Engagement seit 2015 Arbeitskreis sucht Lernpaten für Flüchtlinge in Wietmarschen

Der erste Vorsitzende des Arbeitskreises „Solidarität mit Flüchtlingen“, Diakon Johannes Telkmann. Foto: Ludger JungeblutDer erste Vorsitzende des Arbeitskreises „Solidarität mit Flüchtlingen“, Diakon Johannes Telkmann. Foto: Ludger Jungeblut

kgr Wietmarschen. Der Arbeitskreis „Solidarität mit Flüchtlingen“ engagiert sich seit Anfang 2015 für die Integration von Flüchtlingen in der Gemeinde Wietmarschen. Bei der Mitgliederversammlung zogen die ehrenamtlichen Helfer jetzt eine Bilanz der bisherigen Tätigkeiten und planten weitere Aktivitäten. Zudem wurde ein neuer Vorstand gewählt.

„Der Arbeitskreis Solidarität mit Flüchtlingen ist ein Brückenbauer zwischen den Einheimischen und den Flüchtlingen“, erklärte Johannes Telkmann, Vorsitzender des Arbeitskreises, im Gespräch mit der Redaktion. So sind derzeit 30 ehrenamtliche Mitglieder als Paten tätig, die die Flüchtlinge und insbesondere Flüchtlingsfamilien dabei unterstützen, sich hinsichtlich der hiesigen Gegebenheiten zurechtzufinden. „Die Erlebnisse mit den Flüchtlingen können in die Gemeinde getragen werden und umgekehrt können die Paten auch vom eigenen Leben erzählen“, erläuterte Telkmann. Es nehme Spannungen aus der Gesellschaft, wenn Kontakt zu Einheimischen bestehe und das Fremde, das möglicherweise Unbehagen bereite, somit näher gebracht werde.

Feste Bezugspersonen

Zurzeit leben in der Gemeinde Wietmarschen etwa 120 Asylbewerber ohne Anerkennung. Hinzu kommen etwa 180 anerkannte Flüchtlinge. „Die anerkannten Flüchtlinge ziehen nur vereinzelt weg, gerade die Familien bleiben gerne hier“, betonte der Vorsitzende. „Nach der Anerkennung sind die Paten weiterhin wichtig, da sich die Zuständigkeiten bei den Behörden ändern. Daher ist es gut, dass es die festen Bezugspersonen gibt“, ergänzte Mechthild Korte, Schriftführerin des Arbeitskreises.

Zusammenarbeit

Angesichts steigender Flüchtlingszahlen und dem Mangel an Wohnraum für Asylbewerber in der Gemeinde gab es im September 2014 erste Überlegungen hinsichtlich eines Arbeitskreises für Flüchtlinge. Im Frühjahr 2015 erfolgte die Gründung des Asylkreises. Seitdem können die Mitglieder auf eine Reihe von Aktionen zurückblicken. Zu nennen sind hier zum Beispiel das Fest für Flüchtlinge in der Mehrzweckhalle Lohne im September 2015, eine Infoveranstaltung gemeinsam mit der Gemeinde Wietmarschen im März 2016 oder das Sommerfest „Bunt ist die Welt“ in Wietmarschen im August 2016. Für die gute Zusammenarbeit mit den hauptamtlichen Flüchtlingshelfern spricht die Teilnahme an Aktionen wie dem Kochen mit Flüchtlingsfrauen, das im Februar und im März 2017 von der Fabi Nordhorn und dem DRK durchgeführt wurde.

Café International

Außerdem bietet der Arbeitskreis seit November 2015 einmal im Monat das Café International an, das als Begegnungsort für Flüchtlinge und Einheimische dienen soll und von sieben Ehrenamtlichen organisiert wird. Wie Telkmann herausstellte, sei die Mühe und der Aufwand, den die Paten und auch die übrigen Ehrenamtlichen betreiben, unbezahlbar. So geben zwei Ehrenamtliche Sprachkurse in Wietmarschen und drei ehrenamtliche Fahrer des DRK sorgen dafür, dass Flüchtlinge einmal in der Woche zur Tafel in Wietmarschen gelangen können. Bedarf besteht laut Telkmann im Hinblick auf Lernpaten, die Flüchtlinge ein- bis zweimal wöchentlich beim Deutsch Lernen unterstützen.

Netzwerkarbeit

Von zentraler Bedeutung ist laut Telkmann, dass der Arbeitskreis ein gutes Netzwerk zu den hauptamtlichen Mitarbeitern der Kommune, des Landkreises, des DRK, der Caritas und der niedersächsischen Wirtschaft habe. So treffen sich die Vorstandsmitglieder zum Beispiel einmal im Monat mit der DRK-Flüchtlingshelferin Astrid Ströcker und Bürgermeister Manfred Wellen. „Momentan ist bei diesen Treffen die Wohnraumbeschaffung ein wichtiges Thema, da es in Wietmarschen nicht so viele Wohnungen für anerkannte Flüchtlinge gibt, wie benötigt werden“, so der Vorsitzende. Neben der Suche nach geeignetem Wohnraum und der Fortführung der bereits laufenden Projekte ist für das Jahr 2017 außerdem die Organisation eines Schwimmkurses für Flüchtlinge sowie die Einrichtung eines Computerraumes in Lohne geplant.

Vorstandswahlen

Bei den Neuwahlen wurde Johannes Telkmann zum Vorsitzenden gewählt, sein Stellverteter ist Jan Kieft. Mechthild Korte wurde als Schriftführerin eingesetzt (Vertreterin Brigitte Schulz) und Wolfgang Schulz wurde zum Kassenwart gewählt.


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