Neue Gefahren-Einschätzung Spielplatz in Nordlohne nach Granatenfund wieder freigegeben

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Wietmarschen. Anwohner haben auf einem Spielplatz in dem Wietmarscher Ortsteil Nordlohne am Montagabend eine Gewehrgranate gefunden. Inzwischen ist der Spielplatz laut Polizei nicht mehr gesperrt.

Anwohner in der Straße Am Wildwechsel waren am Montag um 19.55 Uhr dabei, das Fundament für ein neues Spielgerät zu installieren, als sie eine Gewehrgranate aus dem Zweiten Weltkrieg fanden. Laut Polizei lag sie 80 Zentimeter tief in der Erde. Der Spielplatz sei abgesperrt und die Kampfmittelbeseitigung informiert worden. Noch in der Nacht sei die Granate entfernt worden, sagt Achim van Remmerden, Sprecher der Polizei Emsland/Grafschaft Bentheim. (Weiterlesen: Gewehrgranate auf Spielplatz-Baustelle in Nordlohne gefunden)

Die Gewehrgranate war transportfähig, aber gefährlich, sagt Ralf Reisinger vom Kampfmittelbeseitigungsdienst. Die Granate sei scharf gewesen. „Hätte jemand mit dem Spaten darauf gehauen, wäre er zu Tode gekommen.“

Gemeinde will Experten um Einschätzung bitten

In der Nähe des Spielplatzes befindet sich ein Naherholungsgebiet, das zuvor in Teilen als Truppenübungsplatz genutzt wurde. Wie hoch das Risiko von Blindgängern in Nordlohne ist, wurde zwischen Gemeinde und Anwohnern schon häufiger diskutiert. Dabei ging es auch um die Straße Am Wildwechsel, an der nun die Gewehrgranate gefunden wurde. Gestützt auf ein durch die niedersächsische Oberfinanzdirektion (OFD) in Auftrag gegebenes Gutachten (Büro Agarius) sowie Empfehlungen des niedersächsischen KBD (Kampfmittelbeseitigungsdienst), erließ die Gemeinde 2012 eine Verfügung. In dieser wurde Eigentümer eines Grundstückes, das sich im Wirkungskreis eines ehemaligen Übungsgebietes befindet, bei Bodeneingriffen eine Kampfmittelüberprüfung empfohlen.

Aufgrund von Nachweisen von Bodenarbeiten seien betroffene Flächen auf das normale Lebensrisiko, wie es auch abseits von belasteten Flächen besteht, zurückgestuft worden, sagt der Leiter des Ordnungsamts Hermann-Josef Vogt. „Funde können nicht komplett ausgeschlossen werden“, ergänzt er. Doch bei der Entfernung von Kiefern auf dem Gelände habe es keinen Verdacht gegeben.

Die Gemeinde werde Experten nach dem Fund um eine neue Einschätzung und Handlungsempfehlungen bitten, sagt der Bürgermeister der Gemeinde Manfred Wellen. Der Kampfmittelräumdienst sei bereits kontaktiert worden.


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