Interview mit Henrik Schrader Vertrauen in neue Oberschule in Wietmarschen-Lohne

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Wietmarschen. Das Schulzentrum in Wietmarschen-Lohne ist für den Start als Oberschule zum Schuljahr 2016/2017 gut gerüstet. Das hat Schulleiter Henrik Schrader (34) in einem Interview mit der Redaktion unterstrichen.

Herr Schrader, das Schulzentrum Lohne mit derzeit 590 Schülerinnen und Schülern, die von 55 Lehrkräften unterrichtet werden, wird zum 1. August in eine Oberschule umgewandelt. Start ist mit voraussichtlich 94 Schülern in vier Klassen des fünften Jahrgangs. Welche Vorbereitungen haben Sie getroffen?

Seit Anfang 2014 ist uns bekannt, dass wir zum Schuljahr 2016/17 Oberschule werden. Seitdem haben wir unter Berücksichtigung der Erfahrungen anderer Oberschulen unser pädagogisches Konzept in einer Planungsgruppe entwickelt und mit Schülern, Eltern und dem Kollegium abgestimmt. Die Gemeinde Wietmarschen als Schulträger hat im Vorfeld die baulichen Voraussetzungen geschaffen.

Was sind die Vorteile einer Oberschule im Vergleich zur bisherigen Haupt- und Realschule unter dem Dach des Schulzentrums?

Wir arbeiten in den Jahrgängen 5 und 6 jahrgangsbezogen. Hierdurch wird den Schülern länger Zeit für die individuelle Entwicklung gegeben und die Schüler lernen von- und miteinander. Zudem wird die Entscheidung über den angestrebten Schulabschluss weiter nach hinten geschoben und der Wechsel zwischen den Schulformen u. a. durch gemeinsam erteilte Wahlpflichtkurse und durch besser aufeinander abgestimmte Lehrwerke vereinfacht.

Neben der Wissensvermittlung wird das Erlernen von sozialer Kompetenz bei den Schülern immer wichtiger. Wie stellt sich die künftige Oberschule dieser Herausforderung? Wird es wie bisher einen Sozialarbeiter geben?

Insbesondere kommt den beiden Klassenlehrern einer Klasse hier eine große Rolle zu. Ergänzend zur Arbeit in der Schule fährt der ganze 5. Jahrgang gleich zu Beginn des Schuljahres auf eine zweitägige Kennlernfahrt zur Teambildung und Stärkung der Klassengemeinschaft. Auch in der Oberschule brauchen wir einen Sozialpädagogen. Die Landesregierung hat mitgeteilt, dass sie diesen Bereich stärken will und entwickelt zurzeit ein Konzept für schulische Sozialarbeit als Landesaufgabe.

Welche Erfahrungen gibt es mit der Sprachlernklasse, in der zurzeit 21 junge Flüchtlinge unterrichtet werden?

Die Sprachlernklasse ist unerlässlich. Die Kinder und Jugendlichen sind sehr unterschiedlich, einige Schülerinnen/ Schüler sind in ihrer Muttersprache nicht alphabetisiert. Sie unterscheiden sich auch deutlich in ihrer Lernbereitschaft und Zuverlässigkeit. Einige Flüchtlingskinder arbeiten beispielhaft, lernen die Sprache schnell und stehen vor einem Wechsel zum Gymnasium. Unsere Schüler beweisen bei der Integration in die Bezugsklassen ihre soziale Kompetenz und binden die neuen Mitschüler in das Klassenleben ein.

Wie bewerkstelligen Sie die Inklusion von Schülern?

Wir bilden eine Inklusionsklasse innerhalb eines Jahrgangs. Hierdurch werden möglichst viele Förderschullehrerstunden in einer Klasse gebündelt, die allen inklusiv zu beschulenden Kindern der Klasse zugutekommen. Alle Schüler sind gut in der Klassengemeinschaft integriert.

Auch die Oberschule wird im Wahlpflichtkurs eine zweite Fremdsprache anbieten. In diesem Schuljahr haben sich mehr als die Hälfte der Schüler dafür entschieden, etwa zu gleichen Teilen Niederländisch und Französisch zu lernen. Wie beurteilen Sie dies?

Die Nähe zu den Niederlanden und der langjährige Schüleraustausch haben uns bewogen, im letzten Schuljahr Niederländisch als zweite Fremdsprache alternativ zu Französisch einzuführen. Die Resonanz zeigt, dass das Interesse an einer zweiten Fremdsprache generell groß ist und spricht natürlich auch für die Leistungsbereitschaft und das Leistungsvermögen unserer Schülerinnen und Schüler.

Seit dem 1. Februar 2013 sind Sie Schulleiter in Lohne. Wie lautet Ihr Erfolgsrezept, um die Interessen von Schülern, Eltern und Kollegium unter einen Hut zu bringen?

Wir pflegen über alle Gremien hinweg einen offenen Austausch. Die mit 94 Schülern sehr gute Anzahl der Anmeldungen zur Oberschule zum neuen Schuljahr zeigt, dass wir auf allen Seiten hohe Akzeptanz geschaffen haben. Diesen Weg wollen wir weitergehen und unser vielfältiges Angebot weiter ausbauen, damit sich Schüler, Eltern und Kollegen weiterhin mit dem Schulzentrum identifizieren und sich für die Schulgemeinschaft engagieren.

Wann steht es fest, wie sich die neue Schulleitung personell zusammensetzen wird?

Zurzeit klärt sich die Bewerberlage. Ich gehe davon aus, dass die Schulleitung der Oberschule zum 1. Februar 2017 komplett ist.

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