Bald ein Friedwald? Neue Friedhofskapelle entsteht in Wietmarschen-Lohne

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Abgerissen wurde die alte Friedhofkapelle in Lohne in der Gemeinde Wietmarschen, um einem Neubau Platz zu machen. Foto: Ludger JungeblutAbgerissen wurde die alte Friedhofkapelle in Lohne in der Gemeinde Wietmarschen, um einem Neubau Platz zu machen. Foto: Ludger Jungeblut

Wietmarschen. Um Platz für einen Neubau zu schaffen, ist die 1973 erstellte Friedhofskapelle in Wietmarschen-Lohne am Montag und Dienstag abgerissen worden.

„Die Rohbauarbeiten der Firma Hermann Bickers für den Neubau sollen in der nächsten Woche in Angriff genommen werden“, teilte Wilhelm Jessing unserer Redaktion mit. Er ist Rendant für den Friedhof in Trägerschaft der katholischen Kirchengemeinde St. Antonius Lohne und leitet einen sechsköpfigen Arbeitskreis, der wegen des Neubaues gebildet wurde.

Gesamtkosten betragen 450.000 Euro

Nach Angaben des Rendanten belaufen sich die Gesamtkosten auf 450.000 Euro. Laut Kostenplan übernimmt die politische Gemeinde 300.000 Euro. 150.000 Euro steuert die Kirchengemeinde bei. Die Fertigstellung nach den Plänen des Lingener Architekturbüros Krämer und Susok ist im Oktober vorgesehen. Die Verstorbenen können künftig in drei Kammern aufgebahrt werden. „Die Größe der Kammern ist so bemessen, dass ein würdiger Abschied von den Verstorbenen möglich ist.“

Alte Kapelle zu klein

Jessing betonte, dass der Neubau unumgänglich geworden sei, weil der bisherige Kapellenraum und die Nebenräume zu klein gewesen seien und nicht mehr den Ansprüchen genügt hätten. „Durch den Neubau wollen wir die Voraussetzungen für eine würdigere Verabschiedung vom Verstorbenen schaffen und einen wichtigen Beitrag zur Trauerbewältigung leisten“, betonte Jessing. Die engsten Angehörigen könnten künftig durch einen besonderen Ausgang die Kapelle verlassen und bräuchten nicht mehr wie bisher durch die anderen Trauergäste hindurchgehen, was von einigen Angehörigen als emotional besonders belastend empfunden worden sei.

Besondere Regelungen während der Bauphase

Während der Bauphase können die Friedhofshallen in den Ortsteilen Wietmarschen und Füchtenfeld sowie in Schepsdorf genutzt werden. Während der Leichnam dort aufgebahrt ist, kann das Lichter- oder Rosenkranzgebet in den genannten Kapellen stattfinden. Es besteht aber auch die Möglichkeit, sich ohne den Sarg zum Lichter- und Rosenkranzgebet in der Taufkapelle der Antoniuskirche zu versammeln.

Bei der Beerdigung findet der Gottesdienst mit dem Sarg in der Antoniuskirche statt. Von dort erfolgt der Gang zum etwa 200 Meter entfernten Friedhof. Alternativ wird der Sarg vor der Stele des alten Friedhofs aufgebahrt (bei schlechtem Wetter in einem kleinen Zelt). Nach der Einsegnung ist die Beerdigung vorgesehen. Die Trauergäste können sich anschließend zum Gottesdienst in der katholischen Kirche oder im evangelischen Kirchenzentrum einfinden.

Kontakt mit Künstler aufgenommen

Nach Jessings Angaben ist über die künstlerische Ausgestaltung der neuen Kapelle noch nicht entschieden worden. „Wir haben aber inzwischen Kontakt mit einem Künstler aufgenommen“, sagte der Vorsitzende des Arbeitskreises.

Wegen der Baumaßnahme mussten einige wenige Bäume entfernt werden. Die katholische Kirchengemeinde hat unterdessen von der politischen Gemeinde einen 3400 Quadratmeter großen Streifen des angrenzenden Parks mit altem Baumbestand erworben. In die Zwischenräume sollen neue Bäume gepflanzt werden.

Friedwald im Gespräch

„Hier könnte in Zukunft der erste Friedwald in der Grafschaft Bentheim mit Urnenbestattungen entstehen“, machte Jessing auf entsprechende Überlegungen aufmerksam. Es gelte, dem Wunsch nach neuen Bestattungsformen Rechnung zu tragen.

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