeckers. Er steuert sein Oldtimermodell nicht nur vom Boden aus, sondern fliegt sozusagen persönlich mit. Im Cockpit sitzt ein maßstabgerechter Rolf Becker in Kleinformat. „ Ein Ingenieur aus Melle druckt lebensechte Figuren in seinem 3D-Drucker. „Und ich dachte, wer Maria und Josef herstellen kann, kann auch einen Rolf Becker“, erzählt er schmunzelnd. Im Laufe des Tages wird er mit einem Formationsflug gemeinsam mit einem niederländischen Kumpel den Zuschauern viel Freude bereiten.

Absturz beim jüngsten Schaupiloten

Freud und Leid liegen bei einer Modellflugvorführung jedoch nah beieinander. Manch eine Karambolage sorgte für ein jähes Aus am Montag. Für den zehnjährigen Martin Münster, angekündigt als Deutschlands jüngster Schaupilot der Spitzenklasse, war der Absturz seiner Multiplex unerklärbar. Der junge Profi, der seit seinem fünften Lebensjahr in Familientradition im münsterländischen Rosendahl auf dem Flugplatz steht, nahm es wie ein Sportsmann und schwenkte den mitfühlenden Zuschauern seine Kappe zu.

600 oder 700 Euro im Wald

Auch für zwei Quadrocopter heißt es: „Die hat’s erwischt. Das heißt jetzt entweder basteln oder Ersatzteile bestellen“, tönt es aus dem Lautsprecher, nachdem diese bei der wilden Jagd miteinander kollidiert waren. Denn wenn dies geschieht, ist nicht nur das Flugvergnügen beendet, es gehen auch Werte verloren. „Ich schätze, da liegen jetzt 600 bis 700 Euro im Wald“, vermutet Oliver Bökers, Jugendwart des MFC. „Fremde Piloten verschätzen sich manchmal mit den Bäumen, die unser Gelände begrenzen“, lautet seine Erklärung für den Kunstflieger, der soeben die Wende nicht geschafft hat.

Lauter Düsenflieger im Modell

Der überwiegende Teil der so unterschiedlichen Flugmodelle übersteht die Flugschau aber unbeschadet, auch bei extrem hohen Geschwindigkeiten. Großen Eindruck macht das Modell einer dieselbetriebenen Lockheed U2 mit Turbinenantrieb. Das Geräusch, das Stefan Pflug aus Nordhorn mit seinem Düsenflieger erzeugt, ist wahrlich beeindruckend und hält die Zuschauer eine ganze Weile in Atem.

Per Elektroantrieb in die Thermik

Anders die Segelflieger, die quasi geräuschlos durch die Lüfte schweben. Eine gute Stunde lang hält Hergen Franz aus dem oldenburgischen Hude seinen Elektrosegler ganz entspannt in der Luft: „Zuerst bringe ich ihn mit dem Elektroantrieb nach oben, dort wirkt dann die reine Thermik“. Irgendwann reicht es Franz dann aber, schließlich möchte er selber auch die Vorführungen der anderen Modelle bewundern und vielleicht noch ein Stück Kuchen essen – auch der Geschmackssinn wurde bei den Lohner Modellflugtagen angesprochen.

Mehr aus Wietmarschen lesen Sie in unserem Ortsportal.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN