Neuer Großauftrag in Sicht WAS stößt in Wietmarschen an Grenzen

Von Michaela Rohe


Wietmarschen. Das Unternehmen Wietmarscher Ambulanz- und Sonderfahrzeug wickelt derzeit einen Auftrag für 300 Ambulanzfahrzeuge für Ägypten ab. Zumindest verhandelt wird über 300 weitere Fahrzeuge. Dabei stößt das Unternehmen mit seinen zwei Standorten in Alt-Wietmarschen an Grenzen.

Seitdem das Unternehmen in den Jahren 2007/2008 den ersten Großauftrag für das Gesundheitsministerium in Ägypten gefertigt und geliefert hat, sind bereits knapp unter 4000 Fahrzeuge aus der Niedergrafschaft an den Nil geliefert worden. Bis Mitte November soll der derzeitige Auftrag über 300 Fahrzeuge endgültig abgewickelt sein. Der letzte Mercedes-Kastenwagen steht bereits kurz vor dem Ende der Ausrüstungsstraße in den Werkshallen an der Neuenhauser Straße.

Ägyptische Gesundheitsministerium ist größter Einzelkunde

Zumindest verhandelt wird bereits über die Ausrüstung und Lieferung von weiteren 300 Fahrzeugen für das Ministry of Health in Ägypten. Aber dieses Projekt steht noch nicht in den Auftragsbüchern. WAS-Geschäftsführer Andreas Ploeger beeilt sich denn auch zu betonen: „Wir liefern nicht nur nach Ägypten.“ Nimmt man jedoch die vergangenen zehn Jahre als Maßstab, ist das ägyptische Gesundheitsministerium der größte Einzelkunde dieser Zeit.

Umsatz bei rund 83 Millionen Euro

Die Wietmarscher Ambulanz- und Sonderfahrzeug GmbH ist einer der führenden Anbieter in Europa. Das 1987 gegründete Unternehmen hat Tochtergesellschaften in Frankreich, Großbritannien und Polen. Bei einer Jahresproduktion von etwa 1500 Fahrzeugen liegt der Umsatz bei rund 83 Millionen Euro. Darin enthalten ist nur die eigene Wertschöpfung, denn die Fahrzeuge oder Fahrgestelle werden ebenso zugekauft wie die einzubauende Medizintechnik. Bei den selbst produzierten Kofferaufbauten bezeichnet sich das Unternehmen als Innovations- und Technologieführer.

In der Spitze 350 Mitarbeiter

Das Unternehmen hat etwa 350 Mitarbeiter, davon sind jedoch rund 100 Zeitarbeiter zur Bewältigung von Auftragsspitzen. In den vergangenen zwei Jahren wurden nach Angaben von Ploeger 50 Leiharbeiter in ein festes Arbeitsverhältnis übernommen. 80 Prozent der ausgelieferten Fahrzeuge sind Ambulanzen, 20 Prozent Sonderfahrzeuge für Polizei und andere Behörden. Der Umsatz verteilt sich wie folgt: 40 Prozent Deutschland, 40 Prozent Europa und 20 Prozent International. Produziert wird an zwei Standorten in Wietmarschen und einem weiteren in Polen.

„Wir haben ein Platzproblem“

Zur Standortfrage an zwei Plätzen mitten in Wietmarschen äußert sich Geschäftsführer Andreas Ploeger zunächst diplomatisch: Man wolle mittelfristig – in den nächsten fünf bis sieben Jahren – weiter expandieren. Und für eine effiziente Fertigung müssten eigentlich die beiden Standorte in Wietmarschen zusammengelegt werden. „Wir haben ein Platzproblem“, erklärt Ploeger und verweist darauf, dass WAS zeitweise auch bereits weitere Hallen und Flächen in der Gemeinde Wietmarschen hinzugepachtet hat. Auch der Schützenplatz in Wietmarschen hat dem Unternehmen bereits als Fahrzeugparkplatz gedient. Eines betont Ploeger aber auch: „Wir bleiben in Wietmarschen.“ Gemeint sein dürfte aber das Gemeindegebiet und nicht das Dorf.

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